pop-rock 12-2013

    * soundtrack * crossover/jazz * pop/rock * catalog * electro * world * x-mas *

     

    Boy & Bear - Harlequin Dream / Arcade Fire - Reflektor

     
     Nettwerk / Soulfood * Vertigo Berlin / Universal  
     
     

    Ab 10. Januar 2014 war es soweit und dieser australische Überraschungstreffer konnte auch offiziell in Deutschland einschlagen. Schon das (US-)Debüt von 2011 ließ aufhorchen, der hier vorliegende Nachfolger von "Moonfire" jedoch brennt ein wahres Feuerwerk an Songideen ab - Lead-Singer/Songwriter Dave Hosking wurde erklärtermaßen von einem "kreativen Tsunami" getroffen. Seine Mitstreiter, Kilan Gavin (git), der neue Bassist David Symes sowie die Brüder Jon /& Tim Hart an Klavier/Mandoline bzw. am Schlagzeug brauchten auf "Harlekin Dream" nur noch das instrumentale Gerüst für Hoskings Ideen zu liefern. Schon nach dem hymnischen Opener von "Southern Sun", den Hosking mit Americas Klassiker "A Horse With No Name" vergleicht, ist es eigentlich um den Hörer geschehen. Manche der folgenden Songs benötigen ein wenig länger, doch schnell wird klar, dass diese im Studio Alberts (wo sowohl AC/DC, als auch die Easybeats u.v.a. schon aufnahmen) eingespielten und in Seattle von Phil Ek (u.a.Fleet Foxes)abgemischten Tracks sich zu einem gut durchhörbaren Album verdichten. Im März 2014 schließlich sind drei erste deutsche Live-Daten angekündigt: Hamburg, Berlin & Köln. München hat bislang Pech.

     TIPP
     LIVE


     

     

     

     

    3 Jahre nach dem bisherigen Karriere-Höhepunkt "The Suburbs" incl. der Hymne "Mountains Beyond Mountains" wurde einmal mehr ein grenzwertiger Herbst-Hype um das aktuelle, von DFA-Mastermind James Murphy produzierte Arcade Fire-Album "Reflektor" veranstaltet. Murphys Einfluß hört man bei Tracks wie dem mit Vorab-Vinyl feat. David Bowie-Background-Bit & Anton Corbijn-Video gelaunchten "Reflektor","We Exist" oder "Afterlife" in der Tat überdeutlich. Murphy relativiert dergestalt seinen zwischenzeitlichen Rückzug mit dem LCD Soundsystem. Und wieder mal huldigt eine Band den stilprägenden Talking Heads. Clever vermarktet ist das Ganze selbstredend, incl. fix ausverkauften Live-Gigs als `Reflectors´, u.a. in Berlin. Leider liegt vom Label keine CD zur Rezension vor, nur ein Download, über die Ausstattung sind also keine Angaben möglich.
     TIPP
     
     
     

    London Grammar - If You Wait / Lily & Madeleine

     
     Metal & Dust Recordings - Island / Universal * Asthmatic Kitty / Soulfood  
     
     

    Über (fast) anonyme Song-Posts im Internet brachte sich das Trio Hannah Reid, Dot Major & Dan Rothman in den Fokus der alten & neuen UK-Medien. Mit dem nun veröffentlichten Album-Debüt "If You Wait" hat das Warten für die Fans von London Grammar zunächst ein Ende. "Hey Now" (als Opener) und "Metal & Dust" (Anspieltipp!) sind enthalten, weitere 9 Tracks kam hinzu. Und zwar produziert von renommierten Produzenten wie Tim Bran (The Verve, Richard Ashcroft, La Roux) und Roy Kerr aka The Freelance Hellraiser. Für den Mix der von Reids Vortrag dominierten Balladen & Mid-Tempo-Songs zeichnete Kevin KD Davis (Outcast, Beyoncé, Jay-Z) verantwortlich. Dass sie kein auf Internet & Home-Studio beschränkter Fricklerhaufen sind, stellen London Grammar aktuell & bis weit ins neue Jahr hinein auf einer Tour durch die wichtigen englischsprachigen Territorien & die Beneluxstaaten unter Beweis - Deutschland muss weiter warten... www.londongrammar.co

