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October 27th 2014
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Fazit Medientage München `14


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Reviews Soundtrack 10-2014
 * soundtrack *  crossover  * pop/rock * catalogjazz  electroworld bavaria-special *
 Get On Up - The James Brown Story  
 Original Soundtrack - Polydor / Universal                                                      * film comic  *  book *  
  
 
Für die Welt-Premiere des James Brown-Bio-Pics "Get On Up" wurde im Sommer das legendäre New Yorker Apollo Theater in Harlem ausgewählt, eines der Venues, die der "Godfather of Soul" zu Lebzeiten intensiv bespielt hatte - bezeichnend für den Aufwand, den die Crew um Co-Produzent Mick "Stone" Jagger betrieb, um die Lebensgeschichte Browns angemessen auf die Leinwand zu bringen. Aus den 50 JB-Chartsalben die richtigen Tracks für den Film & Soundtrack auszuwählen, war keine kleine Herausforderung - nun einigten CD-Producer Harry Weinger & Co. sich auf 20 Tracks, natürlich incl. "Sex Machine", "I Got You (I Feel Good)", "Papa´s Got A Brand New Bag" oder "It´s A Man´s Man´s Mans World" und diverser Live-Versionen (eben aus dem Apollo ´62,´67 & ´71, aus Tampa `66 oder aus dem Pariser Olympia ´71). Die Aufnahmen aus Florida sind dabei bisher unveröffentlicht & dürften Sammler interessieren. Auch wenn es erzählerisch nicht so funkt wie auf der Bühne ist dem Film anzurechnen, dass er nicht in Heldenverehrung erstarrt, sondern auch die problematischen Seiten von "Mr. Dynamite" thematisiert.

Sin City 2 - A Dame To Kill For                                          Original Soundtrack - CRS / In-Akustik


Die Soundtrack-Cd zu Robert Rodriguez´& Frank Millers "Sin City"-Sequel & hat die Redaktion noch nicht erreicht.

Trailer mit der Starbesetzung Michey Rourke, Jessica Alba, Bruce Willis (alle drei auch im ersten Teil mit dabei) und den neuen Playern Eva Green, Josh Brolin, Joseph Gordon-Lewitt oder Powers Boothe: 

 
www.sincity2.de









 
  
 Maps to the Stars 
 Original Soundtrack - Music by Howard Shore - Howe Records / Harmonia Mundi  
  
 
Mal sehen, ob Hollywood schon soweit ist, diesem frechen Wurf Anfang nächsten Jahres den einen oder anderen verdienten Academy Award nicht vorzuenthalten. Für den Score zu David Cronenbergs u.a. mit Julianne Moore, Mia Wasikowska, John Cusack oder Robert Pattinson besetzter Hollywood-Horror-Satire "Maps To The Stars" hat der bereits Oscar-prämierte Howard Shore sich jedenfalls nicht nur auf sein bekannt-orchestrales Know-How verlassen. Vielmehr hält Shore hier ein eklektisch-unruhiges Füllhorn an Klängen bereit, ein akustisch-elektronisches Kaleidoskop, in dem stetig  irgendetwas wabert, sägt, trommelt, pluckert, an- oder abschwillt. Shore unterstützt seinen Regisseur mit diesen Mitteln kongenial  - ein veritabler Wurf für Cronenberg, dessen erster Roman übrigens gerade in Deutschland erschienen ist - watch this space...
www.mapstothestars.de/


 
  
 Guardians of the Galaxy 
 Music from - Various Artists - Hollywood / Universal  
  
 
Hier also der "Awesome Mix Vol. 1" aus dem Marvel-Sci-Fi-Überraschungs-Blockbuster "Guardians of the Galaxy": Das Tape von Quills Ma bietet 12 70´s-Klassiker, die alle eine zentrale Rolle im Film spielen – der Traum jedes Music Supervisors. Unter anderem sind der Trailer-Track "Hooked on a Feeling" von Blue Swede, "I’m Not In Love" von 10cc, "Cherry Bomb" von The Runaways, Rupert Holmes´ "Pina Colada Song"  oder  "Spirit in the Sky" von Norman Greenbaum mit von der schrägen Weltraum-Partie. Ja, es macht Sinn, Musik & Handlung eng zu verzahnen:   in den USA erreichte der Soundtrack flugs Platz 1 der Billboard-Charts. Schade nur, dass die Deluxe-Fassung incl. Score von Komponist Tyler Bates der Redaktion nicht zur Verfügung gestellt werden konnte.                                          http://marvel.com/guardians


