reviews 6-09 world

    * soundtrack * filmmusic * pop/rock * catalog * jazz * electro * world * audiobook *

    Tony Allen - Secret Agent FESTIVAL-GEWINNSPIEL AM SEITENENDE !
    World Circuit / Indigo
     

     
    Der allseits hochgelobte Tony Allen gilt seit langem als wohl bester Schlagzeuger Afrikas, der Highlife, Soul & Funk, Jazz und traditionelle nigerianische Trommelkunst jederzeit abrufen kann. An der Seite von Fela Kuti, mit dem er 15 Jahre zusammenspielte, stand er für Afrobeat, Marke "Africa 70" den polyrhythmischen, treibend-funkigen, politisch aufsässigen Stil, der in der Folge weltweit zitiert wurde. Das Album "Secret Agent" ist Allens erste Veröffentlichung, seit er als Gründungsmitglied der "Supergroup" "The Good The Bad And The Queen" neben Damon Albarn, Paul Simenon und Simon Tong für neues Aufsehen gesorgt hatte. Das ggf im Vergleich mit Fela-Zeiten als altersmilde zu bezeichnende Album wurde von Allen selbst produziert und mit seiner erprobten Tourband mit Musikern aus Kamerun, Frankreich und vor allem aus Nigeria aufgenommen. Textlich und politisch bleibt Allen bewegt, seine Nachricht an die nigerianische Politik: "Lagos is a complete mother**** of a place! We have to keep shouting!"


    Daby Touré & Skip McDonald - Call My Name
    Strut / K7! / Alive

    Der in Paris lebende afrikanische Sänger Daby Touré und der legendäre "Little-Axe"-Bluesmann Skip McDonald aus Dayton, Ohio haben sich nach einigen gemeinsamen Festivalauftritten auch im Studio für einen 6-Track-Schnellschuß zusammengetan. "Call My Name" bezeugt die Synergien, die Blues und afrikanischer Musik aus Mali eben so innewohnt. Die Songs stammen sowohl vom Mittdreißiger Touré wie auch vom Veteranen McDonald. Im Ergebnis ein gediegener interkontinentaler Bluescocktail.

    www.realworldrecords.com


    Revolution
    Various Artists - Strut / K7! / Alive

    Ten years after Buena Vista - what´s the next evolution? Kuba schliesst weiter zur Welt auf. Vor kurzem kamen auf der Karibikinsel Top-Produzenten wie Norman Cook (Fatboy Slim), Roisin Murphy oder Rich File (UNKLE) mit kubanischen Musikern und Produzenten zusammen. Guy Sigsworth (Björk, Madonna), Marius De Vries (Bjork, Massive Attack), Cameron McVey und Jan `Stan' (Massive Attack, Portishead) waren ebenfalls mit von der Partie, genau wie die "Expats" der Orishas, die einen eigenen Blick auf die aktuelle Szene mitbrachten. Von den kubanischen Beteiligten wie Hip Hopper Anonimo Consejo, Sängerin Ariday Vega Martin oder dem Vokal-Quartett Sexto Sentido (Cubas "Destiny Child") wird man nach dieser Schützenhilfe vielleicht demnächst noch mehr hören.
    www.therevolution-revolution.com/
     

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    Zap Mama - ReCreation
     
     Heads Up! - In-Akustik
     
     
     
    ReCreation - Die im Kongo geborene und in Belgien lebende Marie Daulne möchte Ihr Projekt Zap Mama wiederbeleben. Neben der bekannten bunten Mischung aus nicht immer ernst gemeinter Vokalakrobatik und Human Beat Box, World Music, Jazz, Pop, Funk, Salsa, Calypso und Soul und mit der Unterstützung von Gästen wie Neo-Soul-Sänger Bilal, Alternativ-HipHopper G.Love oder ihrem langjährigen Freund, den Schauspieler Vincent Cassel ('La Haine', 'Ocean's Twelve' -für eine neue Version von "Paroles, Paroles") sollte das Album zumindest den bisherigen Zap Mama Fans gefallen. Auch wenn Marie Daulne erklärtermaßen insbesondere vom (Mit-)Aufnahmeort Rio de Janeiro besonders inspiriert wurde, springt aber trotz Aufwand der Funke großteils nicht so recht über.
    www.zapmama.de
     

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    Bora Uzer - B 1
     
     Doublemoon / Groove Attack
     
     
     