     


    "Ridiculously charming and sweet harmonies". Auch beim selbstbetitelten Debüt von Lily & Madeleine steht der Gesang ganz im Mittelpunkt. "We´ve got nothing but time" - das nennt man wohl Understatement. Die 16 (Madeleine) & 18 (Lily) Jahre jungen Schwestern aus Indianapolis überzeugten beim ersten herbstlichen Showcase in Berlin mit Charme & zartem, schnörkellosen, ganz und gar nicht asthmatischen Gesang. Seit íhrer von Sufjan Stevens betreuten Debüt-EP "The Weight of the Globe" vereinen Lily und Madeleine Jurkiewicz jede Menge Kritikerlob und Indie-Folk-Hoffnungen auf sich. Da scheint ein Studio mit dem Namen `Farm Fresh´ (Bloomington) die richtige Wahl zu sein. Die Musik stimmt also - Ausstattung des Albums können aufgrund der zur Verfügung gestellten Version noch keine Angaben gemacht werden. http://lilymadeleine.bandcamp.com/  

     
     
     

    Messer - Die Unsichtbaren

     
     Thischarmingman / Cargo  
     
     

    Textprobe? "Dann kippt der Film zur Wende hin. Sie schaut ihn an, trinkt die Luft der Nacht. Wie eine Spinne von einer Lampe lässt sie sich herab." Messer, also Sänger Hendrik Otremba plus seine drei Mitstreiter Philipp Woste, Pascal Schaumburg(sic!) & Pogo McCartney, machen nach ihrem starken Debüt "Im Schwindel" weiter im angedüsterten Früh-80er Early Cure meets - Palais Sch.-Sound inklusive kühl-kryptischer deutscher Texte. Ein Schuss Fehlfarben & Stranglers hinzu und fertig ist das messerscharfe Zweitwerk, produziert von Tobias Levin & der Band. Auffällig einmal mehr das Cover-Artwork von Lead Charming Man Otremba himself, besonders eindrucksvoll natürlich im parallel erhältlichen LP-Format. Wieder so "ein Traum mit ganz viel Macht..." www.gruppeer.blogspot.

     TIPP & VINYL-TIPP

    1 rep messer

     

     

    The Strypes - Snapshot

    Virgin / Universal

    Irish Invasion. NME oder Q- hatten wieder mal `the next big thing´ ausgerufen. In der Tat klingen die vier jugendlichen Iren von The Strypes auf ihrem Album-Debüt "Snapshot" wie eine sehr muntere und mehr als halbstarke Mischung aus Beatles & Stones mit einem biergetränkten Schuss Dr. Feelgood. Rhythm & Blues der rotzigen Pub-Sorte, durchaus mit eingängigen Melodien. Selbst Ross Farrellys Gesang kommt wie ein Hybrid aus den jungen Herren Jagger & McCartney (z.B. bei "What The People Don´t See") daher, während Haupt-Songwriter & Gitarrist Josh McClorey mehr als ein Keith Richards-Memorial-Riff raushaut (u.a. bei "I Can Tell"). Pete O’Hanlon (Bass, Mundharmonika) und Evan Walsh (Schlagzeug) komplettieren das bemerkenswerte Quartett. Produzent: Chis Thomas ("Never Mind The Bullocks"). Beim Reeperbahnfestival und im November im Vorprogramm der Arctic Monkeys konnten die Jungs ihre deutsche Fangemeinde stark erweiter. Zum Jahresende spielen die Strypes in ihrer Heimatstadt Cavan, in Dublin & Limerick, dann geht es im Januar in die Staaten - im April kommen Sie wieder nach Deutschland - als Headliner. http://thestrypes.com/

