Reviews Pop-Rock 06-2015

    * soundtrack * crossover * pop/rock * catalog * jazz * electro * world * audiobook *
      * film * comic * book *
     Sola Rosa - Magnetics / Miaoux Miaoux - School of Velocity  
     Agogo / Indigo * Chemical Underground / Rough Trade VINYL-TIPP
     
     

    "Magnetics", das sechste Album von Multiinstrumentalist & Frontmann Andrew Spraggons Ensemble Sola Rosa, geht den mit dem Vorgängeralbum Low & Behold, High & Beyond von 2013 eingeschlagenen Weg in Richtung Neo-Soulpop, Hip Hop und R&B weiter - mit geglätteterer Produktion & jeder Menge Gast-Vokalisten. Der Australier Jordan Rakei, der Neuseeländer Noah Slee, die US-Amerikanerin Georgia Anne Muldrow, sowie die Briten Kevin Mark Trail (von The Streets), Olivier Daysoul, Sharlene Hector und Tawiah, die Spraggon von Gilles "Everywhere" Peterson empfohlen wurde, dürfen sich am Mikro beweisen. "Get It Together" hätte das Zeug zum Hit Parallel auch als 180-g-Vinyl incl. Downloadcode. Play Tracks 5, 6, 9.
    www.solarosa.com

    Ein Schritt nach vorn für Julian Corrie aka Miaoux Miaoux, den Neo-Glasgower Musiker & Remixer (Belle & Sebastian, The Phantom Band). Sein neues Album "School Of Velocity" hat das, was dem Elektropop-Debüt "Light Of The North" von 2012 noch fehlte: Im gern überschwenglichen Mix aus 80´s-Pop & 90´s-Trance lauern diesmal auch potentielle Hits - bei "Star Sickness", und "Luxury Discovery" könnte es endlich klappen (das den beiden Nummern folgende, ähnlich angelegte Titelstück bleibt dann doch ein Albumtrack), während "It´s The Quick" voll den Tanzflur im Visier hat.
    Play Tracks 1-5, 7.

    facebook.com/miaouxmiaoux


    Wire - Wire
    Pinkflag / Cargo

    Ein neues Album von Wire gibt es zu vermelden und es funktioniert. Beyond 60, aber noch gut im Saft - mit Colin Newman, Graham Lewis & Robert Grey gehen immer die drei Originalmitglieder mittlerweile zügig auf das 40. Jahr des Bestehens zu. Ähnlich wie beim vorletzten Studioalbum, "Red Barked Tree", schrammeln Newman & Co. weiter liebevoll-stoisch die mittlerweile gehörig Pop-Appeal einfassenden Postpunk-Gitarren, Namensgebung & Covergestaltung des Albums lassen ähnlich wenig Experimentierfreude durchblicken, ein bissl Psychedelic 60´s-Touch hat´s bei Wire früher schließlich auch schon gegeben. Doch halt - immerhin gibt es einen neuen Gitarristen, den etwa 30 Jahre jüngeren & langhaarigen Matthew Simms, der die Band seit 2012 bereits live ergänzte. Play Tracks 1-4, 9,10. Wire ist weiter live aktiv, derzeit aber nicht im deutschsprachigen Raum. www.pinkflag.com
     




    TIPP



     
     

     
     Blur - The Magic Whip / Paul Weller - Saturns Pattern
     
     beide: Parlophone / Warner TIPP
     
     
     
