world 02-2014

    * soundtrack * crossover * pop/rock * catalog * jazz * electro * world * audiobook *
     

    The Souljazz Orchestra - Inner Fire * film * comic * book *

     
     Strut / Alive
     
     
     

    The fire still burns - Das Souljazz-Blasorchester aus Ottawa lässt, nach einer lyrischen "Initiation", mit ihrem aktuellen Studioalbum eine weitere massive Packung analoger Brass-World-Fusionklänge auf sein Publikum los, die die Tradition von "Solidarity" und "Rising Sun" fortführt, ohne dabei zu stagnieren. Der dominanten Trademark-Hornsection werden diesmal Exotica-Chöre, Afro Beats, Salsa- & Bolero-, Jazz- & Hip Hop-Elemente in sehr tanzbaren Dosen beigegeben. Das Ganze ist mal wieder exzellent verpackt (im vorliegenden CD-Format steckt Quinton Scotts mythischer Feuervogel im Digipak incl. kleinem Foldout-Poster. Das möchte man möglichst bald auch live! erleben. Das spirituelle Arkestra um Pierre Chrétien (Keyboards), Zakari Frantz (Alt-Saxophon & Flöte), Steve Patterson (Tenorsaxophon) , Ray Murray (Bariton-Saxophon), Marielle Rivard (Perkussion) und Philippe Lafrenière (Schlagzeug) tourt derzeit noch im heimischen Kanada - Watch this space - Europa-Tour im März und April. Play all tracks - loud. www.souljazzorchestra.com www.strut-records.de

     

    TIPP!-VINYL-TIPP!-LIVETIPP!


     
     
     Studio One Rocksteady  
     Various Artists - Soul Jazz / Indigo TIPP! & VINYL-TIPP! 
     
     
    Soul-Ladies & Jazz-Gentlemen - in der Broadwick Street 7 in Soho war es wieder mal an der Zeit für eine dieser verdienstvollen, vorbildlich ausgestatteten Compilations, die die Historie des einflussreichen Reggae-Labels von Sound-Men- & Dubplate-Pionier Clement `Sir Coxsone´ Dodd aufarbeiten. Dessen Studio One war natürlich auch die erste Adresse für den dem nervös-energetischen Ska nachfolgenden, eigentlich recht kurzlebigen Rocksteady-Trend. Aus dessen verlangsamten Rhythmen schälte sich dann Ende der 60er Early Reggae mit dem Aufstieg von Bob Marley zum karibischen Weltstar als Kulminationspunkt. Lovers Lyrics von Genre-Stars wie Ken Boothe (play Track 12 "When I Fall in Love"), der ambitionierten (späteren `I-Threes´-Lady) Marcia Griffiths, Keyboard-Wizzard Jackie Mittoo, den Heptones, John Holt (Play Track 2 "Fancy Make Up") oder Dennis Brown stehen im Focus, die Tracklist ermöglicht aber auch kleine Entdeckungen wie das kurze "Whisper To Me" von Cecile Campbell. Adäquat begleitet im 4c-Booklet mit Linernotes Marke Lloyd Bradley, Autor von "Bass Culture - When Reggae Was King", Parallel als Vinyl erscheint im Klappcover - mit Downloadcode! www.souljazzrecords.co.uk/ 


     
     
     Tinariwen - Emmaar / Aziza Brahim - Soutak 
     PIAS - Wedge / Rough Trade * Glitterbeat / Indigo  
     
     

    Zweimal Musik aus den Weiten der Sahara. Die Grammy-Preisträger Tinariwen um Bandleader Ibrahim Ag Alhabib sind spätestens seit der Vielzahl von Gastauftritten auf ihrem fünften Studio-Album "Tassili" im internationalen Rock-Establishment angekommen. Dennoch waren auch die Tuareg-Stars aufgrund der politischen Unruhen im Norden Malis erstmals gezwungen, ihr Album anderswo aufzunehmen. Wüst sollte es offenbar schon sein, denn "Emmaar" (´the heat on the breeze´) wurde schließlich unweit des kalifornischen Joshua Tree Nationalparks, zusammen mit Produzent Patrick Votan, aufgenommen und von Vance Powell (Jack White) gemixt. Die Themen von Tinariwen sind weiterhin das Leben in der Wüste und die Gedanken an vergangene Zeiten - auch die Unruhen werden nicht ausgespart. Als Gäste diesmal mit dabei: Red Hot Chili Peppers-Gitarrist Josh Klinghoffer, Matt Sweeney von Chavez, Fats Kaplin & Saul Williams. http://tinariwen.com/