     

     

     

    Foals - Holy Fire 

    & Live at the Royal Albert Hall - WMI / Warner

    Bereits eine Nummer größer hat das Venue bei den Foals aus Oxford schon zu sein. Aus dem auch separat als Blu-Ray (rechtzeitig zu vereinzelten Deutschland-Gigs) erschienenen Live-Mitschnitt aus der Royal Albert Hall und dem von Flood & Moulder (Nine Inch Nails, Killers) produzierten "Holy Fire"-Album wurde eine pralle Deluxe Fassung aus DVD & CD gebacken, insbesondere für neue Fans des Trupps um Frontmann Yannis Philippakis ein attraktives Package Indie-Gitarren-Rock mit Funk-Groove. Zumal die DVD auch das Album-Making-of "Nothing Left Unsaid" enthält. Muss auch eine Weile reichen, denn live beackern die Foals nun erstmal andere Teile der Welt. Play Track 3, "My Number".

     

     

     

     
     
     

    Prefab Sprout - Crimson/Red / Sheila E. - Icon

     
     Embassy of Music / Warner * Moosicus / Indigo TIPP!  
     
     

    Paddy McAloon bedankt sich im Booklet zuerst bei seinen ehemaligen Mitstreitern bis in die späten 90er, u.a. Bass-Bruder Martin, Ex-Freundin & Sängerin Wendy Smith, Drummer Neil Conti & Produzent Thomas Dolby : "Although I played and sang everything myself on this particular selection of songs, I am mindful of Prefab Sprout´s history." In der Tat scheint "Crimson/Red", dieses höchst willkommene Lebenszeichen aus der selbstgewählten Zurückgezogenheit des fragilen Pop-Genies McAloon, direkter als seine Vorgänger aus den 2000er Jahren wieder an die Großtaten anknüpfen, die spätestens seit "Steve McQueen" unter dem Label Prefab Sprout in der Welt sind. Mit dem Opener "The Best Jewel Thief in the World" kommt zumindest ein weiteres Juwel zur McAloonschen Schaffensliste hinzu, das in ähnlicher Perfektion eben nicht allzuviele Sterbliche hinzuzaubern in der Lage sind. Und auch der Rest ist wahrlich nicht schlecht... www.prefabsprout.net/

     

     


    VINYL-TIPP

     

    Mid-80´s-Fame bringt auch Sheila E. mit, die auffällige Sängerin & Percussionista auf diversen Prince-Alben & Konzerten (bis heute spielen beide zuweilen live zusammen). Icon kann nach einigen ruhigeren Jahren schon als Comeback-(Versuch) vom Miss. Escovedo (Tochter des ebenfalls notorisch trommelnden Pete) gelten, incl. Solo-Liveauftritten. Zwölf Jahre nach ihrem letzten Album "Heaven" erscheint also "Icon", Percussion- & Drums fuhrwerken hier durch R&B, Latin, Pop, Funk, wenn nicht eine Ballade wie "Who Am I Now" ansteht. Ein Song ist denn auch gemeinsam mit seiner Princeheit entstanden: das eingängige "Leader Of The Band". Wundern kann man sich über die unvorteilhafte Gestaltung der CD, die parallel (hier leider nicht vorliegende) Doppel-LP hat ein wesentlich attraktiveres Cover - und enthält wie die CD einen Downloadcode. www.sheilae.com/  
     
     
     

    Pink Martini - Get Happy

     
     Heinz - Naive / Indigo  
     
     

