reviews 4-09 jazz

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     China Moses & Raphael Lemonnier - This One´s For Dinah
    Blue Note / EMI
     
     
     
    China Moses ist Sängerin, Entertainerin, Songwriterin, Produzentin. Und ihre Mutter heisst Dee Dee Bridgewater. (Der Vater Gilbert Moses war erfolgreicher Film- und Fernsehregisseur, u.a. bei „Roots“). Die ehemalige MTV-Moderatorin präsentiert mit "This One’s For Dinah" ihr viertes Jazz- & Rhythm&Blues-Album, eine Hommage an den Vokaljazz der Washington aus den 40er und 50er Jahren. Natürlich dürfen da Klassiker wie „Teach Me Tonight“, „Cry Me A River“ oder „What A Difference A Day Makes“, der vielleicht bekannteste Titel der tragisch an einer Überdosis verstorbenen "Queen of the Blues" nicht fehlen. Nur "Unforgettable" sollte es offenbar nicht werden, dazu fehlt ein Schuss Modernität. Bassist Fabien Marcoz, Drummer Jean-Pierre Derouard und Pianist, Arrangeur & Produzent Raphael Lemonnier bilden die verlässlich und originalgetreu musizierende Backing Band. www.myspace.com/chinamoses  

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    Ida Sand - True Love
    ACT / Edel

    Ida Sands Debüt stiess auf überwiegend positive Resonanz, über gelegentliche Schwächen im Vortrag, die sich live, aber irritierenderweise sogar auf Platte offenbaren, wurde da offenbar gnädig hinweggesehen. So betrachtet tut sich die Schwedin auch mit dem Opener für ihr neues Album, Americas "Ventura Highway" keinen Gefallen und auch sonst sind die meisten Cover diesmal eine Nummern zu groß ( Neil Youngs "Heart of Gold") oder langweilen schlicht (Bob Marleys "Redemption Song"). Solide begleitet von Ehemann Ola Gustafsson (g, pedal-steel-g) und weiteren Könnern wie Peter Forss (b), Peter Asplund (tp) und Magnus Lindgren (fl, bcl), wurde hier offensichtlich auf Gefälligkeit gesetzt. Dabei gibt es durchaus gelungene Eigenkompositionen wie "As Long As You Love Me" oder "Devil´s Game". Den Mai über live unterwegs in Deutschland. www.myspace.com/idasand

     





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     Susi Hyldgaard - It´s Love We Need
     
     Yellowbird / Enja / Edel TIP & LIVE TIP !

     
     
    Die kosmopolitische Dänin auf die Frage, warum es für das aktuelle Album "It's Love We Need" gleich eine Big Band sein musste. "Die Zeit war reif für mehr Raum, mehr Klangfarben und sehr weit gespreizte Flügel." Nach einem einminütigen Hyldgaard-Solo-Intro, kündet "Legz On Up" denn auch gleich von der erfrischenden Eigenwilligkeit der Dame, für die Vergleiche von Joni Mitchell bis Tori Amos bemüht werden - und den superben Arrangements von Roy Nathanson und Bill Ware (die auch kräftig mitspielen). Solistische Highlights (u.a. von Reiner Winterschladen), aber vor allem die Bandbreite der Eigenkompositionen und Hyldgaards Vortrag beeindrucken hier über die gesamte Länge des Albums. Susi Hyldgaard mit der NDR Bigband - ganz sicher ein veritables Ereignis, das sich derzeit auch live verfolgen lässt:
    Im April auf Tour im deutschsprachigen Raum, u.a. auf der Jazzahead ! www.myspace.com/susihyldgaard
     

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     Wynton Marsalis - He & She
     
     Blue Note / EMI
     
     

