BLACK & PROUD - Vom Blues zum Rap

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Bravourös aufgemachte Black Music-Chronik aus Frankreich führt "vom Blues zum Rap"...

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Black & Proud ufert - natürlich - aus: "Die Fülle der wegweisenden Songs ist so groß, dass jedem Jahr ab 1945 eine eigene Doppelseite gewidmet wird. Dabei wird jeweils ein musikalischer Meilenstein des Jahres genauer beleuchtet, mit Informationen zu Entstehung, Hintergrund und Wirkung", soweit der Verlag. Playlist mit Hun-derten von Songs auf: www.avant-verlag.de

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Hier purzeln die Genres nur so: Blues, Soul, Funk, Disco, Hip Hop, R&B...

Tolles Cover mit Cut-out-Buchdeckel - viele adäquate Einseiter befinden sich auch im Innenteil, wie auch eine Reihe Fun-Facts - über: Pegasus-Reiter Prince bespielsweise, der sich für das Back-Cover seines selbstbetitelten Albums nackig machte, bevor er sich aufs Pferd schwang.

TIPP

 

 

 

 

 

 

Mit etwas Verzögerung nun auch auf deutsch: die vorliegende Chronik der afroamerikanischen Musik. `Ohne Jazz´ war das Konzept der Macher, um nicht auszuufern. So ganz klappt das natürlich nicht, ein paar Jazz-Facts finden auf den ersten erklärenden Überblicksseiten (sinnvollerweise) dennoch statt. Eine weitere bewusste Beschränkung: ausschließlich US-amerikanische Populärmusik von 1945 bis 2015 wurde berücksichtigt. Ein weltweites Kompendium hätte klar den Rahmen eines einzelnen Buches gesprengt - und wohl ein größeres Kollektiv als das Künstler-Duo Brüno & Hervé Bourhis für Text & Zeichnungen erfordert.

Diese beiden führen die Leser mit Black & Proud also Vom Blues zum Rap (und auch vom Blues bis Beyoncé - der R&B-Charts-Mainstream wird nicht ausgespart. Dabei erzählen B&B in Comic-Form und mittels einer Fülle lesenswerter Puzzleteile im Schnelldurchlauf - der Leser fliegt nir so durch die Jahre und Anekdoten. Manchmal wird es da eng, denn je eine Doppelseite pro Jahr musste reichen. Man kommt dennoch auf 176 prall gefüllte Seiten.

Die Aufteilung läuft meist so: Auf der einen Seite wird ein relevantes Album aus dem jeweiligen Jahr mit großem Cover und einigen Hintergrundinfos präsentiert. Auf der gegenüberliegenden Seite kleinteiliger gibt es illustrierte Ereignisse des gleichen Jahres.

Die Entwicklung von Subgenres und die Karrieren herausragender KünstlerInnen stehen dabei zwar im Fokus, doch auch die politische Lage der jeweiligen Zeit und die Fortschritte der Bürgerrechtsbewegung in den USA werden thematisiert.

Auf diese Weise erhält der Leser einen ausführlichen Überblick über die Geschichte afroamerikanischer Musik und ist in der Lage, Zusammenhänge herzustellen, die Bedeutung einzelner Songs im politischen & sozialen Kontext zu erkennen und die Entstehung ganzer Genres nachzuvollziehen.

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Nice, nice Baby. Die ultimative Black Music-Comic-Chronik. © Pictures: Bourhis * Brüno - © Text: cinesoundz 2018