Alice in Wonderland Original Soundtrack – Composed by Danny Elfman – Disney – EMI
Seit einigen Jahren gab es zu Disney-Filmen keine orchestralen Scores mehr auf CD. „Up“ oder „A Christmas Carol“ beispielsweise wurden zuletzt immerhin als Digi-Download angeboten. Für Tim Burtons unter lautem und insgesamt wohlwollendem Rauschen im Blätterwald gestarteten aktuellen Bilderrausch zu Lewis Carrolls Kinderbuchklassiker hat man diese Strategie dankenswerterweise wieder geändert. Es wäre zu schade gewesen, den opulenten Chor von Elfmans einprägsamem „Alice“-Thema, das sonst eifrig bei Minimalisten wie Philip Glass borgt, nicht separat auf CD veröffentlicht zu wissen.
Almost Alice Inspired by – Various Artists – Disney – EMI
Dieser Sampler gehört natürlich eigentlich in die Rubrik Filmmusik. Da sich dort ein hübsches Gewinnspiel tummelt, das für „Alice“ diesmal nicht drin war, verräumen wir diese „inspirierten“ Songsampler gleich hinter die Quelle. Einen Kessel Buntes hat man da aus dem Disney-Marketing-Hut gezaubert. Mit Avril Lavigne, Metro Station oder Tokio
Hotel soll offensichtlich die junge Zielgruppe bedient werden und für die Kinobegleitung und sonstige kundige ältere Semester werden Robert Smith von The Cure oder ein Remake von Jefferson’s Airplane’s „White Rabbit“ aufgeboten. Franz Ferdinand sind auch noch mit von der Partie.
A Serious Man Original Soundtrack – Composed by Carter Burwell – Lakeshore
Dieses subtil-geschwärzte „Back to the roots“-Drama der Coen-Brüder über einen jüdischen 60´s-Kleinstadt-Professor und die zunehmend absurde Normalität um ihn herum schleicht sich nicht nur auf der filmischen Ebene durch die Hintertür an. Auch Carter Burwells um ein verhangenes Hauptthema kreisender, von drei Jefferson Airplane-Songs (insbesondere „Today“ eine veritable Wiederentdeckung) an den richtigen Stellen unterstützter, knapper Score wächst mit jedem Hören – bis man am Ende gar dem jiddischen Klagelied „Dem Milners Trern“ verfällt. Ja, das Rad des Lebens dreht sich unerbittlich… serious stuff. www.seriousman.de
Up In The Air Original Soundtrack – Various Artists – Rhino – Warner
Der Unternehmensberater Ryan Bingham will der siebte Mensch werden, der als Frequent Flyer die
sagenumwobene 10.000.000-Meilen-Schallmauer durchbricht. Der „Juno“-Nachfolger von Ivan Reitman lässt George Clooney 322 Tage im Jahr in der Luft kreisen. „My soundtrack begins the day I start writing a screenplay.“ Reitmann hat es sich auch für „Up In
The Air“ nicht nehmen lassen, selbst Hand an den Soundtrack zu legen, hatte jedoch mit Randall Poster auch einen der profiliertesten US-Music Supervisoren an der Seite. (Neo)Folk meets Soul, z.B. im Opener, einer funkigen Version des Woody
Guthrie-Klassikers This Land Is Your Land , interpretiert von Sharon
Jones & The Dap Kings. Zwei bisher
unveröffentlichte Songs, mit denen Reitmann zudem eine persönliche
Beziehung verbindet: „Help Yourself“ vom Chicagoer Songwriter Brad Smith,
den Reitmann in einem Coffee Shop performen sah, sowie der Titelsong von Kevin
Renick, der Reitmann persönlich ein Demo-Tape überreichte. Graham Nash solo sowie mit den Kollegen Crosby, Stills & Young, sowie zwei entspannte Scoretracks von Routinier Rolfe Kent runden die CD ab. |