world 04-05-2014

    * soundtrack * crossover * pop/rock * catalog * jazz * electro * world * audiobook *
     

    Quantic - Magnetica * film * comic * book *

     
     

    Tru Thoughts / Groove Attack

     
     

    Columbia & beyond. Will "Quantic" Holland ließ seine weltweite Fangemeinde bis zum 9. Mai zappeln, bis das neue Album "Magnetica" offiziell im Regal stand. Vorausgeschickt war der Party-Track "Duvidó", mit angolanisch-portugiesischem Gesang von Pongolove (Buraka Som Sistema) - eine von mehreren tanzbaren Mikro-Kooperationen (weiter Dereb the Ambassador aus Äthiopien, Diaspora-Jamaikaner Shinehead oder Quantics gute Bekannte Alice Russell) - und eine Art Rückbesinnung auf die teils elektronische Produktionsweise früherer Jahre. Reggae, Soul, Highlife Pop und Cumbia verbinden sich nun zum abwechslungsreichen und schmissigen Album, auf das man hoffen konnte. Erste Livetermine: Quantic with the New Quantic Live Band - 14.5. Hamburg, Mojo Club & 16.5. Berlin, Gretchen. Süddeutschland findet nicht statt...bis Ende Mai dann im UK unterwegs. www.quantic.org/

     
     
     
     Sly & Robbie - Underwater Dub / Evolution of Dub Vol.8 
     Groove Attack * Greensleeves / beide: Groove Attack TIPP & VINYL-TIPP!  
     
     
    "We just turn back the clock and came Forward and startet dropping the drum & bass...just like in the old days." In der Nachfolge von "Blackwood Dub" lassen sich die Riddim Twins mit "Underwater Dub" also ein zweites Mal auf Produzent Alberto ´Burur´ Blackwood und die Groove Attack-Crew ein. Erneut wurde im Studio des im Vorjahr verstorbenen Harry J. in Kingston aufgenommen, das diesmal in der Bookletgestaltung mit einem großen Fold-out-Poster seiner Wall Paintings gar mit zum Hauptdarsteller wird. Die gemeinsam mit einer Mannschaft von alten Mitstreitern wie die Gitarrist Mikey 'Mao' Chung und Radcliffe "Dougie" Bryan oder Percussionist Uziah 'Sticky' Thompson abgefeuerten Tunes sind weniger verhalten als auf dem Vorgänger. Als Bonus Track verbirgt sich am Ende noch das exzellente, separat als Maxi erhältliche Police-Cover "Bed´s Too Big Without You". In der Packaging-Königsklasse gibt es zum 180-Gramm Vinyl die CD noch dazu. Das nächste Album für Slam Records hat Sly Dunbar in seinem Grußwort schon angekündigt. Möglicherweise ist es ja auch schon im Kasten... Vom Dub-Champions League-Klassiker ins Mittelfeld der "Evolutions of Dub"-Serie, wo sich Folge 8 der "Search for New Life" verschrieben hat. In der Karton-Viererbox des VP-Labels werden Prince Jammys "Computerised Dub"-32-bit-Fingerübung am Computer-Modem von 1986 (ihrer Zeit weit voraus?), "Voyage Into Dub" der Two Friends Crew , der "Juke Boxx Dub" von Shane Brown (Producer von u.a. Beenie Man oder Buju Banton) zusammengepackt mit "Dub Clash" von John Bakers Gee Jam-Lehrling Alberto d´Ascola aus Sizilien, aka Alborosie, letzterer noch frisch im Duo mit Gentleman aus ihrem Kinoauftritt in "Journey to Jah" in Erinnerung. Und obwohl auch hier im Booklet Analog-Legende Sly Dunbar zitiert wird, "machines can really work...to sweeeten up the groove..." Insgesamt klingt der hier gefeaturte digitale Reggae leider wenig animierend. www.vprecords.com  


     
     
     Iyeoka - Say Yes - Evolved  
     Underground Sun / Edel TIPP & LIVE-TIPP 
     
     