    Nicht umsonst hat arte gerade wieder die 2014er Doku "Die Britpop-Battle" ins TV & Internetprogramm gehieft. Während Oasis mit dem zerstrittenen Gallagher-Brüderpaar kaum wieder zueinander finden wird, hat sich Blur unter der Ägide von Damon Albarn gerade mit ihrem Reunion-Album "The Magic Whip" zurückgemeldet - 12 Jahre nach dem letzten Studiowerk - eine kleine Sensation, obwohl die Band auf ihren Kurz-Auftritt bei den Londoner Olympischen Spielen folgend seit 2013 bereits wieder tourte. In Hong Kong (s. Album-Design) eine während einer Tourpause entstandene Handvoll Stücke wurden mit Produzent Stephen Street überarbeitet & mit Lyrics von Albarn abgerundet. Der Bandleader hat die Melancholie seiner Soloaktivitäten mitgebracht, etwa für das zarte "The World Towers" oder "There Are Too Many Of Us", im Opener klingt ein gereifter Albarn schwer nach Paul Weller, die Band später noch öfter nach The Jam. "Go Out" nimmt nach verhaltenem Beginn noch Fahrt auf, "The Ice Cream Man", "Ghost Ship" & Pyongjang" sind weitere wohlgeratene Midtempo-Tracks. Ganz manierlich, Blur. www.blur.co.uk Play Tracks 1,2,4, 9, 10.

    Blur-Labelmate Paul Weller, das Original, hat derweil einen höheren Gang eingelegt. Auf "Saturns Pattern" lässt es der Modfather öfters bluesrockig krachen, so beim verzerrt eingesungenen Opener "White Sky"("Als ich die Lyrics schrieb, dachte ich an Robert Johnson.") oder "Long Time". Bei dem teils balladesken Northern Soul-Stück "Going My Way", dem funkigen "Pick It Up", oder dem abschließenden, neben "Phoenix" noch am ehesten in Richtung Style Council deutenden, neunminütigen "These City Streets" zeigt Weller allerdings, dass er auch ganz anders kann. Flankiert von seiner Tourband schraubt Weller mit seinem 11. Studiowerk die Erwartungen an den kommenden Deutschland-Auftritt noch einmal gehörig in die Höhe. Play Tracks 1,3,4,7,9. http://paulweller.com Save the date: Am 4. Juli wird Paul Weller im Rahmen seiner Welt-Tournee auch im Münchner Technikum erwartet. www.paulweller.com
     




    TIPP & LIVE-TIPP



     
     
     Florence + the Machine - How Big, How Blue, How Beautiful
     
     Island / Universal TIPP
     
     
     
    Schon vor dem dritten Album "How Big, How Blue, How Beautiful" war Florence Welch samt the Machine im Mainstream angekommen. Das im Verlauf des letzten Jahres geschriebene & aufgenommene, von Markus `most supportive friend´ Dravs (Björk, Arcade Fire, Coldplay) produzierte Werk, klingt nicht revolutionär anders als "Lungs" oder "Ceremonials", nur - trotz Streichern & (erklärtermaßen von Goldfrapp´s Will Gregory arrangierter) Bläsersektion - vielleicht weniger versponnen. Zumal sich die mittlerweile 28-jährige Frontfrau textlich diesmal mehr ganz irdischen Problemen im Hier & Jetzt widmet. Der Opener ist geradliniger Poprock, das folgende "What Kind of Man" startet von einem Rockriff aus, beim Titeltrack jubilieren die Bläser, danach ist Raum für Balladen, einige davon ganz zauberhaft, bis mit "Mother" zum Ausklang noch ein Reizpunkt gesetzt wird. Die Maschine läuft, die ersten beiden Alben werden von Universal bereits verramscht. http://florenceandthemachine.net/
     

     
     
     Danny & the Champions of the World - What Kind of Love / Of Monsters And Men - Beneath The Skin
     
     Loose Music /Rough Trade * Republic / Universal TIPP
     
     
     
    Springsteen meets Stax, constantly touring the UK...Danny Wilson & seine Londoner Champions Of The World beackern auch auf dem neuen, fünften Studioalbum "What Kind Of Love" ihre Mischung aus Memphis-Soul, Folkrock & Alternative Country. Die Vocals sind angerauht, die Liebeslyrik kommt aus der Seele, die Steel-Guitar klingt stetig, vereinzeltes Gebläse oder Pianoakzente, im Background jubilieren die Girls. Zehn solide Songs, wie sie die Fans eh bestellt hätten - auf der letzten Tour während Soundchecks und im Hotel entstanden. Das aktuelle Liveprogramm gibt es allerdings erstmal nur auf der Insel und in den Niederlanden zu bestaunen. Play Tracks 3,4, 9.