    Auch auf ihrem vorliegenden zweiten Album hat die Exil-Sahraui-Sängerin Aziza Ibrahim ihren Kampf für einen unabhängigen Staat im Westen der Sahara nicht aufgegeben. 2012 erschien ihr Debütalbum "Mabruk", für den spanischen Film "Wilaya" schrieb sie nicht nur den Soundtrack, sondern agierte auch vor der Kamera. "Soutak" bedeutet so viel wie "deine Stimme" und diese erhebt sie explizit gegen die trotz Waffenstillstand von 1991 zwischen den marokkanischen Invasoren und der Polisario fortbestehenden Besatzung des Großteils des Gebietes der Westsahara. Musikalisch orientiert sich die nach Intermezzi in Kuba und Flüchtlingslagern in Algerien in Barcelona lebende & arbeitende Künstlerin an den Rhythmen der sahrauischen Musik sowie den spanischen und malischen Einflüssen durch ihre Begleitmusiker, angereichert mit Congas & E-Bass. Produziert von Chris Eckman (u.a. Tamikrest, Dirtmusic).

     



     
     

     
     Habib Koité - Soo  
     Contre Jour / Broken Silence LIVE-TIPP 
     
     

    Solides Album nach längerer Solo-Pause. Habib Koité war zuletzt auf "Brothers In Bamako" im Kontinente-übergreifenden Blues-Duo mit Eric Bibb zu hören, davor mit Oliver Mutukudzi & Afel Bocoum im Rahmen des Acoustic Africa Projekts - doch das letzte Soloalbum des trotz der aktuellen politischen Widrigkeiten weiter in Mali lebenden Gitarristen liegt mittlerweile schon 7 Jahre zurück. Auf "Soo" singt Koité nun wieder mal in mehreren Sprachen wie Bambara, Englisch & Französisch von seiner Hoffnung für Mali, von der Schönheit & Vielfalt seiner Heimat und vom Zusammenhalt in der Familie unter Nachbarn & Freunden - prominente Gäste sind u.a. seine Landsleute Toumani Diabaté oder Bassekou Kouyaté.

    Ab 18.3. sind 4 Konzerte in Deutschland angesetzt, u.a. am wird Habib Koité als musikalischer Botschafter seines Landes am 24.3. in München auftreten. www.habibkoite.com/

     

     
     
     Haiti Direct 
     Various Artists - Strut / Alive TIP! & VINYL-TIPP!  
     
     
    Es war lange an der Zeit, dass sich mal jemand um Haiti kümmert... In diesem Fall um die lebhafte und vielfarbige Musik Haitis von den frühen 60er zu den späten 70ern. Der bis heute schwer gebeutelte,ärmste Karibikstaat Haiti hatte & hat auch musikalisch, fernab von Wyclef Jean- & Voodoo-Stereotypen, Einiges zu bieten Während in Jamaica (s.o.) amerikanischer R'n'B zu Ska, Rocksteady und Reggae transformiert wurde, in Cuba Salsa & Son regierten oder Puerto Rico Boogaloo nach New York exportierte, hält in Haiti der Sound des sogenannten Compas ein positives Lebensgefühl aufrecht. Dieser Meringue-Update brachte neuen Schwung & komplexere (Bläser-)Arrangements in die französische Karibik. Ableger verbreiteten sich bis an die urbanen Gestade von New York, Paris, Montreal & Miami, wo die haitischen Exklaven den Trend begierig aufsogen und ihrerseits Rock- & Jazz-Zutaten beimischten. Im Westen kaum bekannte Animateur-Namen wie Nemours Jean-Baptiste, Webert Sicot, Les Fantaisistes de Carrefour oder Les Frères Déjean bekommen auf den 2Cds (oder LPs incl. mp3-code) ein Podium. Zusammengestellt von Sofrito-Soundsystem-Koryphäe Hugo Mendez. Nicht zuletzt geht ein Teil der Release-Einnahmen an die Organisation "Partners In Health": www.pih.org/country/haiti 

     
     
     Hanggai - Baifang  
     Harlem Recordings LIVE-TIPP! 
     