    Iyeoka = `respekt me!´ im nigerianischen Esan-Dialekt. Respekt flößen schon die fetten Afro-Bläsersetze des Openers "Broken Hearts Anthem" ein. Auch sonst lauter passable Songs - die US-Tochter nigerianischer Eltern legt ein stimmiges Albumdebüt vor. Dabei - ein Debüt ist es eigentlich nur für den europäischen Markt, in den USA ist sie schon länger aktiv. Über `spoken word´ (Kostprobe: Track 12) und `poem Songs´ hat Iyeoka sich erfolgreich mehr in Richtung Songwriting unter Einfluß von Afro-,Jazz-, Funk-, Blues- und Gospelelementen orientiert, seit sie ihren Job als Apothekerin geschmissen und sich für Poesie & Musik entschieden hat. Seit sie die Urfassung "Say Yes" 2010 in den USA im Eigenvertrieb ohne Labelunterstützung veröffentlichte, war das Werk schon als so genanntes „evolving album“ angelegt: Käufer erhielten kostenlosen Zugang zu weiterem Audiomaterial. Per „work in progress“ ist "Evolved" inzwischen auf 13 Tracks angewachsen. Iyeoka Iwie Okoawo mit ihrer Band ‚The Rock By Funk Tribe‘ auch live in D...Wer sie auf ersten Tourdaten im April (z.B. im Münchner Muffatwerk am 8.4. - weitere Gigs im Mai) mitbekommen hat, weiss schon Bescheid. Für den Rest zum Einprägen: Ii-yo-kah... Check out www.iyeoka.com www.undergroundsun.com

     


     
     

     
     Dobet Gnahoré - Na Dré / Kareyce Fotso - Mokte / Mamadou Diabaté - Masaba Kan 
     Contre Jour / beide: Broken Silence * Jazzhaus / In-Akustik LIVE-TIPP 
     
     

    Dreimal Attention, Afrique. 1- Das vierte Soloalbum von Dobet Gnahoré aus Abidjan bietet panafrikanischen, auf Malinké, Dida, Beté & Französisch gesungenen Melodien- und Rythmenzauber mit bekannten Mitstreitern wie Lokua Kanza (git) oder Paco Sery (dr, perc). Mali-Folk, ghanesischer Highlife & ivorischer Pop mit frauenbewegten Texten, produziert aus dem französischen Exil, wo die engagierte ivorische Künstlerin residiert. http://dobetgnahore.com/ 2- Dobet Gnahorés Contre Jour-Labelgefährtin Kareyce Fotso aus Kamerun hat ebenfalls ein neues Album am Start. Die im Viertel Mvog-Ada in der Hauptstadt Yaoundé aufgewachsene Bamileke/Bétis-Sängerin & virtuose Gitarristin thematisiert in ihren akustisch arrangierten, folkbasierten Kompositionen ebenfalls panafrikanische Themen: "Lasst uns die Architekten unserer eigener Entwicklung sein". www.kareycefotso.org www.malagueta-music.com 3 - Mamadou Diabaté, derzeit in Wien beheimateter Balafonspieler & Ensembleleiter aus Burkina Faso fußt mit seinem aktuellen Album "Masaba Kan" auf der Griot-Kultur Westafrikas, die er mit Pop-, Jazz -und Funk-Versatzstücken anreichert. Dianbatés siebenköpfige Band (Ngoni, Flöte, Djembe, Talking Drums, Basstrommel Dundun und E-Bass) und Sängerin Kandy Guira backen die virtuosen Intermezzi des Chefs. Auch hier in den Texten Kritisches: Profitgier der Baumwollindustrie oder falsche Erwartungen der daheimgebliebenen Verwandten an die vergleichsweise reichen Auswanderer. Gäste u.a. Namensvetter Toumani Diabaté & Cheick Tidiane Seck.

     


    Im April, Mai, sowie im Sommer sind Mamadou Diabaté & Percussion Mania im deutschsprachigen Raum live unterwegs. Check out http://mamadoudiabate.jimdo.com


     
     
     Ziggy Marley - Fly Rasta / Addis Pablo - In My Father´s House 
     V2 Benelux / H´Art * Heartbeat Europe / In- Akustik LIVE-TIPP  
     
     

    Nachdem Ziggy Marley zuletzt auch durch viele Projekte abseits der Musik aufgefallen war (u.a. Kinderbücher & Graphic Novels) gibt es aktuell mal wieder neues Studiomaterial. Grammys verpflichten. Große Teile des neuen Albums sind doch arg konventionell ausgefallen, wie für den US-Markt gezimmert. Hier eine Mainstream-Nummer ("I Don´t Wanna Live On Mars"), da eine lahme Ballade ("Lighthouse")und mediokre Schunkler ("Sunshine", "Moving Forward") zwischendurch. Ausnahme: der wirklich fetzig geratene Uptempo-Titletrack "Fly Rasta"(feat. U-Roy), der als Quasi-Kopie von Daddy Bob´s legendärem Disco-Ausflug "Could You Be Loved" mit unwiderstehlichem Groove & "I-Three"-Memorial Background Vocals punktet. Bei "You" geht es in Richtung Lenny Kravitz, "So Many Rising" wird zur Klampfe vorgetragen, "I Get Up" ist ein Duett mit Schwester Cedella, "You´re My Yoko" Hommage an John Lennon & Ehefrau Orly zugleich. Im Sommer sollen der Europatournee im April weitere Tourdaten für Deutschland folgen. www.ziggymarley.com

    Auf das (schwer verspätete) Album eines weiteren Reggae-Größen-Nachkömmlings sei an dieser passenden Stelle hingewiesen: Addis Pablo´s - "In My Father´s House" ist ein solides Tribute zu Ehren seines 1999 verstorbenen Vaters, der Melodica-Legende Augustus Pablo.