    www.dannyandthechamps.com

    Was genau macht die Massenkompatibilit im Breitwand-Indie-Rockpop dieses isländischen Bandkollektivs aus? Vielleicht seine konstante Durchschnittlichkeit. Auch auf dem Nachfolger ihres Debüt „My Head Is An Animal“ präsentieren Of Monsters And Men mit ihrem Co- Produzenten Rich Costey (Muse, Death Cab for Cutie, Interpol) elf in Island und Los Angeles aufgenommene Songs, die im wesentlichen gleich aufgebaut sind - ohne Ecken, Kanten oder Überraschungen - zumindest ohne die Deluxe-Bonustracks. Immerhin steckt auch bereits die (vorliegende) Basis-Version in einem hübsch ausgestanzten Digipak.
    Am 19.6. spielen Of Monsters And Men live beim Southside-Festival.

    www.ofmonstersandmen.com
     


     
     
     Mike Andersen - Home / Leo Hört Rauschen - Modern Modern  
     Nordic Music Society / Membran * Chateau Lala / Broken Silence TIPPs & LIVE-TIPP!
     
     
     
    Singer/Songwriter Mikkel Dybdal `Mike´ Andersen hat im heimatlichen Dänemark & in Norwegen schon einigen Erfolg. Mit seinem fünften, durchgängig englisch gesungenen Album "Home" werden nun Anstrengungen unternommen, seine bluesbasierte Musik mit Folk- & Soulanleihen auch im deutschsprachigen Raum bekannter zu machen. Vom Sänger co-produziert, von Russel Elevado (Alicia Keys, The Roots) in New York und von Thomas Alstrup in Dänemark gemischt, könnte das Ganze auch hierzulande funktionieren, wenn Andersen ebenso fleissig seine Live-Qualitäten unter Beweis stellt, wie er dies derzeit (nur) in Skandinavien tut.

    www.mikeandersen.com

    Wer in den 80ern die Fehlfarben oder Palais Schaumburg live & auf Konserve erlebt hat, bei dem wird die junge Dresdener Formation Leo hört Rauschen mit ihrem Deutsch-Wave-Indiesound keine Offenbarung auslösen. Für das eine oder andere nostalgische Schmunzeln sind einige der Tracks samt den im 16-seitigen Digipak-Booklet abgedruckten, ambitionierten Texten auf "Modern Modern" aber allemal gut. Eine ZDF-Kultur-Theaterproduktion aus dem Bauhaus in Dessau haben Mastermind Maik Wieden, Uwe Hauptvogel, Marius Jurtz & Benjamin Rotluff bereits geschultert. "Was wollen wir werden - wie wollen wir reifen - es muss sich lohnen - Konzentration."
    Play Tracks 1-3. Am 19.6. live im heimatlichen Dreseden, weitere Termine: www.leohoertrauschen.de

     



     
     
     Prinzhorn Dance School - Home Economics /
    Kopecky - Drug For The Modern Age
     
     Dfa * Ato / beide: PIAS Coop/ Rough Trade TIPP!
     
     
     
    Hoppla - sechs Stücke, knapp 23 Minuten Laufzeit - eine EP !? Findet an dieser Stelle normalerweise nicht statt - weil´s den Rahmen sprengt. Aber für das Duo aus Brighton mit dem reduziert-intensiven Gang of Four-Gedächtnis-Sound machen wir einfach mal schnell eine Ausnahme...Kantiger Wummer-Bass, wavig-schneidende Gitarre, Post-Punk-Attitude am Mikro - Suzi Horn (bass, drums, vocals) & Tobin Prinz (guitar, vocals) haben 2008 & 2011 schon Laut auf Tonträger gegeben, sind uns aber auf der 2012er Stippvisite im Atomic Cafe entgangen. Schade, dass gegenwärtig nur englischsprachiges Terrain im Tourkalender steht. Interessenten müssen sich bis auf weiteres wohl mit diversen (Live-)Videos begnügen.
    www.prinzhorn-dance-school.com/prinzhorn