 
  
 A Most Wanted Man 
 Original Soundtrack - Music by Herbert Grönemeyer - Grönland / Rough Trade 
  
 

In der kürzlichen Verflimung von John le Carrés Spionagethriller, einem der letzten Filme des im Februar verstorbenen Philip Seymour Hoffman, treffen weitere Hollywoodstars wie Robin Wright und Willem Dafoe auf eine deutsche Darstellerriege von Daniel Brühl über Rainer Bock bis Nina Hoss. Auch Herbert Grönemeyer übernahm nach längerer Zeit wieder eine kleinere Rolle als Geheimdienstler. Seinen bislang letzten Leinwandauftritt hatte er ja in einem Corbijn Film: 2007 in „Control“. 2010 schrieb er dann für Corbijn die Filmmusik zu „The American“ (mit George Clooney). Corbijn sorgte jetzt dafür, dass die Film-Musik zu "A Most Wanted Man" ebenfalls in Grönemeyers Hände gelegt wurde. Im naheliegenderweise auf Grönland veröffentlichten Score, in dem Duduk, Cello & Akkordeon Soloparts übernehmen, spielt Grönemeyer selbst Keyboards & Piano, während das in den Abbey Road Studios aufgenommene Orchester von Everton Nelson geleitet wird.               www.amostwantedmanmovie.com




 
  
 Hüter der Erinnerung (The Giver) / The Maze Runner / Hercules
 
 

Original Soundtracks -  Marco Beltrami * John Paesano * Fernando Velasquez - alle: Sony Classical 

 
  
 

Drei orchestrale Scores zu aktuellen Fantasyfilmen aus Hollywood. 1- Für -"The Giver", die höchst mediokre Verfilmung des gleichnamigen Bestseller-Roman von Lois Lowry, die immerhin mit Jef Bridges & Meryl Streep an Bord hat, hätte es wohl kaum eine Musik richten können. Die Menschen zahlen für ihr Leben einer perfekt durchorganisierten Welt ohne Not, Schmerzen und Risiko, aber auch ohne tiefere Gefühle, einen hohen Preis. Marco Beltrami (u.a. "Wolverine"), schon mehrfach für den Oscar in der Kategorie "Beste Filmmusik" nominiert, fällt da weder positiv noch negativ auf. 2- Ähnlich routiniert & überraschungsfrei setzt TV-Composer John Paesano (u.a. "Crisis" auf NBC) seine Aufgabe im Science-Fiction-Labyrinth-Thriller  "Maze Runner" von Wes Ball (nach der Romanvorlage von James Dashner) um. Der Job könnte denn "Annie"-Preisträger dennoch aus der dritten in Hollywoods zweite  Reihe befördern. www.johnpaesano.com      3-  Mit "Hercules" geht es schließlich auf Fantasyausflug in die griechische Mythologie - mehr oder weniger. Brent Ratners Film mit dem Samoaner Dwayne Johnson (The Rock) in der Titelrolle rauscht durch die eigentlichen "Arbeiten" des Halbgottes - Nemeischer Löwe, Hydra, Erymanthiscer Eber etcetera - eigentlich schon im einigermaßen eindrucksvollen Filmtrailer. In der  Graphic Novel-Verfilmung müssen sich Hercules & Co. dann nur noch gegen den hinterhältigen Lord Cotys (John Hurt) behaupten. Immerhin weiss Ratners Version besser zu unterhalten als die blutleere "Legende von Hercules", die Regisseur Renny Harlin zuvor, ebenfalls in diesem Jahr schon, ins Rennen geschickt hatte.  Die schmissige Filmmusik für das London Philharmonia, aufgenommen in den Abbey Road Studios, stammt vom spanischen Komponisten Fernando Valásquez (u.a. "Impossible" & der in Ghent nominierte "The Orphanage".                        www.hercules-movie.de


 
  
 Northern Soul / Billy Elliott  
 Various Artists - Harmless / Soulfood  *  Polydor / Universal  
  