     

     
     
     Marinah - El Baile De Las Horas / Gabby Young - One Foot in Front of The Other  
     Montuno / Galileo MC * India Records / Rough Trade TIPP & LIVE-TIPPs 
     
     

    Marina Abad war auf der Bühne das Zentrum von Ojos de Brujo, dem `Jipjop Famenkillo´-Ensemble aus Barcelonas Barrio Gótico. Mit etwas Abstand (seit 2010 herrschte Funkstille bei den Ojos) bringt La Abad als Marinah ihr erstes Soloalbum an den Start: "El Baile De Las Horas" präsentiert sich als buntes Hispano-Pop-Fusion-Füllhorn ausschließlich selbst geschriebener Tracks, das nun ähnlich der Armada Espanola-Cover-Fregatte auf Marinahs kunstvoll aufgetürmtem Barockhaupt in die Welt schippert. Das vom Grammy-prämierten Dru Castro co-produzierte "Te Gustó" knüpft nahtlos an den Ojos de Brujo-Sound an, die Ballade "Menos Mal" und das uptempo-poppige "Pa Volar" punkten, der Opener "Despierto" und "Primavera Galáctica" sind hemmungloses Singalong-Futter bei "Dame Flores" wird's funky. Der einprägsame Tango Nuevo-Track "El Carrusel" wurde folgerichtig von Philippe Cohen Solel vom Gotan Project produziert, Ruzzo und Roldán von den Orishas sind bei "Te Gustó" mit von der Partie. Produktion & Arrangements stammen von Ojos-Produzent Carlos Sarduy (u.a. beim Fernando Truebas wunderbarem "Chico y Rita" beteiligt). Marinah tritt live im Münchner Muffatwerk auf ! 8.Mai 2014... www.marinah.es/

    Das ähnlich pittoresk wie Marinah aufgebrezelte Circus Swing-Phänomen Gabby Young wurde an dieser Stelle ja bereits anlässlich des Vorgängeralbums "The Band Called Out For More" gewürdigt. Auch auf "One Foot In Front of the Other" gibt Wondrous Gabby wieder Glimpses aus ihrem ganz speziellen Wunderland zum Besten. La Young flattert beim Opener mit dem Hörer auf den Mond und kommt zum Finale "Back Where We Started" bei der Sonne an. Dass Gabby dabei nicht wie eine Motte verglüht, sondern als bunter Schmetterling wieder leicht überdrehte, mit allerlei musikalischen Zutaten gespickte Gabberdashery-Kreise zieht, dürfte klar sein. Sally Oldfield (u.a."Fear of Flying"- ein Track sei doch herausgehoben) und Florence & The Machine lassen grüßen. Vorhang auf! Im April (gleich am ersten - kein Aprilscherz - im Münchner Ampere) und Mai wieder vereinzelte Auftritte auch in Deutschland - check out: www.facebook.com/GabbyYoungandOtherAnimals



     
     
     Gabriele Poso - Invocation / Quartiere Coffee - Italian Reggae Familia 
     Agogo / Alive * QC / Kontor New Media  
     
     

    Gabriele Poso, auf Sardinien geboren und im äußersten Südosten Italiens aufgewachsen, ist in Italien, Puerto Rico und Havanna studierter afro-cubanischer Percussionist. Sein drittes Solo-Album "Invocation" wurde allerdings in seiner Heimat Lecce sowie zum größten Teil in Berlin produziert - komplett in Eigenregie: Poso hat alle Stücke komponiert, arrangiert, produziert. Selbst die Vocals stammen von ihm. Poso ließ sich dabei von einem Buch des Malers Gerhard Richter inspirieren und setzt nun `Gebete, Beschwörungen und Fragen nach dem Dasein´ um in 11 perkussive Tracks. Da kann programmatisch möglicherweise nicht jeder folgen.