    Gar nicht mal so weit hergeholt, die (NY-Times-)Vergleiche mit Fleetwood Mac, schliesslich hatte die Kopecky Family Band aus Nashville mit "Heartbeat" bereits einen Top 10-Radiohit. Auch Prefab Sprout scheint man zumindest nachzueifern. Für das vorliegende zweite Album "Drug For The Modern Age" hat das Ensemble den Namen auf schlicht `Kopecky´ reduziert. Klanglich geht es opulenter zur Sache: Indie-Pop mit knackigen Gitarrenriffs & hymnischen Refrains, allermeist zweistimmiger Gesang des Songwriter-Frontgespanns Kelsey Kopecky & Gabe Simon und ein Sinn für Hooks - auch wenn sich diesmal nicht wirklich ein Hit aufdrängt. Die Synthies von Bandkollege Markus Midkiff, früher aufs Cello geeicht, halten sich mittlerweile nicht mehr durchgängig im Hintergrund. www.kopeckymusic.com






     



    The Helio Sequence - The Helio Sequence
    My Morning Jacket - The Waterfall
    Sub Pop / Cargo * Ato - PIAS Coop / Rough Trade TIPP
     
    Wie harmonisch. Brandon Summers & Benjamin Weikel aus Beaverton/Oregon, musizieren schon seit 1999 gemeinsam und haben aktuell bereits ihr sechstes Studioalbum am Start. Die 10 Songs darauf, zumeist kompakte stimmig arrangierte Dream- & Indiepop-Nummern mit Folk- & Psychedelic-Einflüssen, sind nach 35:38 Minuten durchgelaufen. Wer nun mehr will, könnte sich den fünf Vorgängeralben zuwenden, um ggf. Vergleiche anzustellen. Ein Pluspunkt in jedem Fall das gelungene Digipak-Album-Design von Paulina Summers - auch das im ähnlichen Stil gehaltene Animations-Video zu "Upward Mobility" ist sehenswert. Live ist das Duo allerdings derzeit nur in den USA zu begutachten.
    Play Tracks 1,4.
    www.heliosequence.com

    Hat da jetzt wer REO Speedwagon gesagt? Insbesondere auf "Believe", dem Opener zum siebten "My Morning Jacket"-Album "The Waterfall" unterscheidet sich deren Harmoniegesang-Mischung aus "Alternative-Rock, moderner Psychedelia und Pop" nämlich nicht mehr allzusehr von gern verpönten AOR-Konzepten vergangener Zeiten. Und Sänger Jim James verlautbart: "Jedes Album trägt den Geist jenes Ortes in sich, an dem wir aufgenommen haben. Dieses Mal haben wir Stinson Beach in Kalifornien gewählt. Wir fühlten uns wie im Himmel. Es war eine psychedelische Erfahrung und doch arbeiteten wir völlig konzentriert." Für alle Natur- & Pschedelikfreunde, Die-hard-REO, -AOR und -MMJ-Fans abschließend noch diese Info: Die auf 1000 Exemplare limitierte Deluxe-CD (hier nicht am Start) bietet fünf Bonustracks. Bis die Band live nach Deutschland kommt - im September. www.mymorningjacket.com



     
     Best Coast - California Nights
     
     Harvest / Universal
     
     
     
    Und nochmal California-Support. Mit dem Opener "Feeling Ok" hat das amerikanische Indie-Rock Duo Best Coast, bestehend aus `Beauty´ Bethany Cosentino und `Beast´ Bobb Bruno, gleich einen Hit auf ihrem dritten Album "California Nights". Den es gegenwärtig live und auf allen Kanälen (drüben) zu bearbeiten gilt. Tatsächlich wird auf dem mit Produzent Wally Gagel (Muse, aber auch: New Order) in Hollywood aufgenommenen Werk der Heimatstaat von Bethany C. besungen - und durchaus auch dunkle Seiten Kontraste abseits von Palmen & ´blue sky´. “Wer je in Kalifornien gelebt hat, weiss, wie es sich hier bei Nacht anfühlt." Mit "In My Eyes" & "So Unaware" oder "Fading Fast" gibt es noch weitere gefällige Tracks auf dem Longplayer, der auch hierzulande sein Publikum finden sollte. www.bestcoast.net
     

