catalog 04-2014

    * soundtrack * crossover * pop/rock * catalog * jazz * electro * world * audiobook *
     

    * film * comic * book *

    Mirror To The Soul

     
     Soul Jazz / Indigo TIPP! 
     
     

    "The West Indies - a tourist´s paradise, gateway to the new world, survivor of the slave trade, exotic land of sting rays & land crabs, land of voodoo, revolution, calypsos, hurricanes and more..." Musik, Kultur und Identität, von 1920 bis 1972. Dieser Spiegel der karibischen Seele (und ihrer Klischees) bedient sich einer Vielzahl von Wochenschau-Clips aus den `Cinemagazine´-Archiven der auf Nachrichten spezialisierten Filmfirma British Pathé. Auf der DVD des Dreierpacks aus dem Hause Soul Jazz finden sich Highlights aus Jamaica (wie der calypso-untermalte Farbclip von einer Bananenplantage und der von den Unabhängigkeitsfeiern 1962 in Princess Margaret),Cuba, Trinidad, den Bahamas, Puerto Rico, St. Thomas sowie aus kulturell wie politisch angrenzenden Territorien wie Kolumbien, den USA und dem UK (wenn z.B. 1956 Boscoe Holders Dance Troupe den Londoner Cote d´Azur Club aufmischt - auch die Lebenswirklichkeit karibischer Auswanderer wird thematisiert, wenn in Brixton die rassistische White Defence League ihr hässliches Haupt erhebt). Highlights auf der Main-CD mit `caribbean jump-up, Mambo & calypso beat´ sind u.a. Titel wie André Touissaints "Nassau Cha Cha", Lord Brynners "The Queen Sings Calypso", "Baila Mi Shingaling" der puertoricanischen El Gran Combo oder "My Conversation" von Slim Smith & the Uniques". Unvergesslich auch diese Zeilen der Fabulous McClevertys aus St. Thomas: "don´t blame it on Elvis for shaking his pelvis. shakin de pelvis been in style eva since the riva nile..." oder die Nyabinghi-Instrumentalhymne von Count Ossie & the Mystic Revelation of Rastafari. Komplettiert wird dieses wunderbare Soul Jazz-West Indies-Kaleidoskop vom 76(!)-seitigen Booklet mit ausführlichem Tracklisting von Kompilator Stuart Baker sowie einer weiteren CD mit Feldaufnahmen afrokaribischer Roots-Musik. This is a must.

     


     
     
     Mento, Not Calypso  
     Various Artists - Fantastic Voyage / Rough Trade TIPP 
     
     

    Nein, Mento ist kein Calypso. Obwohl der Verwechslungsmöglichkeiten zwischen dem jamaikanischen Rocksteady-Vorläufer und der Musik aus Trinidad gar viele sind, wenn Harry Belafonte (Sohn einer jamaikanischen Mutter) auf der Höhe der Fifties-Calypso-Begeisterung in den USA den "Banana Boat Song" (Day-O) oder "Jamaican Farewell" anstimmte - und Calypso der Einfachheit halber alles war, was aus der Karibik in die amerikanischen Charts schwappte. Die im Trinidad-Calypso gern gewählten Adelstitel für Genrestars ließen sich auch Mento-Größen wie Lord Flea gern gefallen - allein in seiner Band The Calypsonians (sic!) tummelten sich u.a. Count Slick, Count Spoon und Prince Charles an Banjo, Bamboo Sax, Gitarre und Rumba Box. Und auch der Mento verbreitete wortreich Neuigkeiten - unter Benutzung von Folk Music-, Junkanoo- & Kirchenlieder-Elementen, alten Plantation Songs, kubanischen Rumba- & Mambo-Linien - sowie, der Leser ahnt es, einem kräftigen Schuß Calypso. Auftritte lokaler Bands fanden seit 1938 vor allem. im legendären Carib Theatre, einem Premieren-Kino in Kingston statt. Die hier enthaltenen 51 Titel wurden sorgfältig von altem Melodisk-, JRC- und Motta-Schellack- und Vinyl-Originalen gemastert, die alle der Sammlung von `Big Mikey Dread´Murphy entstammen. Detaillierte Liner Notes von Phil ´Enthucol´ Etgart erläutern Highlights wie "Transportation Kingston Style" von Dan Williams, "Take her to Jamaica (where the Rum comes from)" von Count Owen & His Calypsonians oder "Cinemascope" von The Mighty Panther with The Jamaican Calypsonians. Alles Mento wie gesagt - kein Calypso...