    "Ein eleganter, urbaner Stil-Mix", so beschrieb Bandleader Thomas Lauderdale im Cinesoundz-Interview 2010 die Musik seines Retro-Pop-Orchesters Pink Martini. Dessen weltweit erfolgreicher Unterhaltungs-Cocktail aus `Good Ol´-Time´-Pop, Jazz-, Crossover-Klassik- und Filmmusikelementen ist mit "Get Happy" beim mittlerweile siebten Album angelangt. China Forbes ist wieder dabei, weitere Gesangsparts bei den 16 Songs in neun verschiedenen Sprachen (u. a. Japanisch, Mandarin, Türkisch, Rumänisch & Farsi) gehen auf das Konto der live schon eingeführten Dame mit dem schönen Namen Storm Large, der beim Charlie-Chaplin-Klassiker "Smile", geht an die (unlängst verstorbene) Schauspielerin Phyllis Diller. Mittlerweile lädt Lauderdale außerdem gern illustre Gäste ein - wie Rufus Wainwright, Philippe Katerine oder Ari Shapiro. Das Vinyl erscheint parallel mit Downloadcode - was auch bei Pink Martini zum guten Ton gehört. http://pinkmartini.com

     
    VINYL-TIPP


     

    Stoppok - Auf Sendung

    Grundsound / Indigo

    Der Barde bleibt beweglich. An zwei heißen Tagen im August 2013 enterte die umtriebige One-Man-Band Stefan Stoppok das Bremer Studio-Nord um sich, umgeben von einer Armada von Saiteninstrumenten, 17 eigene Songs aus mehreren Schaffens-Jahrzehnten neu herzuspielen. Diese Solo-Sendung ist auf der vorliegenden Kombi aus CD & (Schwarzweiß-)DVD dokumentiert: Stoppok widmet sich den Wetterpropheten & Dumpfbacken, ist zwischendurch stinkig und spielt Schieber- und Spezialisten-Blues. Anspieltipps: "In 25 Jahren", wo sich Stoppok vor allem als entfesselter Gitarrero präsentiert und "Leise", im Duett mit Astrid North (Ex-Cultured Pearls). Für 2014 soll ein Album mit Band in der Mache sein.
    Stoppok ist derzeit auf ausgedehnter Deutschland-Tour - noch exakt bis zum 23.12. des Jahres. www.stoppok.de
     

     

     

     
     
     

    Frankie Rose - Herein Wild / Tired Pony - The Ghost of the Mountain

     
     Pias UK - Fat Possum / Rough Trade * Polydor / Universal  
     
     

    Die aus Brooklyn stammende Songwriterin Frankie Rose legt mit "Herein Wild" ihr zweites Soloalbum vor. Der Nachfolger ihres Debüts "Interstellar" von 2012 enthält als Soundbed FR´s ätherischen Vocals vor allem melodischen Gitarrenpop, was mit der Garage-Vergangenheit (u.a. bei den Dum Dum Girls) der Sängerin eher bricht. `Slick New Wave Pop´ ist das gar laut Waschzettel, schließlich darf der Bass auch mal düster unter den Gesangslinien rumbrummeln, wie in den Tiefen von "The Dephts". Insgesamt durchaus vielversprechend. Getourt wird in deutschen Landen allerdings wohl erst im nächsten Frühjahr, erstmal sind wichtigere Territorien dran. www.missfrankierose.com Play Tracks 2 "Sorrow", 6 "Minor Times" oder 7 "Question/Reason" sowie 5 "Cliffs as High" mit seinem wunderbaren Streichersatz.

     

    Der Titel `Supergruppe´ wird ja in der PR-Landschaft immer wieder gern vergeben. Auch angesichts der Bandbesetzung von Tired Pony war man schnell mit dem entsprechenden, mutmaßlich Aufmerksamkeit und Verkäufe steigernden Label-Sticker zur Stelle, musizieren hier doch immerhin Gary Lightbody (Snow Patrol), Peter Buck (R.E.M.), Scott McCaughey (R.E.M.-Dunstkreis), Jacknife Lee, Ian Archer und Richard Colburn gemeinsam. Die ersten beiden suchen bei diesem durchaus auch live spielenden Projekt wohl eher eine Auszeit von ihren jeweiligen `Super´-Gruppen. "The Ghost of the Mountain" ist dabei ebenfalls das zweite (s.o.) Album der Formation, die auf folkig-angehauchten Americana Rock setzt.