     
    Aus der Vorderen (oder in chinesischer Lesart) Inneren Mongolei, einer an die selbständige Mongolei südlich angrenzenden, autonomen chinesischen Republik, hört man im Westen eher wenig. Was sich gerade ändert: Hanggai, eine sechsköpfige Truppe aus früheren Punks, ist bereits seit 2004 aktiv, die Musiker aus der Hauptstadt Ulaanbaatar (Ulanbator) machten sich seither durch emsiges Touren, zuletzt auch auf Festivals in den USA & Europa, allmählich international einen Namen. Khoomei, die mongolische Form des Obertongesangs, die charakteristischen Klänge der Tobshuur, einer bundlosen zweisaitigen Laute & des gestrichenen Pferdekopf-Kontrabasses Morin Khuur fließen auch in die mal wuchtig-rockigen, mal balladesken Kompositionen auf "Baifang", dem bisher vierten Album ein. Klar, Exotenfaktor - aber die musikalischen Zutaten werden abwechslungsreich genug eingesetzt, um auch in westlich geprägten Gehörgängen zu funktionieren . Derzeit sind Hanggai live in Europa unterwegs, für Deutschland ist bislang allerdings nur ein Date´ (am 19.2. in Düsseldorf) abgefallen. http://hanggai.bandcamp.com/ 

     
     
     Masaa - Afkar 
     Traumton / Indigo LIVE-TIPP 
     
     

    Das mehrfach ausgezeichnete, vierköpfige Ensemble Masaa entstand 2011 aus der Begegnung deutschen Jazzer Marcus Rust (Trompete), Clemens Pötzsch (Piano) & Demian Kappenstein (Perkussion) mit dem (klassisch am Piano ausgebildeten) libanesischen Sänger Rabih Lahoud. der bereits mit Rusts Lehrer Markus Stockhausen beim Projekt Eternal Voyage gearbeitet hat. Ihre gemeinsame Musik bewegt sich zwischen zeitgenössischem Jazz, orientalischer Musik, Kunstlied & Popanklängen, verbunden mit arabischer Poesie, bzw. der von Lahoud geprägten, innigen "Improesie", bei der der Sänger das Arabische von einigen Sprachregeln befreit.
    Die Band tourt mit den Stücken des neuen, zweiten Albums ab 21.2. durch Deutschland, spielt ihren Orient Jazz u.a. am 26.3. in der Münchner Unterfahrt. www.masaa-music.de

     

     
     
     Jarabedpalo - "Somos"
     
     Tronco - Skip / Soulfood  
     
     

    Seit 2008 aus Jarabe de Palo mit Gründung der eigenen Plattenfirma Jarabedepalo wurde, hat sich das spanische Latin-Rock-Ensemble um Mastermind Pau Donés mit einer Vilezahl von Aktivitäten & Kollaborationen (u.a. mit Celia Cruz, Chrissie Hynde, Ricky Martin oder Alanis Morrissette) in die internationale erste Liga hochgearbeitet. Auf dem neuen Album "Somos" gibt es vornehmlich Uptempo Funk-Rock mit Keyboard- & Saxeinlagen (Jimmy Jimenez), ergänzt durch die gelegentliche, unvermeidliche Ballade. Neben Donès setzen auch die Sängerinnen Ximena Sarinana, Montse Moreno & Gabylonia Akzente am Mikro, weiterer Gast ist der spanische Musiker Leiva.

    Konzertdaten für Deutschland sind in Vorbereitung. www.jarabedepalo.com

     


     
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