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Bowie-Special 02-16.

 

Bowie - Die Biografie
Mark Spitz - Edel
 
Ab 8. Februar im Regal: Der seit Ende 2010 erhältlichen, preisgünstigen Paperback-Biografie des New Yorker Musikjournalisten Mark Spitz wurde seitens seines deutschen Verlages flugs ein Vorwort von Spitz´ Hamburger Kollegen Hollow Skai (u.a. "Alles Nur Geträumt") vorangestellt: "Ein Held - über den Tag hinaus". Skai war 1983 bereits Mitherausgeber der Sammlung von Texten aus deutschen Punk-Fanzines der späten Siebziger & frühen Achtziger namens "Wir waren Helden für einen Tag" und derart absolut für den Job prädestiniert. Bei dieser Aktualisierung bleibt es allerdings, die letzten fünf Jahre finden weiter keinen Eingang in den Band. 560 Seiten zählt dieser nun und erreicht dank einiger Fotoseiten einen für Taschenbücher gerade noch handle-baren Umfang. Spitz wählt teils den Ansatz eines Rückblickes auf sein Leben als Bowie-Fan seit den Swinging Sixties, lässt aber ebenfalls Begleiter(innen) wie Angie Bowie , Siouxsie Sioux oder den früheren Manager Kenneth Pitt zu Wort kommen. Die auf diversen Interviews basierende Fleißarbeit wurde einst in der `Zeit´ verrissen - ob zu Recht, dazu kann sich nun die erste Generation posthum am Phänomen Bowie interessierter Leser ein Urteil bilden. Auch als E-Book erhältlich. www.skaichannel.de www.edel.com  
 
A Salute to the Thin White Duke
Cleopatra - H´ART
 
Auch gut im Timing: In etwa zeitgleich zur im letzten Herbst aktualisierten 3-teiligen Deluxe-Fassung der Bowie-Compilation "Nothing Has Changed" bei Warner erschien auch das vorliegende Tribute-Album, mittels dessen aufstrebende Indie-Artists wie Dum Dum Girls, Electric Six, Rogue Wave, Magic Wands, The Muffs, Kittie oder the KVB dem Meister mit je einem Cover-Track ihre Aufwartung machen. Keine stilistischen Ausreißer, dazu herrschte wohl zuviel Respekt. Nicht das erste Projekt aus dieser musikalischen Ecke, doch m Gegensatz zu Chamäleon-Epigone Lady Gagas so zwangsläufiger wie anmaßender Inszenierung bei der Grammy-Verleihung ein akustisch wie optisch großteils gelungener, kurzweiliger Tribut an den Thin White Duke, aus dem H´ART-Label-Sammelbecken, wo schon ein (wohl posthum zusammengestelltes) Dreierset mit den "Many Faces of David Bowie" in den Startblöcken hockt. Projekt-Website  

 
David Bowie - Blackstar
Sony
 
Und der so einflußreiche Meister selbst, dessen Lebensfinale die Medien gehörig beschäftigte in den letzten Wochen? Der hat es mit seinem 28. , dem letzten Studio-Album zu Lebzeiten, nocheinmal geschafft, seine überbordende Kreativität in eines seiner besseren Alben zu überführen. "Look up here I´m in heaven." Ähnlich anrührend wie "Where Are We Now", der aus dem Vorgänger herausragende Berlin-Rückblick: das Video zum Album- & Musical-Track "Lazarus", in dem sich der krebskranke Bowie abschließend als blinder Schmerzensmann inzeniert. So opulent wie fordernd: das 10-minütige, titelgebende Opus gleich zum Einstieg. Wer Bowie (als Berliner) live und auf der Kinoleinwand in Übergröße erlebt hat, wer Teile seines Lebens gewollt oder ungewollt auch zu Bowies Soundtrack erinnert, den wird dieser Einschnitt, ja Einschlag kaum kalt lassen. Man will es kaum wahrhaben, aber auch Bowie war sterblich, auf eine Art. "Oh I will be free", verabschiedet sich die so oft den Alien gebende Ikone von allem Irdischen und kreist nun wohl als schwarzer Stern im Pop-Orbit. www.davidbowie.com
 in memoriam