 
1- Während im UK bald schon der DVD-Release ansteht,ist noch kein Starttermin fürs deutsche Kino anberaumt. Einen musikalischen Vorboten für "Northern Soul" gibt es aber bereits - der pralle Soundtrack mit den entsprechenden (27) Tracks aus dem Film (u.a.Edwin Starr, Billy Butler, The Vel-Vets, Frankie Valli & The Four Seasons,  Marvin Gaye oder The Luther Ingram Orchestra) sowie auf einer zweiten CD weitere 27 Genretracks ausgewählt von der Regisseurin (`more inspiration from Elaine Constantine´). Leider liegt der Redaktion weder das 24-seitige Booklet noch die DVD des Packages vor. Alternativ gibt es auch eine opulente Vinyl-Collectors-Single-Box mit gleich 14 7inches (die 27 Cd-Tunes plus 1 Bonustrack) - auf den Covers Schlüsselszenen aus dem Film, der erzählt, was passierte, als die Jugend im Norden Englands in den 70´s den amerikanischen Soul entdeckte. Dazu ein 60-seitiges Hardcoverbuch mit weiteren `filmstills´.                                          www.northernsoulthefilm.com
2- Apropos britische Jugend - der "Billy Elliott"-Soundtrack wird gerade wiederveröffentlicht, kurz nachdem Ende September eine Übertragung der West End-Musicalversion (mit Musik von Elton John) aus dem Victoria Palace Theatre in mehreren deutschen Kinos zu sehen war. "Ballet? Not for lads, Billy!" Mit dieser in breitem Cockney vorgetragenen Ablehnung will sich der kleine Billy nicht abfinden, den sein Herz schlägt nunmal fürs Tanzen. Der Rest dürfte den meisten bekannt sein, Billy tanzt gegen die Widerstände in seiner Umgebung an und Jamie Bell startete seine Leinwandkarriere. Zwischen die Tracks von The Clash, T-Rex, The Jam, The Style Council oder Eagle-Eye Cherry sind Dialog-Bits aus dem Film eingestreut. Als Bonus auf der Enhanced CD: der Kinotrailer.     



 
  
 Coming Home   
 Music by Qigang Chen *  Sony Classical  
  
 

 In Cannes wurde Zhang Yimous neuer Film päsentiert, ein deutscher Filmstart ist weiterhin nicht in Sicht für die Geschichte eines gebildeten Mannes, der nach einer Zwangsheirat in die USA flieht und dort ein Studium aufnimmt. Jahre später kehrt er nach China zurück, um der Ehe noch eine Chance zu geben, gerät aber in die Wirren der Kulturrevolution und wird  in ein Arbeitslager gesteckt. Der mit dem China Philharmonic Orchestra eingespielte Score des nach Frankreich übergesiedelten Shanghaier Komponisten Qigang Chen untermalt "Coming Home" mit sehr gefühlvollen Klängen. Neun Tracks wurden dabei dem chinesischen Ausnahme-Pianisten Lang Lang auf den Leib geschrieben, der das Hauptthema und die Leitmotive des Films interpretiert. Auch ohne Kenntnis des Film-Melodrams eine hörenswerte Angelegenheit.


Der 7bte Zwerg                                                                  Various Artists - Polydor / Universal

"Hey Zwerge, Hey Zwerge, Hey Zwerge Ho". Den klassischen "Hey Ho"-Disney-Chant für sein Einzugsgebiet passabel eingängig abgewandelt zu haben, kann Otto Waalkes wohl für sich reklamieren. Ansonsten haben  seine Filme „7 Zwerge – Männer allein im Wald“ & „7 Zwerge – Der Wald ist nicht genug“ nicht weniger als 10 Millionen Kinobesucher geschafft. Ende September kam der dritte Teil des kommerziell also wenig zwergenhaften Franchises  in die Kinos:  "Der 7bte Zwerg" - als  Animationsfilm  in 3D , mit den Synchronstimmen aus den ersten beiden Teilen (Waalkes, Boris Aljinovic, Martin Schneider, Ralf Schmitz, Mirco Nontschew, Gustav-Peter Wöhler, Heinz Hoenig u.a.). Nina Hagen ist als  Eishexe Dellamorta mit von der Partie. Das Album alle Lieder aus dem Film sowie die Score-Musik von Daniel Welbat & Stephan Gade.  www.der7btezwerg.de




 
  
 To Kill a Mockingbird
 
 

Composed & Conducted by Elmer Bernstein - él / Cherry Red / Rough Trade        TIPP !   

