Reviews X-Mas 12-11

    * soundtrack * crossover * pop/rock * catalog * jazz * electro * world * x-mas *
     Moreorless Christmas - Volumes 3, 4, 5 , 6 ...and 7 !
     
     Various Artists -- California Sunset Records / wavemusic X-MAS-TIPP!
     
     
     
    Von wegen "Compilations will doch keiner mehr" - Wavemusic aus Hamburg zeigt seit einigen Jahren mit der offenbar richtigen Mischung aus hanseatisch-kaufmännischer Bodenhaftung, Stilsicherheit und kalifornisch-sonniger Begeisterungsfähigkeit, wie´s dem Branchentrend zum Trotz gehen kann - sogar im Hochpreisbereich, denn gute Musik zu verschleudern war immer schon ein Fehler. Das gilt auch zu Weihnachten: die "Moreorless Christmas"-Reihe wird fortgesetzt. Vol. 7 bietet einmal mehr kundig ausgesuchte Tracks, die den Kanon vertretbar smooth swingender Klänge zum Fest bereichern. Marc Broussard lädt zum Kuscheln im Warmen, Phil Wickham gewinnt "Silent Night" in k.d. lang-Manier neue Seiten ab, Dave Barnes oder die Indigo Girls präsentieren weihnachtstaugliche Eigenkomositionen und Kitty Hoff demonstiert schlendernd, wie sich auch ein deutsch gesungener Beitrag in unmittelbarer Nachbarschaft zu Angus Stones zarter Version von Joni Mitchells Klassiker "River" behaupten kann. Und das waren nur die ersten sechs Tracks - quasi die Strecke bis zum Nikolaus. Der Rest hält das Level der beliebten Vorgänger. Auch verpackungstechnisch eher mehr als weniger Weihnachten also. www.wavemusic.de

    Noel ! Noel !! Noel !!!
    Barclay - Universal

    Hier wurde vielleicht der größte Aufwand aller Weihnachtsalben der laufenden Saison betrieben. Dieses All-Star-Weihnachtsalbum made in France (& New York) bietet nicht nur von Maître Michel Legrand (Thomas Crown Affair etc) arrangierte und dirigierte Weihnachtsklassiker im Big Band-Gewand, sondern eine aufsehenerregende, eigenwillig zusammengestellte Riege von Stars am Mikro: etwa Jamie Cullum, Rufus Wainwright, Emilie Simon, Carla Bruni, Iggy Pop. So sehr wie man hier auf die Abdeckung sowohl des englischen als auch des französischen Sprachraums bedacht war, dürfte das Album wie für Kanada gemacht sein. Cullum oder Wainwright machen ihre Sache ordentlich, die New Yorker Orchestermusiker spielen Legrands Arrangement auf den Punkt, wenn auch die Mischung den Bläserbereich zuweilen etwas schrill klingen lässt. Pop den "Little Drummer Boy" zu überlassen ist ein gelungener Schachzug, aber wenn der arme Iggy mit einem aus der auch solo enttäuschenden Madeleine Peyroux, Simon, Bruni und Wainwright bestehenden Harem auf französisch singen soll, wird es eher unfreiwillig komisch. Simon müht sich spitz mit "Santa Baby" ab, hier wäre eher Ayo gefragt gewesen, die mit "Santa Claus Is Coming To Town" unterfordert ist. Auch wenn Legrand und Imelda May am Ende mit "Silent Night" noch einmal alles geben, muss auch das unnötigerweise mehrsprachig sein. Am ernüchternsten aber ist die grafische Gestaltung dieser vorschnell zum "Weihnachtsalbum des Jahres" ausgerufenen Platte ausgefallen.


    John Zorn - A Dreamer´s Christmas
    Tzadik / Sunny Moon

    Wir üben uns weiter in Geduld. Der 1. Advent ist durch und noch immer keine "Dreamer´s Christmas" in Sicht...Das schon als "Überraschung des Jahres" gehandelte Weihnachtsalbum von John Zorn mit sieben seiner Lieblings-standards und zwei neuen Kompositionen zum Thema kommt auf den ersten Blick recht konventionell daher. Auf den zweiten Blick und Hördurchgang finden sich dann doch noch einige spannende Soli, exotische Farben und charmante Lyrikpassagen. Als überraschendes Schmankerl zündet Gastsänger Mike Patton eine Bonuskerze und röstet die bekannten Kastanien über dem offenem Feuer. Google-Übersetzer meint dazu: "dass ein sofortiger Klassiker und ein wesentlicher CD für jedes zeitgenössische Weihnachtsfeier." Um die limitierte Picture-LP dürfte eine hübsche Balgerei einsetzen. www.tzadik.com
     
































     
     
     Santa´s Funk & Soul Christmas Party / Rockin´ N´Rollin´ With Santa Claus
     
     Various Artists - Tramp / Indigo * Fantastic Voyage / Groove Attack CD-Verlosung !
     