    Ein türkisches Undercover-Album von The Artist formerly...Ihr wisst schon - Prince?? Weitgefehlt, es ist Bora Uzer, hierzulande, trotz seiner mit Alp Ersönmez und Mert Önal gegründeten, um 2000 herum erfolgreichen Gruppe Kangroove fast unbekannt. Die Band stand unter anderem mit dem ‘Godfather of Soul’, James Brown, auf der Bühne. Nebenher begann Uzer, auch als Solo-Künstler und Studiomusiker zu arbeiten. Er ging nach London und eröffnete dort ein eigenes Studio, in dem er Songs für Pino Palladino, Chris Bailley, Pete Adamz oder Simon Carter (Jamiroquai) aufnahm. Danach arbeitete er mit Osman Kent (Songphonic Records), trat auf Festivals auf und spielte als Opening Act für die Black Eyed Peas, Roy Ayers, Estelle oder die Cardigans. Sein neues Solo-Album mit dem Titel “B1”, featured nicht Prince, aber Jay Collin und Kenan Dogulu und huldigt dem Funk.
    www.myspace.com/borauzer www.borauzer.co

    Hugh Masekela - Phola
    World Connection / Edel

    "Phola" - ein Slangbegriff, der sowohl Chill, Beruhigung als auch Heilung bedeuten kann. Der 70-jährige, weltbekannte Trompeter hat dennoch offenbar noch nicht vor, sich zur Ruhe zu setzten - seine Form des Chillout schliesst unbedingt musikalische Betätigung ein, so dass wir diesen legendären, gerade in Berlin im Haus der Kulturen der Welt geehrten "Elder Satesman" wohl auch bald wieder in Deutschland live sehen werden (bisher ein Juli-Date für Stuttgart - Termine checken unter www.griot.de) - was angesichts der Verdienste Masekelas eine Empfehlung wert ist, auch wenn sein aktuelles Album weniger aufregend ausgefallen ist und ein durchsetzungsfähigerer Produzent als Erik Paliani den Altstar wohl vor der einen oder anderen Schwäche bewahrt hätte.

    www.ritmoartists.com/Hugh/Masekela.htm

     

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    Comfusoes 1 - From Angola To Brasil
     
     Various Artists - Out here - Indigo
     
     
     
    Die Outhere-Compilation "Comfusões 1" präsentiert die Ergebnisse eines Kontinente-übergreifenden Experiments. Der Initiator, Maurício Pacheco, Gründer der Capoeira-Hip-Hop-Band Stereo Maracanã, kontaktierte nach Sichtung der Originalaufnahmen (angolanische Popmusik aus den sogenannten "goldenen" 60er- und 70ern) brasilianische Produzenten wie Mario Caldato jr. (Beastie Boys, Beck), DJ Dolores, Moreno Veloso, oder Kassin & Berna Ceppas. Die balladesken Songs von angolanischen Grössen wie Teta Lando, Artur Nunes oder Bonga erhalten durch diese Frischzellenkur aus dem energetischen, durch gemeinsame koloniale Vergangenheit verbundenen Überseestaat neue Akualität und Bedeutung in einer Phase, in der sich im Land einiges zu ändern beginnt. War Angola noch bis zum Ende des Bürgerkriegs 2002 vom Rest der Welt abgeschnitten, regen sich nun auch musikalisch neue Trends wie Kuduro, die auch international Beachtung finden. Portugues rules...
     

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    Sister Fa - Sarabah
     
     Piranha - Indigo
     
     

    Tales from the flipside of Paradise - Senegals weiblicher Hip-Hop-Hoffnung erzählt jedoch meist mehrsprachig, auf Wolof, Französisch, Mandinka oder Jola von der Kehrseite des Paradieses. Entgegen landläufigen Annahmen ist sie kein Teil von Matthias Arfmanns "Sisters" (Keepers) Projekt wie Onejiru & Co. Sister Fa wuchs in Dakar auf und zog vor zwei Jahren von dort nach Berlin, was man jetzt der basslastigen Produktion ihres Albums anhört. Textlich zeigt sich Sister Fa sozial und politisch engagiert, insbesondere der Kampf gegen die Genitalverstümmelung junger Frauen ist ihr ein Anliegen. Die CD enthält den bereits bekannteren Radiotitel "Selebou Yoon" und zwei Bonusvideos.