 
  
 

"A landmark of American cinema history." Nicht zuletzt wegen des vielleicht besten Elmer Bernstein-Scores überhaupt (und der Mann hat u.a. "Die Glorreichen Sieben" vertont, remember?). Auch ohne Kenntnis der Verfilmung des Pulitzer Preis-gekrönten Buches von Harper Lee, des filmischen Meilensteins von 1962 mit Gregory Peck als aufrechter Anwalt Atticus Finch vermag das Hauptthema Zuhörer zu Tränen rühren. Ein feines Stück Americana, für das Bernstein immerhin der Golden Globe verliehen wurde. Im Booklet u.a. der Text zu Finchs 9-minütigem Schlußplädoyer. Für diesen Cherry Red-Rerelease wird "To Kill A Mockingbird" plausibel kombiniert mit "Blues And Brass", Bernsteins erstem Jazz-Album ohne Filmbezug, das 1956 auf seinen bahnbrechenden Score für "The Man With The Golden Arm" folgte und jahrzehntelang nicht erhältlich war.             www.elrecords.co.uk


Godzilla                                                                    Filmmusic Compilation - Music by Akira Ikufube - India Harkit  / RT

 Zum 60. Godzilla-Jubiläum erscheint nicht nur eine grün colorierte LP auf Death Waltz, auch bei Harkit erinnert man sich der verseuchten Dino-Bestie aus dem Ozean, für die das aktuelle, in Sachen Atomkraft offenbar unbelehrbare Japan reif wie nie zu sein scheint.  28 Filme folgten beiderseits des Pazifik, zuletzt Gareth Edwards´Versuch, wieder in mancher Hinsicht an den  Urklassiker anzuschließen. Die Faszination des 54er Originals  von Regisseur Inoshiro Honda bleibt dabei weiterhin der Maßstab, was auch mit der wuchtigen Musik von Komponist Akira Ikufube zu tun hat. Der Godzilla-Main Title-March (Tracks 2, 23-26) nimmt es auch nach 60 Jahren spielend mit den in  Hollywood nachgebauten Scores gemeinsam auf. 3-seitige Liner Notes im Booklet  zur Entstehungsgeschichte des Filmklassikers ergänzen den Jubiläums-Release.






 
  
 Troxy Music - The Reg Guest Syndicate  
 
 Various Artists - Cherry Red  * India - Harkit / beide: Rough Trade          TIPP !
 
  
 
Verdienstvolle Zusammenstellung mit `hard-to-find-stuff`aus dem Hause Cherry Red. Mit "Troxy Music - Fifties And Sixties Film Themes" vereinen die Kompilatoren Bob Stanley & Martin Green hier 22 ebensolcher Tracks aus britischen und amerikanischen Fimen der 1950er und -60er. Neben Unbekanntem sind auch einige Vertraute Namen dabei: Ray Anthony, Henry Mancini, Dean Martin, Louis Armstrong, The Shadows, John Barry und am Ende sogar Hardy Krüger. Das exquisite Packaging lehnt sich an die stilbildende modernistische Architektur der Periode an, die auch einige Kinopaläste hervorbrachte, deren Faszination Stanley auch in seinen Liner Notes beschreibt. Allein eine ausführlichere Tracklist mit discographischen Angaben & Jahreszahlen hätte man sich hier gewünscht.  www.cherryred.co.ok

Der Name wiird nur Wenigen bekannt vorlommen. Orchesterleiter Reg Guest aus Birmingham gewann Ende der 50 er schnell an Reputation als Arrangeur & Pianist. Bald  arbeitete er für Künstler wie Billy Fury, The Walker Brothers, Dusty Springfield und Little Richard. Dennoch ging er Mitte der 60er Jahre nach Paris, um dort mit Stars Johnny Hallyday, Sylvie Vartan, Claude François, Richard Anthony oder Eddie Mitchell zu arbeiten. Guest experimentierte ähnlich wie Pil Spector in den Staatem mit Steroeffekten, Kanaltrennung und Hall, auch scheute er nicht den Einsatz unothodoxer Instrumente. Das vorliegende Album "Underworld" entstand bereits 1964 und sollte mit seinem Agententhema viele Nachahmer finden.  