     
     

    Upper Bavarias Soulisten von Tramp-Records mit dem Ergbnis verdienstvoller Stöberei nach noch nicht zu Tode gespielten labelkompatiblen Christmas-Goodies, von “funky” bis “groovy”. Mit dem Anspruch, zudem auch eine “only killer-no-filler” Compilation zum Fest abzuliefern, war es den Initiatoren Jan Kohlmeyer und Tobias Kirmayer ein Anliegen, hier nur unverbrauchte, möglichst nirgends sonst verkoppelte Rare Groove-Weihnachtssongs zu präsentieren. Da zwei Major-Labels leider dafür ihre Titel nicht freigeben wollten, sind auf der hübsch aufgemachten "Santa's Funk & Soul Christmas Party" nun allein Künstler munter in der James Brown-Spur unterwegs, deren Namen nur Insidern etwas sagen werden. Am 16.12. in der Münchner Glockenbachwerkstatt die weihnachtlich angehauchte Tanzveranstaltung zur Cd! Unser Dezember-Livetipp: Santa´s Funk & Soul Christmas Party! Wer dort unter den ersten Gästen ist, nimmt an einer Verlosung der Cd teil. Und die Promo-CD gibt es auch hier zu gewinnen. Schnell 3 weihnachtliche Soul- & Funk-Titel an: info AT cinesoundz.de ...

    Von BBC-Radiomoderator Mark Lamarr war bereits seine "Rhythm & Blues Christmas"-Auswahl aufgefallen. "Rockin´ N´ Rollin´ with Santa Claus" macht stilitisch genau dort weiter - und legt nach: mit bisher nur in kaum erhörten Kleinstauflagen erhältlichem Doo Wop, Rock'n'Roll und einem Schuß nostalgisch-obskurem Pop. Lamarr präsentiert die Ergebnisse seines erklärtermaßen lebenslangen Stöberns nach "chrismas diskery". Neben bekannten, öfters leicht angeschrägten Weihnachts-Weisen mit R´n´R-Touch wird u.a. auch gegeben: "Christmas In Jail", "Northpole Rock" oder "Boogie Woogie Santa Claus" und Joan Shaw verkündet energisch "I Want A Man For Christmas" Mit von der Partie u.a. Detroit Junior, Little Joey Farr, Three Aces & A Joker, The Cameos, The Youngsters, Jimmy Butler, Joan Shaw, Big Bud, The Hepsters, Sandy Baron, sowie Tommy Lee & The Orbits - und als Rausschmeißer kein Geringerer als Elvis Presley! Eine launige Yuletide-Radioshow, wie sie auch hierzulande ab und zu nicht schaden könnte. soundbite

     





     
     She & Him - A Very She & Him Christmas / About Christmas Songs (Vol.4)
     
     Various Artists - Domino / GoodToGo * Devilduck / Indigo TIPP & LIVE-TIPP!
     
     

    Wer nur ein wenig für den verhangenen Blick von Actrice Zooey Deschanel (She) übrig hat, wird auch ihrer musikalischen Partnerschaft mit M. Ward (Him) stets wohlwollend sein Ohr leihen. Zumal auch auf "A Very She & Him Christmas" eine ansprechende Kollektion weihnachtlicher Melodien geboten wird. Zooey & Ward beschränken sich für das erste Weihnachtsalbum, das auf Domino je veröffentlicht wurde, auf die Interpretation von bewährten X-Mas-Klassikern der Carpenters, der Beach Boys oder von Elvis Presley. Man bemüht sich, den SongsRaum zu geben, auch wenn das Duo zur meist akustischen Gitarre wenig mehr als Zooeys Stimme aufzubieten hat. Mit "Baby It's Cold Outside", "I'll Be Home For Christmas" oder "Rockin' Around The Christmas Tree" alles ein bißchen auf Nummer Sicher. Was ja um diese Jahreszeit ja auch mal ganz schön sein kann.