     
     
     Luisa - Never Own
     
     Nettwerk / Soulfood LIVE-TIPP
     
     
     
    Das erste rein deutsche Signing beim kanadischen Nettwerk Label ist die 22 Jahre junge Hamburgerin Luisa Ortwein. Mit ihrer leicht heiser-rauchigen Stimme, einem Dutzend Eigenkompositionen, adhoc-Gitarre & Samplepad-Auftritten sowie reichlich DIY-Spirit schaffte es die englisch, französisch & italienisch singende Songwriterin & Co-Produzentin, Plattenfirma & Verlag für sich zu begeistern - ganz ohne etablierte `alte Hasen, deren Fell längst struppig geworden ist & deren Erfahrungen sich an verwitterten Koeffizienten orientieren´ will man dann doch nicht hinaus in die große weite Entertainment-Welt. Aber hören Sie selbst...

    Ab Anfang Juni den ganzen Sommer über diverse Livetermine - check out:
    www.listentoluisa.com www.nettwerk.com


    Jay Jay Johanson - Opium Kwaidan / Indigo

    "Just like in the movies..." Im Mai war er gerade für drei Live-Termine in Basel, Zürich & Berlin. Auch das zehnte Werk des schwedischen Electro-Neo-Chansonniers bietet die charakteristischen, scheinbar verschiedenen Filmgenres zugehörigen Background-Soundscapes, über die Johanson leichte Triphop-Beats und seinen melancholischen Gesang legt. In "Moonshine" etwa regiert eine Giallo-60´s-Beat-Breitwand aus dem Background das Liebeslied, während bei "Be Yourself" liebliche Streicher Johansons Stimme umspielen und bei "NDE" ein Vocoder zum Einsatz kommt. Auch die Auswahl der Gäste ist bemerkenswert: das deutsche Duo Funkstörung (auf "I Love Him So") oder Robin Guthrie von den Cocteau Twins (auf "Scarecrow").

    www.facebook.com/jayjayjohanson
     







     
     
     Faith No More - Sol Invictus / Slaves - Are You Satisfied?
     
     Reclamation - Ipecaq - PIAS / Rough Trade * EMI / Universal 
     
     
    1 Die Reaktivierung von Mike Pattons einflussreichem 90´s Crossover-Ensemble Faith No More sorgte für einen gewissen Widerhall in der Presse. Auch früher schon sorgte der Pattons vielfältigen künstlerischen Interessen geschuldete musikalische Gemischtwarenladen der Truppe (zwischen Metal & "Easy"-Lionel Richie-Cover) nicht nur für Begeisterung. Das ist mit dem von Bill Gould produzierten "Sol Invictus", das 18 (!) Jahre nach dem letzten regulären "Album Of The Year" erscheint, nicht anders - mal düster-aggressiv hämmernd, dann ohne Vorwarnung mal poppig, mal Bombast. Die aktuelle Besetzung: Patton, Gould(b), Mike Bordin(dr), Roddy Bottum(keys) & Jon Hudson(g). Auf den im Sommer anstehenden Festivals wird es wohl die bekannt exzentrische Bühnenshow des umtriebigen Frontmanns richten müssen. Auch in Deutschland vereinzelte Livedates www.fnm.com

    In your face - Auch die Slaves aus Essex sind (zwei) harte Jungs, zwischen Hardrock (beim Opener "The Hunter") & Punk ("Sockets") wird
    rausgerotzt, was geht. Zwischen die Noise-Gitarren passt aber auch das zarte Akustik-Gitarre & Piano-Pflänzchen des Album-Titeltracks - also ist noch Hoffnung auf eine etwa von The Clash einst vorexerzierte Entwicklung bei Isaac Holman (voc, dr) & Laurie Vincent (voc,g). Wer genau hinhört, vernimmt an den Rändern der "Do something!"-Lärmorgie eh schwarzhumorige Details, zumal einige der Texte eh an der Grenze zur Parodie siedeln (´you´re dead already´, ´become a carcass´), um die träge Brit-Masse aufzurütteln. `Cheer up, London.´ Play Tracks 4-6. Getourt wird aktuell geradezu sklavisch, doch mit Berlin & Köln steht erst im November deutschsprachiges Terrain im Kalender.
    www.youareallslaves.com