 
 

 
 Ennio Morricone Collected  / Quincy Jones - The Italian Job  / The Blues Brothers                                                                                             VINYL-TIPPs
 

Various Artists - Music on Vinyl / Cargo * Paramount / EMI / Universal * Music on Vinyl / Cargo

1- Ungeachtet einiger Clearance-Probleme präsentiert die niederländische Universal auf dieser als CD und Doppel-LP erhältlichen Compilation 34 Filmmusik-Tracks aus der Feder des Maestros - eine sehr bunte Mischung verschiedener Film-Genres, in sehr unterschiedlich gemasterten Versionen. Immerhin Originale. Meist die üblichen Verdächtigen. Ausnahmen: ein Stück aus dem raren Soundtrack zum Bud Spencer-Vehikel "Buddy Goes West" und der von Elsa Toffoli mit Inbrunst gesungene Track für Taratino´s "Django Unchained".                2- Quincy Jones produzierte ab 1963 vermehrt für Film und Fernsehen. So auch für "The Italien Job" von 1969, mit Michael Caine als Ganove Charlie Croker und Noel Coward. Jones übernahm quasi als Musik-Feuerwehr, die Produzenten suchten jemand, der mit vielseitiger Score-Musik die passenden Verbindungen zwischen Teilen des Films herstellen konnte. Ebenfalls auf der wiederveröffentlichten LP: die Songs von Matt Monro und dem Adhoc-Ensemble "The Italian Job".                                                                                                                           3- "Es sind 106 Meilen bis Chicago..." Wer 1980 tatsächlich irgendwie an den Blues Brothers und ihren Sonnenbrillen vorbeikam, kann  nun gut 30 Jahre später die Lücke im Plattenregal mit einer neuwertigen 180g- Langrille auffüllen. Der Soundtrack war unverzichtbarer Bestandteil des von einem "Saturday Night Live"- Gag angestoßenen John Landis-Films mit John Belushi & Dan Aykroyd, vor allem wegen der Versionen von "Everybody Needs Somebody To Love", "Rawhide" oder "Minnie The Moocher". Und überhaupt "...es ist Nacht und wir tragen Sonnenbrillen."

 
  
 


 
   * soundtrack   crossover   *   pop/rock   *   catalog   *   jazz *   electro   *   world   Previous Issue: 8/9 - 2014         © cinesoundz 2014      * film   *  comic   *  book 

 
 
 
 
Medientage München 2014

Cinesoundz-Nachlese:             28. Medientage München 2014
 








 
                                                                                                                      fotos © cinesoundz 2014


 

Kein Spaziergang... Wege zur digitalen Selbstverständlichkeit"                                       Unter diesem Motto diskutierten über 400 Referenten in 90 Einzelpanels während der diesjährigen Medientage München. Mehr als 6.000 Teilnehmer aus dem In- und Ausland besuchten vom 22.-24. Oktober Europas größten Medienkongress. Die ewig-gestrige Diskussion „Online versus Print“ trat dieses Jahr endlich in den Hintergrund, stattdessen wurde ernsthaft nach funktionsfähigen Geschäftsmodellen gesucht, die beide Publikationswege vernünftig nutzen. Die entsprechenden technischen Möglichkeiten waren ein Schwerpunkt-Thema.