    An Volume 3 (von 2008) der den Song in den Mittelpunkt stellenden DevilDuck-Labelcompilations können sich möglicherweise gar nicht mehr alle erinnern, die auf diesen nun das Fest der Feste aufgreifenden Sampler aufmerksam werden. Das Hamburger Label um Szene-DJ Jörg Tresp bietet mit dem Opener von Talking To Turtles einen gelungenen Einstieg und versammelt in der Folge bekannte Indie-Namen wie Low (mit dem einzigen Traditional, "Silent Night"), Friska Viljor oder Sufjan Stevens. Gelegenheit für individuelle Entdeckungen ist in der beschaulich musizierenden Runde ebenso reichlich. Auch wenn für unseren Geschmack schon ein paar Füller Einzug gehalten haben, eine Indiezusammenstellung zum Thema war mehr als fällig. www.aboutsongs.de www.devilduckrecords.de Play Tracks 1,2,4,7,11 Live auf Weihnachtstour: Talking To Turtles, Mr. Kleinhenz & Sir Simon. In München am 12.12. - im Cord, Sonnenstr.
     





     
     
     Carole King - A Christmas Carole / Celtic Woman - Celtic Christmas
     
     Concord / Universal * Manhattan / EMI  
     
     
    X-MAS-TIPP!
    Bei einem so schönen Wortspiel wie es Carole Kings Name ermöglicht, ist es schon erstaunlich, dass dies tatsächlich das erste Weihnachtsalbum der berühmten Songschreiberin ist. Produziert von ihrer Tochter Louise Goffin findet sich unter den 12 Songsdes Albums für fast jeden etwas. King beschränkt sich nicht auf die Wiedergabe bekannter Klassiker (die, die sie hernimmt, sind ihr ausnahmslos gelungen), sondern streut immer auch wieder eigene neue Tracks ein, von denen Goffin drei mitkomponiert hat. Auf dem Latin-inspirierten "Christmas in Paradise," tut King sich zudem mit den Grammy-Gewinners George Noriega und Jodi Marr zusammen und beim abschliessenden "New Year's Day," war Guy Chambers mit im Boot. Nur das Cover ist ein bißchen bieder geraten.
    Das irische Frauenensemble ist mit seinem eingängigen Soundmix aus keltischer Folklore, New Age und Ohrwurm-Pop Stammgast in den Alben-Verkaufscharts. Bislang stehen sechs Millionen CDs und DVDs weltweit, neun US-Tourneen und ähnliches zu Buche. Das neue (zweite) Weihnachtsalbum der Damen dürfte die Bilanz weiter verbessern, da die auf keltischen Maidengesang-Nachschub geeichte Fangemeinde zum Fest nur umso bereitwilliger zuschlägt. In die vorliegende Festtagstour für die ganze Familie wird schon auch mal "Artfremdes" unter den Baum gelegt - fällt ja kaum auf, solange ein Engel im Titel des Stücks vorlkommt- sowie ein Disney-Song ("Stay awake") ohne ursprünglichen Bezug - oder auch zwei ("When You Wish Upon A Star") oder drei ("Baby Mine). Bevor diese Cd exklusiv in Disneyland verkauft wird,gibt es zum Abschluß noh zwei Liveaufnahmen ("Harry´s Game" & "Ave Maria") aus dem ´Helix´ in Dublin.
     


     
     
     Justin Bieber - Under The Mistletoe
     
     Island / Universal
     
     
     

    Teenager aufgepasst. Der Posterboy mit traditionellen Weihnachtssongs im chartskompatiblen Gewand und einigen neuen X-Mas-Tracks, die zum größten Teil sogar vom kleinen Justin mitgeschrieben wurden. Bei den Aufnahmen wurde mit Gaststar-Apearances nicht gekleckert (dafür bei den billigen Arrangements): Usher singt einen rhythmusbox-geschädigten "Christmas Song" (ihr wisst schon, den mit den Chestnuts) mit JB im Duett, Mariah Carey, Boyz ll Men und Busta kommen später auch noch zum Zuge, um die dünne R&B-Produktion etwas aufzumöbeln. Das Millionenphänomen Bieber in Zahlen: Mehr als 10 Mios verkaufte Alben, 13 Mios Twitter `follower´, 36 Mios Facebook `Freunde´ und 2.2 Milliarden `views´ auf You Tube. Und hier der Link zur BRAVO, liebe Kinder.