    Other Lives - Rituals / Gengahr - A Dream Outside
    Transgressive - PIAS Coop * PIAS / beide: Rough Trade

    1 2011 war Jesse Tabish bereits in dieser Sektion zu Gast, mit dem zweiten Album seines Projekts Other Lives, "Tamer Animals". Für die Aufnahmen zum Nachfolger "Rituals" kehrten Tabish & Co. Oklahoma den Rücken und begaben sich nach Portland, Oregon. Produziert wurde einmal mehr mit Joey Waronker (u.a. Eels, Beck). Other Lives sind keine ´one man show´, wie Tabish betont: "I feel really lucky to have a band and people around me that have been so supportive. That we've stuck together all these years and still don't hate each other". Josh Onstott & Jonathon Mooney wird es freuen. Ab 9. Juli Live-Dates in Germany, u.a. am 17.7. im Münchner Strom. http://otherlives.com/tour
    2 Ähnlich opulent angelegte, aber tempomäßig etwas weniger verschleppte Glam-Klänge kommen vom Quartett Gengahr aus Nordlondon, die bereits im Vorprogramm von alt-J für Aufsehen sorgten. "A Dream Outside", ihr Debütalbum ist für Felix Bushe (voc/g), Hugh Schulte (b),John Victor (g) & Danny Ward (dr/voc) der nächste große Schritt - und so geht es auch weiter: Live beim Melt! Festival (17.-19.7.) - http://gengahr.com/ Play Tracks 2-4, 6, 7.
     







    LIVE-TIPP



     
     
     Saun & Starr - Look Closer TIPP! / Luca Sapio - Everyday Is Gonna Be The Day TIPP! / Randy Roberts & The Capital Strokes - GS TIPP! 
     Daptone / Groove Attack * Glider Media Group / Cargo * Goodfellas /

     
     Last but not least - it´s gotta be...soulful. 1 Neues von Daptone, dem `House of Soul´: Die Sharon Jones-Backgound-Sängerinnen kommen aus der Deckung. Saundra Williams & Starr Duncan Lowe aus der Bronx haben sich ähnlich wie ihre ´leading lady´ lange abgerackert, um vom Singen leben zu können. Das mit den Dap-Kings in Brooklyn eingespielte, von Daptone-Chef Gabriel Roth aka Bosco Mann geschriebene & produzierte Album mit der Vorab-Single "Hot Shot" und dem Kracher "Big Wheel" macht uneingeschränkt Freu(n)de. Well done, ladies! www.daptonerecords.com
    2 Sänger & Radio-Moderator Luca Sapio war mit seinem Debüt "Who Knows" bereits an dieser Stelle zu Gast. Der Italo-Americano macht seine Sache weiter ausgesprochen gut: Italo-Beat meets 60´s Soul-Blues. Sowas bringt einen auf eine Bühne mit Paul Weller (s.o), Trombone Shorty oder David Letterman. Und - ein Kreis schließt sich - im letzten Jahr tourte Sapio als Opening Act für Sharon Jones & The Dap-Kings in Europa. www.lucasapio.com
    3 "It´s gotta be ..funky." Die 12 Mitglieder des italienischen Funk-Kollektivs Randy Roberts & The Capital Strokes haben sich dem 70´s Sound solcher Acts wie Sly Stone, Parliament oder Maceo Parker verschrieben. Sänger & Producer Randy `The Rev´Roberts aus Rom tritt dabei in die Fußstapfen seines amerikanischen Vaters Rocky Roberst, eines Pioniers der Soul-Bewegung in Italien. From the forefront of Italy´s funk szene...check it out. www.capitalstrokes.com
     
     
      
     
     Previous Issue: 4/5 - 2015 © cinesoundz 2015
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