     

     
     
     Frankie Goes To Hollywood - Frankie Said  
     Union Square Music / Soulfood
     
     
     
    Das Zang Tuum Tumb-Phänomen der Jahre 84 bis 86 passiert noch einmal Revue. Drei Singles, dreimal die Pole Position der UK-Charts. "Relax", zunächst auf dem Index -"Two Tribes", eine der Hymnen des Kalten Krieges, "The Power Of Love" die Weihnachts-Kitschbombe. Initial war das als Single-Trilogie zu den Themen Sex, Krieg und Liebe geplant, mündete dann aber, vom eigenen Erfolg überrollt, in das bemerkenswerte Doppelalbum "Welcome To The Pleasuredome". Die gleichnamige Single landete noch auf Nummer 2. Der von Produzent Trevor Horns mit Studiomusikern eingespielter Synclavier-Sound setzte produktionstechnische Maßstäbe (Engineer Steve Lipson) und ist immer noch frei von Patina, was von den auf der DVD versammelten Videos & 'Top Of The Pops'-Auftritten kaum behauptet werden kann. Alle Tracks wurden von Originalbändern digital neu gemastert, während im 24-seitigen Booklet ZTT-Mitbegründer Paul Morley in einer kryptischen Liste die `geheime FGTH-Formel´ erläutert.

     

     
     
     
    Back Against The Wall - A Tribute to Pink Floyd
    Various Artists - Cleopatra / H´Art
     

    Völlig schmuckloses Re-Release des "Back Against The Wall"- Tributes von 2005, zuzeiten ausgeheckt vom notorischen Prog-Rog-Spezi Billy "Yes" Sherwood, der gerade wieder mit dem jüngsten Album von William Shatner für Aufsehen sorgte. Das Pink Floyd-Konzept-Album von 1979, vor allem das geistige Kind von Roger Waters, war Ansporn genug für Größen wie Adrian Belew, Ian Anderson von Jethro Tull, Fee Waybill (Tubes), Robby Krieger (Doors), Rick Wakeman, Keith Emerson, John Wetton, Kate Bush-Bassist Del Palmer, Dweezil Zappa und Schauspieler Malcolm McDowell sowie Sherwoods Yes-Kollegen Chris Squire, Steve Howe & Geoff Downes (u.v.a.) unter Sherwoods Ägide Songklassiker wie "Hey You", "Mother", "Comfortably Numb" oder die diversen Parts von "Another Brick In The Wall" neu einzuspielen - mit genügend Respekt vor dem Original. Interessante Vergleichsmöglichkeiten zuhauf, schade dass bei dieser Neuauflage kein Booklet mit entsprechenden detaillierten Infos drin war.


     

     

    Soul City New York Fantastic Voyage / Rough Trade

    The dawn of soul music...Gestart wurde mit Detroit. Erst der zweite, hier vorliegende Teil der Fantastic Voyage-Serie "Soul City", die sich `nach Musikstädten aufgeteilt´ mit der Phase der 50´s & 60´s beschäftigt, während der R&B zu Soul wurde, widmet sich New York. Der "Big Apple" war zu groß für einen distinguierten, spezifischen Sound (anders als Memphis, New Orleans, Philadelphia oder Nashville) beherbergte aber nunmal die meisten Künstler. Die 60 Songs auf den beiden CDs wurden von Soul-Auskenner Clive Richardson zusammengestellt und im Booklet detailliert kommentiert, so Stücke von - Ladies first - Gladys Knight & The Pips, Dionne Warwick, den Shirelles, Ike & Tina Turner, Screamin´ Jay Hawkins, den Isley Brothers, Chuck Jackson, Tommy Hunt, Sam & Dave, Jackie Wilson und einigen anderen.

     

     
     
     

    Chet Baker & Strings Essential Jazz Classics / In-Akustik

    Dieses CD-Re-Issue enthält die komplette Original-LP Columbia CL 549 von 1954, die erste Aufnahme des legendären Trompeters mit einem Streichorchester. Mit Chet Baker im Studio waren die Tenorsaxophonisten Zoot Sims und Jack Montrose, Bud Shank am Altsaxophon, Russ Freeman am Klavier, sowie die Rhythm Section Joe Mondragon (Bass) & Shelley Manne (Schlagzeug). Fünf-Takes aus den gleichen Aufnahme-Sessions sind hier ebenfalls enthalten (3 alternate takes und zwei charmante, a-capella Gesangsaufnahmen Bakers. Dazu kommen weitere sechs Bonus-Tracks: zwei Liveaufnahmen von Baker mit Freeman und anderen Mitstreitern aus dem Tiffany Club in L.A., sowie vier passende Takes von Baker mit Len Mercer´s Orchestra & Strings, 1959 in Milano aufgenommen.

