
Werner Herzog Galore … Vol. 2 – berlin: Ausstellung & Katalog
* Deutsche Kinemathek Berlin verlängert bis 08.05.23 – Katalog im Könemann-Verlag * 7×3 Q&A-Video *
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Wer es trotz Verlängerung nicht zur großen Werner Herzog-Ausstellung nach Berlin geschafft hat, dem sei der bei Könemann erschienene Katalog empfohlen. In den Genuss eines Sonderpreises für das 380-seitige Buch kommen allerdings nur Besucher vor Ort: so oder so ein einmaliges Preis-Leistungsverhältnis – entweder für 9,95 € an der Museumskasse oder als Teil des Kombi-Tickets (Buch & Eintrittskarte). https://koenemann.com/Buch/Werner-Herzog – beim Verlag direkt: 12,95 €
Der von Kristina Jaspers & Rainer Rother für die Deutsche Kinemathek herausgegebene Band ergänzt die Ausstellungsteile Regie-Werk, Objekte der „Wunderkammer“, die Kontroversen sowie die von Reinhard Kleist exklusiv angefertigten Comic-Zeichnungen um ein Werner Herzog-ABC, einen Dokumenten-Anhang, Biografie & Filmografie. Vorangestellt sind ein Vorwort der Oscar-Preisträgerin Chloé Zhao (Nomadland) sowie ein ausführliches Gespräch der Herausgeber*innen mit dem Künstler – auf rund 60 farbig bebilderten Seiten.
Das großartige Don Ed Hardy-Tattoo – ein Gruß vom Fitzcarraldo-Set ans ZDF. ↓ |
TIPP!
TIPP |
Näher als über den Besuch der großartigen, zweigeschossigen Ausstellung der Deutschen Kinemathek in Berlin kann man dem Mysterium Werner Herzog wohl kaum kommen.
Eine komprimierte Biografie-Tafel gibt zu Beginn chronologische Orientierung, dann zeigen sich thematische Inseln in Herzogs Werk, zunächst ein Leinwand-Triptychon mit apokalytptischer Natur – Lava-Eruptionen, brennende Ölfelder. Bilder ohne Menschen, wie man staunend registriert. Außenposten & Grenzgänge als Konstante im Oeuvre.
Doch die kommen noch zuhauf ins Spiel im hier annähernd ausgestellten Oeuvre des „Humoristen, der das Schreckliche aushalten kann.“ (Verena Lueken/FAZ)
Die Death Row-Todeskandidaten, der manische Kletterer Messner, das `enfant terrible´ Kinski, der vom verzehrenden Objekt seiner Begierde buchstäblich verspeiste Grizzly Man Treadwell – aus solchem Holz sind die Charaktere, die Herzog magisch anziehen.
Da bleiben Kontroversen um den Verfechter seiner „ekstatischen Wahrheit“ nicht aus – eine Sektion oberen Teil der Ausstellung diskutiert unter Benutzung von Video-Statements ggf. problematische Aspekte im filmischen Werdegang des Ausnahmeregisseurs: Was ist dran am Vorwurf der Ausnutzung kleinwüchsiger Darsteller für Auch Zwerge Haben Klein Angefangen. Und immer wieder: Trauerarbeit oder Ästhetik des Grauens?
Dieser Rückblick auf das bisherige Werk Herzogs macht den (ausgedehnten) Stop beim nächsten Berlin-Aufenthalt quasi zur Pflicht – be a good soldier… |

