Leonardo - 500 Jahre Jubiläums-Ausgabe

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Zum 500. Todestag von Leonardo da Vinci am 2. Mai 2019...

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Das im November 2017 für eine Rekordsumme von USD 400 Millionen (netto) bei Christie’s in New York versteigerte Gemälde Salvator Mundi (s.u.) steht im Mittelpunkt von Zöllners zur Jubiläumsausgabe neu verfassten Vorwortes. Es zeigt als en face-Porträt Christus als Heiland der Welt mit dem Segensgestus der rechten Hand und mit einer Kristallkugel in linken Hand. Es gilt als das teuerste jemals versteigerte Kunstwerk.

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Frank Zöllner und Johannes Nathan. Leonardo – Sämtliche Gemälde und Zeichnungen: Taschen Verlag, Köln: 2019 (Erstausgabe 2003) - deutsch.

TIPP

 

 

 

 

 

 
Mit der überarbeiteten Jubiläumsausgabe von Frank Zöllners Leonardo – Sämtliche Gemälde und Zeichnungen gelingt dem Taschen Verlag zum 500. Todestag des Universalgenies am 2. Mai ein fulminanter Bildband in bester Druckqualität und mit höchstem wissenschaftlichen Anspruch. Die Werke da Vincis werden in solch beeindruckender Schärfe und Detailgenauigkeit wiedergegeben, dass der Betrachter sich ungehindert in dessen Gedankenwelt, Duktus und technische Präzision vertiefen kann. Wie bei einem Museumsbesuch mit Lupe, auch wenn man der Mona Lisa (s.l.) hinter dem Glasschutz im Louvre oder der Dame mit dem Hermelin (s.u.) wohl nie so nahe kommen könnte wie es bei den Großaufnahmen hier im Buch den Anschein hat.

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Zöllner stellt eine eindeutige Zuschreibung des Gemäldes in Frage. Zwar gibt er an, dass Leonardo wahrscheinlich an dessen Vollendung „selbst beteiligt“ gewesen sei und der Entwurf auf ihn zurückginge, doch hegt er starke Zweifel an der Auffassung, dass es sich „um eine vollständig eigenhändige Arbeit Leonardos handele“. Dies begründet er damit, dass es erstens im Gegensatz zu anderen authentischen Gemälden Leonardos in frühen Quellen nicht erwähnt werde. Zweitens reiche die sicher nachgewiesene Provenienz des Gemäldes nur bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts zurück als es sich im Besitz der englischen Textilhändlerfamilie Cook befand und als ein Werk aus dem Umkreis eines Leonardoschülers angesehen wurde. Und drittens sei das offenbar stark beschädigte Gemälde seit seiner Wiederentdeckung im Jahr 2005 einer radikalen Restaurierung unterzogen worden, deren Beginn „überhaupt nicht dokumentiert zu sein scheint.“ Vergleiche von Fotografien des Gemäldes aus unterschiedlichen Jahren, belegten zudem, dass das Bild noch kurz vor der Versteigerung 2017 in fragwürdiger Weise durch eine Restaurierung verändert wurde.

Dr. Claudia Hucke

www.taschen.com

© Abbildungen: Taschen © Text: clc - cinesoundz 2019