    www.myspace.com/sisterfa


    Mamer - Indigo
    Real World - Indigo

    Vor einem Auftritt beim diesjährigen WOMAD-Festival Ende Juli veröffentlicht Real World mit "Eagle" das erste Album des aus Xinxiang, der nordwestlichsten Provinz Chinas stammenden Künstlers Mamer. In dem dortigen Vierländereck zwischen Sibirien (also Russland), Mongolei, China und Kasachstan spielt Han-chinesische Kultur kaum eine Rolle. Mamer, der zwar in Beijing lebt, singt daher wie die hierzulande unbekannten Formation Urker, Roksonaki oder Ulytau und Musikola auf Kasachisch, also in der Sprache der Monderheit, der er angehört. Das kasachische Nationalinstrument "Dombra", die 2-saitige Langhalslaute, steht denn auch im Mittelpunkt der Begleitung, die sonst nur von Chorarrangements, die in die Nähe des Obetongesangs der Mongolei gehen, geprägt ist. Den Abschluss des Albums bildet ein Remix des unlängst verstorbenen Hector Zazou.


    Soname - Plateau
    World Village - Harmonia Mundi

    Und noch eine weitere Stimme aus der Mitte Asiens. Soname Yangchen ist zunächst auch hierzulande bereits als Autorin bekannt - in "Wolkenkind" schrieb sie die bislang einigermaßen turbulente Geschichte ihres Lebens auf, die die 32-Jährige von Tibet über Indien und Frankreich bis nach England führte. Der politische Kontext und die offene Kritik an den chinesischen Besatzern ihrer Heimat ließ ihre zunächst amateurhaften Gesangsdarbietungen den Weg auf große und größere Benefiz-Bühnen, an die Seite von Elton John oder Björk finden. Das von einer internationalen Crew in London aufgenommene Album stellt die eigentlich unspektakuläre, meist verhallte Stimme der Hauptperson (immerhin stammen alle Stücke von Soname selbst) stets in den Mittelpunkt, in nur gelegentlich etwas zu breit ausgefallener Instrumentierung ("Holy Lake"). Dreisprachige Songtexte im Booklet.
    Ende Juli wird Soname Yungchen mit dem Dalai Lama in Frankfurt erwartet. www.soname.com www.myspace.com/soname an und wurde fürchterlich rot. Tagelang war er danach erblindet."

     


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     Justin Adams & Juldeh Camara - Tell No Lies
     
     Real World - Indigo
     
     

    Juldeh Camara, der Ritti (eine einsaitige, afrikanische Laute) spielende Sänger aus Gambia und der Londoner Gitarrist Justin Adams spielten sich bereits 2007 auf "Soul Science" (u.a. BC World Award 2008) musikalische die Bälle zu. Nach ebenfalls gelungenen gemeinsamen Konzerten reifte die Idee, die Zusammenarbeit weiter zu vertiefen - das Ergebnis liegt nun mit dem zweiten gemeinsamen Album "Tell No Lies" vor. Gambia und Adams Punk-Vita prallen einmal mehr recht energisch aufeinander, u.a. im an Big Audio Dynamite erinnernden "Kele Kele - No Passport No Visa", auch wenn es zwischendruch mal Leerlauf gibt. Perkussionist Salah Dawson Miller (einst ein Mitglied der seligen 3 Mustapha 3) kam für ergänzende rhythmische Unterstützung mit aufs Cover. Mim Suleiman fällt zudem als Background- Sängerin auf.


    Jobarteh Kunda - Aha!
    Aimland - Rough Trade

    Die seit Jahren in München auftretende Band um den weissen Griot Tormenta Jobarteh hat für den Vertireb ihrer dritten CD "Aha!" ein eigenes Label namens Aimland Records gegründet. Weiter wird von dem buntgemischten Clan um den westafrikanischen, von der 21-saitigen Kora geprägten Manding-Kern einen meist aufgekratzten Gute-Laune-Sound mit südamerikanischen Elementen, etwas Hip-Hop, Reggae und Highlife geschichtet. Gastauftritte absolvieren diesmal Kiko Pedrozo an der paraguayanischen Harfe, Jahcoustix oder Roman Bunka an der Oud (beim themenbedingt ernsteren "Djihati Kelo (Holy War)". Den Abschluß der Cd bildet ein Kora-Duett von Tormenta mit seinem Mentor aus Gambia, Basuru Jobarteh.