     

     
    The Best Place To Go Go
    Various Artists - Munster / Cargo TIPP & VINYL-TIPP
     

    Julia P. & ihre ABC Allstars bringen es mit dem Titeltrack auf den Punkt: "The Best Place To Go Go". Zum zehnjährigen Jubiläum gönnt der Amsterdam Beat Club sich, den Munsters und allen Surf-, Garage- und Vintage-Fans einen munteren Doppel-Sampler, hübsch verpackt mit ein paar doll frisierten Unterwäsche-Honeybees. Etwas Namedropping muss an dieser Stelle sein, schließlich drängelten sich hier ein Haufen klingender, sprechender und sich sonstwie räuspernder Namen an der Tür der Residents & Kompilatoren lr.Vendermeulen & Charley Rhythm. Mit von der SonicRendezvous-Sause: Die uns schon bekannten, wilden Messer Chups, Sue Moreno, The Ragtime Wranglers, Dee Ann & The Nightcaptains, The Mieters, The Timeflies, The The Phantom Four, The Anomalys, Drip Dry Man & The Beat Revolver, Wau Y Los Arrrrghs!!! oder Hipbone Slim & The Kneetremblers. Shake! www.vendermeulen.com www.amsterdambeatclub.nl

     

     
    Café Americano Di Roma 1-3
    Various Artists - Drive /Naxos
     

    Attentione - Der Redaktion lag bis auf weiteres nur die zweite Folge (also nicht: Teil 1 oder der rechts verlinkte dritte Teil) dieser Budget-Compilation-Serie vor. Wer geglaubt hat, hier würden spezifische Brücken zwischen italienischem und amerikanischem `Easy Listening´-Repertoire geschlagen, sieht sich getäuscht. Natürlich war & ist der hier mehrfach präsente Burt Bacharach in Italia eine villeicht größere Nummer als anderswo in Europa. Das war es dann aber, sonstige Bezüge oder Italienische Versionen amerikanischer Hits - Fehlanzeige. Auf Numero Due bestreitet sonst im Wesentlichen das Neal Hefti Orchestra, meist feat. Clifford Brown (einmal mit Sinatra) das Gros der 16 Tracks, auch Bert Kaempfert (bekanntermaßen weder Italiener noch Americano) ist zweimal dabei. Musikalisch immerhin eine solide Auswahl ohne Ausfälle.

     

     
    Echoes of Germany
    Various Artists - Fantastic Voyage / Rough Trade
     

    Bert Kaempfert ist hier natürlich auch mit von der Partie, mit seinem "Wunderland bei Nacht". Und sonst? Ein Kessel Buntes: Wanderlied vom Kinderchor, Dixieland, Schlager, Easy Listening, Beat, Rock´n Roll, auf deutsch singende Amis, Däninnen, Italienerinnen. Und mehrmals die Dietrich. Auch wenn aus Sicht vom Kontinent hier über vier (Vorkriegs- und Nachkriegs-)Jahrzehnte und quer durch die Genres programmatisch teils doch etwas viel in einen Topf geschmissen wurde, diese teutonischen Echos müssen aus Inselperspektive einen erheblichen exotischen Reiz ausstrahlen. Immerhin - der Hamburger Musikjournalist Bernd Matheja assistierte Fantastic Voyage-Kompilator Spencer Leigh bei den gewohnt ausführlichen Liner Notes zu den einzelnen Tracks.

    www.fantasticvoyage.com


     


     
    About Berlin 3,4,5
    Various Artists - Polystar / Universal
     

    1 Die erste und die zweite Folge von About Berlin waren an dieer Stelle schon zu Gast - nun sei auch auf die Fortsetzungen der offensichtlich erfolgreichen Compilationserie aus und zur musikalischen Hauptstadt hingewiesen. Deep House & smoothe Beat-Sounds aus dem Clubleben des dicken B präsentiert erklärtermaßen auch die dritte Folge, u.a. Das hat mal mehr , mal weniger Berlin-Bezug: Jacob Dilßner alias DJ Wankelmut feat. Emma Louise, Lana Del Reys „Blue Jeans“ im groovenden MK Darkest Mix oder die in Berlin lebende brasilianische Sängerin und Pianistin Dillon mit „Thirteen Thirty-Five“ im „Deniz Kurtel Ruya Remix“. Und weiter im Text... 2 Für Vol.4 wird einfach der Titel des Openers vom französischen House-Projekt Klingande zum Thema für den Sonnenaufgang an der Oberbaumbrücke erkoren: "Jubel". Max Manie, Robin Schulz & Dansir, Parov Stelar, "Sick Traveller" Fritz Kalkbrenner, Marek Hemman u.a. jubilieren mit. 3 Das mit dem Motto hat man bei der nächsten Folge 5 gleich wieder eingestellt. Wozu die Mühe - solange der Sound in etwa den Faden der Vorgänger aufnimmt, wird´s eh gekauft. Auch die personelle Kontinuität ist gegeben, die o.a. Kollegen sind fast alle auch hier wieder dabei, zudem von den Kalkbrenners diesmal der Paul oder Booka Shade. Und - sie ahnen es - Volume Six steht eh schon in den Startlöchern...

     
      

    * Previous Issue 2-/3 14 : * soundtrack * crossover * pop/rock * catalog * jazz * * electro * world * audiobook * film * comic * book ©cinesoundz 2014