    www.tiredpony.com/
     TIPP
     
     
     

    Robbie Williams - Swings Both Ways

     
     Island / Universal  
     
     

    Mit dem Sean Connery-as-007-Memorial-Look auf dem Cover & im Booklet punktet Robbie fast mehr als mit dem Inhalt seiner zweiten, zweideutig betitelten Swingerscheibe. Es war wohl einfach zu verlockend, dem selbst für die Verhältnisse des Ex-Take That- Enfant Terribles megaerfolgreichen "Swing When You’re Winning" noch einen draufzusetzen. Geeignetes Repertoire gibt es natürlich mehr als genug - gerade für die Duette, die mit “Dream A Little Dream” (vs. Lily Allen), sowie der Entdeckung hier, “Little Green Apples” (mit Kelly Clarkson), einem 68er O.C. Smith-Millionenseller, zu den Höhepunkten des Albums zählen. Das für äffisches Vergnügen stehende “I Wanna Be Like You” aus Disneys Dschungelbuch wird mit Kollege Olly Murs durchgealbert. Es bleibt aber nicht bei Coverversionen von Klassikern, sechs der 13 Stücke sind neue Kompositionen (die etwas abfallen & meist mit Produzent Guy Chambers geschrieben wurden), wie der Show-Opener "Shine My Shoes", das nachdenkliche "Go Gentle", das eher langweilige “Soda Pop” (mit dem langweiligen Michael Bublé), das aus Versatzstücken anderer Songs gebaute "Swing Supreme", die Ballade "Snowblind" und das mit Rufus Wainwright geschrieben und aufgenommen Titelstück.

     

     
     
     

    Belleruche - Best of / Bet.e & Stef - It´s All Right

     
     Tru Thoughts * Compost / beide: Groove Attack TIPP  
     
     

    Value for money: Belleruche veröffentlichen nach vier besonders im UK sehr gut bewerteten Studioalben eine "Best Of" Doppel-CD, die einen guten Querschnitt durch das bisherige Schaffen des Londoner Trios bietet. Das beste Pferd im Tru Thoughts-Stall lässt sich nicht lumpen: Unter den 28 Titeln sind neben regulären Tracks auch ausgewählte Remixes und B-Seiten. CD1 wurde dabei vom Label zusammengestellt, CD2 von der Band selbst. Hip Hop, Blues, Pop und Jazz finden Eingang in den nie überproduzierten Turntable-Soul von Sängerin Kathrin deBoer, Gitarrist Ricky Fabulous, und DJ Modest, der auch für das Cover-Design verantwortlich zeichnet. Wie meinte `Wax Poetics` dazu? "Portishead meets Blondiein this Blues-soaked sleazathon."

    www.belleruche.com

     

    Die zunächst nur in Japan veröffentlichten Kanadier Bet.e & Stef spielen ihre Bossa-Jazzpop-Mischung bereits seit zehn Jahren. In ihrer Heimat über den Umweg Nippon schließlich bei Platin-Status angelangt, trennten sich die Wege des Duos aus Montreal für Soloprojekte. Nach 10-jähriger Abstinenz folgt jetzt eine Reunion, mit Unterstützung von Produzent Mike "Fu" Fresco, ebefalls aus Montreal. Das neue Album "It's All Right" kommt als limitierte Doppel-CD - auf CD1 finden sich die Hits, CD2 beinhaltet Remixe von Richard Dorfmeister, Louie Vega, Nicola Conte, King Britt oder Rainer Trüby - insgesamt über zwei Stunden neues Songmaterial. All das erstmals in `good ol´ Europe ´regulär veröffentlicht - vielleicht klang Bet.e´s Stimme den Verantwortlichen immer etwas zu sehr nach Sade Adu...