    Live-Termine & mehr unter: www.jobarteh-kunda.de


    Angelo Branduardi - Senza Spina
    Tre Colori - Edel

    Rechtzeitig zu seiner großen Deutschland-Tour erschien unlängst das neue Album von Angelo Branduardi „Senza Spina“ , dessen "unplugged "-Charakter sich auch für des Italienischen komplett Unkundige über das Cover erschliesst. Branduardi kümmert sich eben um seine immer noch zahlreichen deutschen Fans (als letztes Stück sogar "O Sole Mio") und sei es live mit zuweilen länglichen, meist aber putzigen deutschen Ansprachen zwischen den Stücken. Eine Reduzierung technischer Hilfsmittel, ist nur bei den enthaltenen älteren Live-Aufnahmen auszumachen (es gibt auch neue Tracks). Orchestral-folkloristische Musik mit in großem Gestus erzählter Geschichte und der gelegentlich eingestreuten ruhigen Ballade (sowie einem Wiegenlied - "Ninna Nanna" ist es so oder so auch diesmal geworden. „Il Denaro Dei Nani“ (Das Geld der Zwerge) greift dabei sogar aktuelle Themen der weltweiten Bankenkrise auf. "Gulliver" hört sich zwar verdammt nach diesem gewissen, hierzulande von den Bots popularisierten niederländischen Trinklied an - was solls, seine Fans werden einmal mehr lieben.
     

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    Italia / Salsa / The Caribbean ACHTUNG ! GEWINNSPIEL: wahlweise 3 Künstler vom
     
     Various Artists – Putumayo– Indigo St. Lucia Jazz Festival im Mai ´09 oder 3 Acts vom laufenden Umbria Jazz Festival ´09 per mail an: info AT cinesoundz.com !
     
     

    Jenseits von „O Sole Mio“-Klischees bewegt sich dagegen Putumayo auf seiner aktuellen Rundtour, durch das Land wo die Zitronen...Sie wissen schon. Singer-Songwriter wie Paolos Bruder Giorgio Conte, Gianmaria Testa , Alessandro Pitoni oder der Mailänder Simone Lo Porto ( mit einem bossa-nova-nahen Opener) kommen hier mehrheitlich zum Zuge. Gypsy Swing, Lo-Fi und Folk haben gleichfalls ihren Platz und von Rocco de Rosa gibt es sehr eingängiges, munteres (und zu früh ausgeblendetes) Instrumental. Schließlich noch eine kleiner Retro-Trip zu Italiens Popklassiker "L´Americano" von Quebec-Emigrant Marco Calliari. Nur, warum ist bloß weibliche Beiträge hier so dünn gesäht ? Nicht zu vergessen: ein Teil der Verkaufserlöse geht löblicherweise an EMERGENCY, eine italienische Organisation, die sich weltweit um Zivilopfer von Konflikten weltweit kümmert. CD zu gewinnen !
    Nach dem Erfolg von "Salsa Around The World" mehr vom immergrünen, global beliebten Genres: von den Siebzigern bis in die Jetztzeit geht die Reise mit Grupo Galé, Fruko y Sus Tesos und Juanito y La Agresiva, die die Lebendigkeit der kolumbianischen Szene demonstrieren, dem Orquesta Aragón und Cheo Feliciano. Eine neue Garde von Nuyoricans ist am Start und Ricardo Lemvo koppelt die Salsa schließlich mit kongolesischer Rumba. Ein Teil der Verkaufserlöse aus dieser CD geht hier an die Pan American Health and Education Foundation (PAHEF).
    Wer sich wie wir unlängst, beim St. Lucia Jazz Festival von der Lebendigkeit der karibischen Szene überzeugen konnte, mag sich zu Hause auf der Suche nach Passendem verwundert die Augen reiben, dass neben den allgegenwärtigen Reggae-Veröffentlichungen die Auswahl an anderen Stilen deutlich geringer ist. Auch Putumayos Querschnitt durch die Karibik ist bereits etwas älteren Datums und bietet u.a. Stanley Beckford, Newcomer Mika mit einem Mix aus Calypso, R&B, Reggae und Pop, Militant mit Soca Partystoff oder Jab Jab mit weiterem Tanzmaterial auf. Diesmal profitiert passenderweise Wyclef Jeans Yéle Haiti Charity von einem Teil der Verkäufe. CD zu gewinnen !

     
     

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