    Glee - The Christmas Album Sony

    Columbia Der aus den USA herüberschwappende Glee-Wahnsinn macht natürlich in der Shopping-Hochsaison erst recht keine Pause. Gerade ist der 3D-Film aus den Kinos verschwunden, da übernehmen weitere Tonträger (die nun auch in Deutschland veröffentlichten ´regulären´ Folgen 4 & 5 werden beim nächsten Mal noch gewürdigt. Das erfolgsverwöhnte Millionen Cast macht seine Sache auch beim Weihnachts-Thema recht ordentlich. Die Arrangements sitzen, die Chöre und Solo-Vocals changieren gekonnt, die Songauswahl von "Baby It´s Cold Outside" bis "Last Christmas" vergrätzt niemanden und für den gewagtesten Track, einen Spoken Word-Ausflug in Dr. Seuss´ Mr. Grinch-Paralleluniversum gibt sich Gaststar k.d.lang die Ehre. Jetzt bereits ein sicherer Millionenseller, der nicht nur dieses Jahr unterm Baum landen wird.

     




     
     
     

    SpongeBob-Bob Musik Das Winter-Album 2011 - The Christmas Album / Rock Christmas - The Very Best Of 2011 Edition Various Artists - Sony / Universal

     
     

    Sponge Bobs "Gelbes Album" in einer weihnachtlich angehauchten Fassung, das hat ja noch gefehlt im Sack. Nicht ganz so schön aufgemacht wie die letzte Weihnachtsgabe des porösen Wischerphänomens (jawohl, es gab schon 2009 ein bobbiges Album zum Fest, man beachte vor allem das grandiose "Weihnachten unter Wasser"-Video) aber mt Mütze auf dem Cover, zwei neuen Songs zur schriilen Nacht und einem X-Mas-Schuber mit 10 Ministickern wird man den Schwammkopf-Fans schon ausreichend den Mund wässern, wenn sie sich nicht eh schon von der erstmalig erhältlichen Darbietung "Taube Nüsschen" aus dem Sponge Bob-Kinofilm angesprochen fühlten.

    Willkommen im Gemischtwarenladen - Abteilung Allejahrewieder. Rock Christmas - The Very Best Of ist erklärtermaßen seit über einem Jahrzehnt die erfolgreichste Weihnachts-CD Deutschlands. Und warum? Am Cover mit dem surfenden Santa kann es kaum liegen. Eher an den versammelten großen Mainstreamnamen a la Queen, Wham!, Elton John und Paul McCartney & All Time Faves wie Bing Crosby Eine Handvoll neuer Songs , u.a. von Melanie Thornton, Colbie Caillat, Kate Winslet (?? Moment mal, da sind wir gespannt...), Sarah Connor (da weniger), Justin Bieber oder der neuen Christmas Single von Bryan Adams...Apropos - weitere neue Weihnachtsprodukte, die eher gemischte Gefühle erwecken, sind die klischeegespickte Little River Band Christmas, heterogene Kopplungen wie Hits for Christmas, Wonderful Christmas oder die mit Wolfgang Völz, Nina & Cosma Shiva Hagen als Sprechern aufwartende, aber dürftig animierte Trickfilm-DVD "Rudolph Mit Der Roten Nase".

     



     
     
     Dave Koz - Ultimate Christmas / Michael Bublé - Christmas
     
     EMI * Warner
     
     
     
    Seeehr konventionelles Smooth-Sax-Weihnachtsalbum, bereits Numero Zwo für den smarten Mr. Koz, der sich auf dem Cover rotbeschalt an sein Saxophon schmiegt. Nun gilt jenes zwar als Holzblasinstrument, dürfte mit seinem blechernen Korpus bei Minusgraden aber ebensowenig Wärme spenden wie es die hier versammelten überraschungsarmen Interpretationen hinlänglich bekannter Weihnachts-Standards tun. Etwas anderes als diese `17 yuletide classics´ wie "Winter Wonderland," "Deck The Halls" oder die Gesangsnummern "White Christmas" (feat. Kelly Sweet) & "Please Come Home For Christmas" (feat.Kimberly Locke) hat aber wohl auch niemand von Mr. `Play it safe´ Koz erwartet.