    http://beteandstef.com/
     
     
     
     

    Claire - The Great Escape / The Sounds - Weekend

     
     Island / Universal * Arnioki Records / Rough Trade  
     
     

    Die junge Münchner Combo Claire hat sich bei der Beschreibung ihres Bandsounds für `Neon Pop´ entschieden. "Unsere Texte bedienen sich immer einer sehr starken Bildsprache. Farben sind eben immer auch Ausdruck von verschiedenen Simmungen", meint Sängerin Josie Claire Bürkle, die den vier Instrumentalisten Matthias Hauck, Nepomuk Heller, Florian Kiermaier & Fridl Achten vorsteht. Diese Vier haben einen elektropoppigen, Empire of the Sun nicht unähnlichen, Breitwand-Soundteppich geschaffen, der Josies Stimme auf den 13 Tracks des beachtlichen Debütalbums ummantelt. Und sogar ein Grandmaster-Flash-Zitat hat hier ein Plätzchen im musikalischen Farbenspektrum. Play Tracks 2,4, 7, 10. www.claireofficial.com

     

    Öfters ganz munterer Indie-Dance, was die Schweden um Sängerin & Blickfang Maja Ivarsson auf ihrem fünften Studioalbum "Weekend" abliefern. Das funktioniert am ehesten, wenn Bass & Gitarren Uptempo unterwegs sind. Andererseits fehlen wirkliche Höhepunkte und das Album fällt kontinuierlich ab - ein Konzert dürfte unterhaltsamer sein als dieses auf CD geb(r)annte Wochenende. Zumal über die Aussattung aufgrund der zur Verfügung gestellten Promo keinerlei Aussagen möglich sind.

    Am 26.11. waren sie gerade in München live zu bewundern. Play Tracks 1,2.

    www.the-sounds.com
     
     
     
     

    Luke Temple - Good Mood Fool TIPP / The Toxic Avenger - Romance and Cigarettes / Perera Elsewhere - Everlast

     
     Secretly Canadian / Cargo * Roy Music * Friends of Friends / beide: Alive  
     
     

    1 Der `Here We Go Magic´-Sänger Luke Temple war bei seinen Solo-Ausflügen bisher eher für indie-folkiges Oeuvre bekannt. Der Singer/Songwriter setzt auf mit "Good Mood Fool" auf einen eingängigen Blue Eyed-Soul und Pop-Mix a la Steve Winwood. Die wie in dessen "Arc of a Diver"-Phase auftrumpfenden Synthie-Arrangements und Temples eher an Paul Simon erinnernder Gesang rücken das angenehm durchhörbare Album atmosphärisch noch mehr in Richtung 80´s. Play Tracks 1-4, 6, 8, 9.

    2 Und nochmal Mitte der 80er: Der ursprünglich eher aus der Electro-Ecke stammende "French Touch 3.0"-Remix-Star Simon Delecroix hat seinen Projektnamen Toxic Avenger aus einem Horror-Flick genau dieser Zeit entlehnt, covert "Bette Davis Eyes" und setzt auf seinem zweiten Album auch sonst ganz auf analoge Retro-Synthiepopklänge. www.thetoxicavenger.tv

    3 Sasha Perera, sonst Sängerin und Songwriterin von Jahcoozi, hat sich für ihr Solo Debüt “Everlast“ statt einem Berliner Label die amerikanische Label `Friends of Friends´-Schmiede ausgesucht. Die gebürtige Londonerin bearbeitet textlich soziale Ungleichheiten Geschlechter-Diskriminierung, Religionszwänge oder Korruption. Musikalisch bleibt es verhalten trip-hoppig, trotz Unterstützung von Gästen wie Gonjasufi oder Aremu fehlt es im in sich stimmigen, aber auf Albumlänge dahinschlurfenden Soundteppich doch etwas an Abwechslung. www.pereraelsewhere.tumblr.com

     
     
     
       

     
     

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