    Eigene Lyrik? Wynton Marsalis rezitiert? In der Tat: auf dem neuen Konzept-Album "He And She" kommt uns der berühmte Trompeter mit Programm und als Spoken Word Artist. Er liest konzentriert starke Passagen aus einem selbst verfassten Gedicht zum Thema, die die Musik ebenfalls in thematische Kapitel einteilen. Marsalis und sein Quintett mit Walter Blanding (Saxofon), Dan Nimmer (Klavier), Carlos Henriques (Bass) und Ali Jackson (Schlagzeug) absolvieren natürlich auch den musikalischen Part und seinen hohen Bluesanteil swingend und mit Bravour. Besonders bei einem solchen Projekt vermisst man allerdings das vollausgestattete Album linklusive der Lyrics, eine nackte Promocopy ohne Cover & Booklet vermittelt hier einen eher dürftigen Eindruck.
    www.wyntonmarsalis.org/
     

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     Jaques Schwarz-Bart - Abyss  
     Emarcy / Universal
     
     

    Gerade war er auch in Deutschland auf Tour. Der Tenor- und Sopran-Saxofonist Jacques Schwarz-Bart, 1962 auf Guadeloupe geboren, spielte bereits mit Größen wie Roy Hargrove, Bob Moses und Me'shell Ndegeocello und legte 2006 mit "Soné Ka-La" sein erstes, hochgelobtes Album vor. Auf dem aktuellen, seinem verstorbenen Vater gewidmeten Nachfolger "Abyss" wagt er sich nun noch mehr auf exotisches Territorium, wo Modern Urban Jazz mit vertrackten Rhythmen und gelegentlichen karibischen Gwoka-Elementen verknüpft wird. Unterstützt wird Schwarz-Bart dabei von den Percussionisten Olivier Juste und Sonny Troupé, Pianist Milan Milanovic sowie Bassist Reggie Washington.
    www.jazzbrain.com/main.php


    Frederick Köster - Zeichen der Zeit
    Traumton / Indigo

    Dem Kölner Trompeter Frederik Köster geht es in seinen Werken nicht um Beschaulichkeit oder ein bloßes Abarbeiten des bekannten Jazzkanons, auf "Zeichen der Zeit" wird es auch mal eckig und hart. Seine Trompete führt in einer Ensemblemusik voller Brüche, Stil- und Stimmungswechsel. Kösters zweites Studioalbum mit sieben Eigenkompositionen vermischt Jazz mit Alternative-Rock-Spurenelementen, bleibt in Bewegung. Seit 2007 auch Professor für Jazztrompete an der Hochschule für Musik der Fachhochschule Osnabrück, spielte Köster bereits mit internationalen Jazzgrößen wie Phil Woods, Albert Mangelsdorff, Randy Brecker oder Filmmusiklegende Lalo Shifrin, kennt aber auch die Zusammenarbeit mit Pop-Musikern wie Tom Gaebel, Curse oder Jazzkantine.
    www.frederikkoester.de




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     Joachim Kühn & Michael Wollny - Live at Schloss Elmau
     
     ACT / Edel
     
     
     

    Im Rahmen des ACT-Festivals „Jazz And Friendship“ auf Schloss Elmau traf im Herbst letzten Jahres der 1978 geborene Michael Wollny auf die Piano-Legende Joachim Kühn, dessen "Tonwirbel"-Improvisationen Wollny einst noch in seiner Diplomarbeit analysiert hatte - ein Treffen der Generationen. Ein in der Beurteilung aller Anwesenden außergewöhnlich spannender Tasten-Dialog, der glücklicherweise der Nachwelt erhalten blieb: ACT-Labelchef Siegfried Loch hatte gleich das erste gemeinsame Konzert mitschneiden lassen und sich umgehend dazu entschlossen, es zu veröffentlichen. Das innige, nicht konkurrierende Zusammenspiel von Kühn und Wollny kann man beispielhaft an ihrer Interpretation der Wollny-Komposition „Hexentanz“ verfolgen - mal sanft und leise, dann wieder heftig und aufbegehrend .
     

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