    Das hätten seine weiblichen Fans natürlich gern, wenn sich Mr. Bublé mit einem kleinen Präsent vor ihrer Tür im Schneegestöber rumdrücken würde. Mit "Christmas" erscheint jetzt das von seiner Plattenfirma heiß ersehnte 5. Studioalbum des zum Megastar ausgerufenen Herrn ohne Eigenschaften: 16 Weihnachtshits im typischen Bubleh-Style, "die die Winterzeit zu einem musikalischen Highlight werden lassen". Ah..., ja, "Dass für Buble Weihnachten etwas ganz Besonderes ist, zeigt sich im perfekt zusammengestellten Tracklisting´": "White Christmas" (im Duett mit Shania Twain), "Jingle Bells" (mit den damit auch in diesem Jahr weihnachtlich aktiven Puppini Sisters), "Santa Claus Is Coming To Town" und "Winter Wonderland". Ganz besonders wie gesagt, sogar "Feliz Navidad" wird für doe Latino-Klientel rausgekramt. Mit "Cold December Night" gibts immerhin eine eigene Komposition auf dem in ganz unbescheidener Eigen- Einschätzung des Künstlers "ultimativen Weihnachts-Album", mit dem Bublé gar seine und andere Kids aufwachsen sehen möchte. Als ob wir nicht schon genug Sorgen hätten...

     



     
     
     The Christmas Experience / Holiday Classics / Best Carols 100
     
     Various Artists - Warner Classics & Jazz / Naxos / EMI
     
     
     1 - In einer Ansammlung großer Klassik-Namen wie José Carreras, Plácido Domingo, Thomas Hampson, Kiri Te Kanawa, Dawn Upshaw, Chanticleer, Monteverdi Choir, BBC Philharmonic oder Bolshoi Symphony Orchestra gibt es auf dieser von den Glocken der Dresdner eingeläuteten (und beschlossenen) "Experience"-Tour dennoch überrachende Entdeckungen zu machen, wie etwa wenn Domingo & Carreras mit Natalie Cole "What Child Is This" in einem Arrangement des bisher nicht gerade für seine weihnachtliche Kompetenz bekannten Spannungsmeisters Lalo Schifrin zu Gehör bringen oder Holsts "In The Bleak Midwinter" in der mehrstimmigen Version von Chanticleer erklingt. Die Verpackung hätte allerdings einfallsreicher ausfallen können.
    2 - Seattle Symphony´s erstes Weihnachtsalbum, nach 125 Aufnahmen, 12 Grammy-Nominierungen und zwei Emmy-Awards. Unter der Leitung des langjährigen (im letzten Jahr in den ehrenvollen Ruhestand eines `Conductor Laureate´ entlassenen) Music Directors Gerard Schwarz wurden neben Schwarz selbst noch zwei weitere Komponisten gebeten, spezielle Arrangements gern an den Feiertagen gespielter Stücke für das Orchester zu erarbeiten: der `hauseigene´ Tonsetzer Samuel Jones sowie der ambitionierte Seattle Symphony Solo-Oboist Ben Hausmann. Deren Arrangements funktionieren ohne große Überraschungen. Wenn Schwarz auf eine zarte "Greensleeves"-Variation setzt, ist das schon die bemerkenswerteste Abweichung von bekannten Aufnahmen. Die in der Heimstatt des Orchesters, der Benaroya Hall aufgenommenen Stücke, darunter allein vier aus Tchaikovskys unverwüstlicher "Nußknacker-Suite", hinterlassen dennoch einen soliden Eindruck, wie auch das schlichte, aber geschmackvolle Retro-Design der CD.
    3 - Viel Choral, bzw. Carol fürs Geld: Tatsächlich genau einhundert weihnachtliche Chorwerke auf sechs Cds werden hier geboten, noch dazu von internationalen Größen wie dem traditionsreichen Choir of King's College aus Cambridge oder dem renommierten Alte-Musik-Ensemble Taverner Choir & Players. Ein Schwerpunkt liegt bei alten Weihnachtsliedern aus dem englischen Sprachraum. Auch namhafte Solisten sind mit von der Partie, so etwa Hermann Prey, Elisabeth Schwarzkopf, Kiri Te Kanawa, Roberto Alagna oder Barbara Hendricks. Die bekannten King's Singers, der Tölzer Knabenchor, die Wiener Sängerknaben und der schwedische Eric Ericson Kammerchor runden das für alle drei Feiertage reichende Programm mit Aufnahmen aus fünf Jahrzehnten ab.
     
     
     
      

     
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