Algorithmus schlägt Redaktion?
Wobei sich über die Gewichtung der Technik trefflich disputieren ließ – zum Beispiel auf dem „Publishing-Gipfel“. Stefan Zilch provozierte die Runde mit seiner These: „Der Algorithmus schlägt die Redaktion. Inhalte gibt es überall, es ist das Produkt wofür die Leute zahlen.“ Der Geschäftsführer des Musik-Streamingdienstes spotify Deutschland bezog sich damit auf (s)eine technisch ausgereifte Plattform, welche die digitalen Möglichkeiten inkl. Auswertung des Userverhaltens per Algorithmus zu nutzen weiß. Interessiert an einer Verlagsplattform nach dem Vorbild von spotify zeigte sich Laurence Mehl, Geschäftsführer Neue Osnabrücker Zeitung: „Wir haben zwar das endgültige Geschäftsmodell noch nicht gefunden, aber es gibt bei uns nichts mehr, was wir völlig kostenlos abgeben.“ Zilch erwiderte, dass ein solches Modell nur funktionieren könne, wenn es nicht von den wenig-programmieraffinen Verlagen selbst komme. Sonst wäre es doch nicht so, „dass Google und Facebook immer noch mehr über die Spiegel-Leser wissen, als der Spiegel selbst.“ Woraufhin sich die Chefredakteurin der Frankfurter Rundschau Bascha Mika energisch gegen „den digitalen Imperialismus“ verwahrte. Viel wichtiger sei doch, dass jede Zeitung eine gewachsene Beziehung zu ihren Abonnenten und inhaltlich "ihren eigenen Sound" habe. Prof. Dr. Martin Balle ödete die Technik-Diskussion an: „Das Leben beginnt doch dort, wo es sich dem Messbaren entzieht.“ Der Verleger des Straubinger Tagblattes, der erst kürzlich die Münchner Abendzeitung (AZ) übernommen hatte, wollte sich im Anschluss an das Panel erstmal einen Whiskey gönnen. Was die Diskutanten nicht bemerkten: sie verglichen Äpfeln mit Birnen.
Musikvermarktung unterliegt anderen Zyklen als journalistische Themen.

`First Man´-Kameramann Felix Meinhardt                                                         fotos © cinesoundz 2014

Roboter oder Redakteur?
Noch radikaler wurde die Frage nach Algorithmen auf dem Panel „Zur Zukunft des Journalismus“ gestellt. Nachrichten, die von Robotern erstellt worden sind – eine Schreckensvision? Für die Panelteilnehmer überraschenderweise nicht. Christoph Dernbach, Leiter der dpa-Redaktion Netzwelt & Geschäftsführer von dpa-infocom, sieht in Robotern ein Hilfswerkzeug. Als Beispiel aus dem eigenen Haus nannte er das maschinelle Erstellen der Sportgrafiken an Bundesliga-Spieltagen. Algorithmen böten bei der Auswertung von unterschiedlichsten Datenbeständen eine große Chance. „Dank Robotern haben Journalisten dann mehr Zeit für kreative Prozesse“, ergänzte Sebastian Matthes, Chefredakteur der HuffPo Deutschland. Dass dieses Mehr an Zeit von Verlegerseite häufig zum Schrumpfen der Redaktion genutzt wird, wurde leider nicht angesprochen. Joachim Knuth, NDR-Programmdirektor Hörfunk, schränkte ein: „Maschinen können für den Journalismus zwar eine Ergänzung sein, wir dürfen es mit der Vermaschinisierung unseres Berufes aber nicht zu weit treiben.“ „Eine Einordnung der Ergebnisse durch Journalisten ist immer noch nötig“, fand auch Dernbach. Unternehmer Dr. Dirk Ippen, der u. a. den Münchner Zeitungsverlag besitzt, kommentierte nüchtern: „Ein Journalist muss neugierig und kreativ sein. Das können Roboter nicht leisten.“ Auch in Zukunft werde sich die Automatisierung in Grenzen halten - da waren sich die Panel-Teilnehmer einig.

Zukunftstechnologie wird Massenware
Einen Blick auf den Lifestyle in naher Zukunft bot der dritte und finale Kongresstag mit der neu eingeführten Schiene „Technik und Innovation“. So wurden u. a. die – heute schon realisierbaren – Möglichkeiten des 3D-Drucks vorgestellt, vom Kleid aus dem Drucker bis hin zum Haus aus einem Guss, ebenso wie die Vorteile mobiler Steuerung der Technik im vernetzten Haus über Smartphone-Apps - von unterwegs und zu jeder Zeit. Fazit: Angesichts 24 Milliarden vernetzter Geräte weltweit und 48% „always online“-Konsumenten wird es für die Branche allerhöchste Zeit, sich zukunftsfähige digitale Geschäftsmodelle zu überlegen. Der Weg war ein langer - aber die Medien-Entscheider haben die digitale Welt als Selbstverständlichkeit akzeptiert.

Die 29. MEDIENTAGE MÜNCHEN finden vom 21. bis 23. Oktober 2015 statt.    text & fotos  ©  gb / sr

                                                                                                                  fotos © cinesoundz 2014










 
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