    www.gabrieleposo.com

    Handfester geht es da schon bei der "Italian Reggae Familia" des Offbeat-Ensembles Quartiere Coffe aus der Toskana zu. Die Truppe um Sänger Kg Man hat sich durch emsiges Touren in den letzten sieben Jahren, bis hin zum Auftritt beim Jammin´, dem größten Festivals Italiens, bereits einen Namen bei Reggae-Fans in ganz Südeuropa gemacht. Auf dem aktuellen Album decken Kg Man und seine Mitstreiter Mr. Maggio, Real Giallu, Vaghe, Bigga & Rootman ein beachtliches Spektrum ab - Rocksteady, Dancehall, Pop & Soca klingen da im munteren Sound der Familia Quartiere an. Play Tracks 1,2,4. TitleTrack als Youtube-Video Quartiere Coffe Facebook-Page www.quartierecoffe.it

    The Heptones - Good Life / The Gladiators - Back On Tracks / Prince Fatty vs Mungo´s HiFi Greensleeves/ beide: Vp / Groove Attack * Mr. Bongo / Harmonia Mundi

    Zweimal Reggae History. 1 - "Good Life" von The Heptones aus dem Jahre 1979 war jahrzehntelang vergriffen und wird nun erstmals auf CD & parallel als LP wiederveröffentlicht, Das Gesangs-Trio gehörte neben den Mighty Diamonds zu den bekanntesten Künstlern des Rocksteady & frühen Roots Reggae - mit Veröffentlichungen bei Studio One, Trojan, Island und Greensleeves. Sechs der enthaltenen Tracks wurde zuzeiten als Singles ausgekoppelt: "Repatriation Is A Must", "Black Man Memory", "Can't Hide From Jah", "Every Day Every Night", "How Can I Leave" & der Titelsong "Good Life". 2 - Die Kollegen von den Gladiators sind sogar 2014 noch aktiv - zumindest hat Sänger Droop Lion sich mit Produzent Clive Hunt zusammengetan, um für "Back On Tracks" einigen Klassikern der Formation, die in den 60er und 70er Jahren für Studio One und Virgins Frontline Label entstanden sind, neues Leben einzuhauchen. "Bongo Red", "Look Is Deceiving", "Dreadlocks The Time Is Now" oder "Belly Full" revisited.

    UK-Reggae-Clash: Brightons Riddim-Vorzeige Ensemble Prince Fatty lässt Glasgows Dancehall-Dealer-Team Mungo´s Hi-Fi auf dem hier vorliegenden, kompetent inszenierten Kräftemessen den Vortritt. Je fünf Remixe der beiden Battle-Fraktionen gehen hernach ins Rennen, Hand angelegt wird dabei u.a. an Herbalist, Sugar Minott oder die formidable Hollie Cook. Irgendwie ein - unterhaltsames - Unentschieden.

    Play Tracks 1,3,5-7. www.mrbongo.com

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     The Rough Guide to: Latin Rare Grooves / Psychedelic Cambodia
     
     beide: World Music Network / Harmonia Mundi  
     
     

    Wer in der etablierten Rough Guide-Serie nur Weltmusik der uncoolen Art vermutet, kann ja des öfteren eine Überraschung erleben. Vermehrt, seit jüngst auch die 60er & 70er Jahre in den Fokus der RG Kompilatoren geraten, wie u.a. bei "Latin Psychedelica". 1 - Que pasa, hombre? Gesuchte Raritäten von venezolanischen und US-Latin Bands - mit einer Bandbreite von Mambo & Salsa bis Cumbia. Wenn allerdings alte Originale mit der aktuellen Retro-Szene zusammengepackt werden, ist es ärgerlich, wenn im Tracklisting alles ohne Jahresangaben steht...Punktabzug (betrifft trotz erschwerten Bedingungen auch die nachfolgende Cambodia-Compilation). Bonus-CD von Jonathan Goldmans Spanglish Fly (early recordings, remixes & ausblick aufs kommende Album). 2 - Beat & Psychedelica standen in kambodschanischen Clubs durchaus hoch im Kurs während der späten 60er & frühen 70er - bis die Terrorherrschaft der Khmer Rouge (nicht nur) dieser Musikform komplett den Garaus machte. Die Retro-Aktivitäten von heute (von den USA aus aktiven) Bands wie Dengue Fever haben zu einem verstärkten Interesse an den lange verschollenen Originalen geführt. Auf "Psychedlic Cambodia" gibt es nun Acts wie Ros Seresyothea oder Sin Sisamouth wiederzuentdecken. Und auf der Bonus-CD des Cambodian Space Projects "Out of the Black & In to The Stratosphere" kann man sich u.a. "House of the Rising Sun" auf kambodschanisch anhören. www.worldmusic.net/latinraregroove www.worldmusic.net/cambodia

     


     
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