Post-Punk-Fans aufgepasst: Fac.Dance, die zweite, diesmal zusammengestellt und
mit LinerNotes versehen von James Nice (LTM), Ex-Labelmanager von Factory Records
Benelux. Das digital noch um 2 Tracks von Kalima & Swamp Children ergänzte CD- & Vinyl-Doppel-Set hat 24 frühe 12″-Versionen von Acts wie Cabaret Voltaire, Durutti
Column, A Certain Ratio ESG, The Wake oder Anna Domino zu bieten – 20-seitiges Booklet mit Fotos & Original Factory Artwork inklusive. Kantige Dance Musik-Ausflüge, gern mit dem bei Factory gehegten modernistischen Twist, Funk, Reggae, Dub, No Wave-Instrumentals und sogar Rai erweitern hier noch einmal das Spektrum der geschätzten ersten Ausgabe. www.strut-records.com
Steve Winwood – Arc Of A Diver Island / Universal
“While You See A Chance“ als erster Top 10 Hit für Steve Winwood beförderte bald auch das ganze, komplett
solo eingespielte zweite Album in die höheren Charts-Positionen. Neben dem Wiederhören mit dem Titeltrack „Arc Of A Diver“, „Second Hand Woman“ oder „Spanish Dancer“, ob als Original oder alternative Version, freut sich der Fan wohl vor allem auf ein für die zweite CD angekündigtes extralanges Instrumental “Night Train“ mit
zusätzlichen Gitarren- und Keyboard-Spuren, das damals exklusiv auf
einer 12“-Single erschien und bisher nicht digital oder auf CD erhältlich war. Abgerundet wird das ganze durch die BBC Radio-Doku „Arc Of A Diver – The Steve Winwood Story“ von Kate Thornton, die die Vorgeschichte Winwoods bei Spencer Davis Group, Blind Faith oder Traffic einbezieht.
A Tribute to Fleetwood Mac
Various Artists – Hear Music – Concord / Universal
Dass das nach ihrer Hoch-Zeit in den 70ern lange als uncool geltende britisch-amerikanische Kollektiv derzeit wieder vermehrt wertgeschätzt wird, dokumentiert dieses mit alten & neuen Prominenten wie MGMT, Billy Gibbons (ZZ Top), Tame Impala, The Kills, Marianne Faithfull, J Mascis (Dinosaur Jr) oder Matt Sweeney & Bonnie Prince Billy besetzte Tribute-Album. Das FM nicht nur einen Kurs- & Ortswechsel aus der britischen Blues-Szene heraus zur US- Westcoast, sondern auch diverse Umbesetzungen überstanden (entscheidende Stichworte Abgang Peter Green, Zugang Christine McVie, Stevie Nicks & Lindsey Buckingham) verdankt sie den herausragenden Gesangsleistungen wie dem Geschick in Kompositon & Arrangement. So sehr das Wiederhören von “Dreams“, “Tusk“, “Gipsy“, „Gold Dust Woman“, „Rhiannon“ oder „Think About Me“ freut, im direkten Vergleich hat gegenüber teils ehrenwerten aktuellen Bemühungen stets das Original die Nase vorn. Selten stimmt es wirklich, aber in diesem Fall haben über 100 Mio. Käufer eben nicht geirrt. Und es geht sogar das Gerücht über eine 2013 anstehende Tour…
Die Liedermacher 5-CD-Box Set – Various Artists – Pure / Universal
Legitim, diese fünf doch so unterschiedlichen Genre-Größen in einer Überblicks-Box zu würdigen, die maßgebliche Beispiele aus dem Repertoire von Georg Danzer, Ludwig Hirsch, Franz Josef Degenhardt, Hannes Wader und Konstantin Wecker enthält. Vielen Interessenten mag diese kompakte Form reichen. Wer hier bei einem der Künstler Blut leckt und nach mehr verlangt – jeder der Genannten hat im Laufe seiner langjährigen Karriere genügend Material produziert, das eine eigene Box gleichen Umfangs ohne Weiteres ermöglichen würde. Als Zuckerli sind hier bisher unveröffentlichte Live-Aufnahmen beigegeben. Im Falle der zur Rezension vorliegenden CD des 2007 tragischerweise viel zu früh an Krebs gestorbenen Georg Danzer sind das „Jö Schau“ und „Schau Schazui“. Booklettexte von Ingar Solty.
The Story of Roy Porter Sound Machine
Tramp / Groove Attack
Tramp widmet sich weiter vergessenen Rare Groove-Talenten der 60er & 70er. Roy Porter, der seine Karriere als
Bebop-Schlagzeuger begann und sich nach einer drogenbedingten Pause erst in den späten Sixties wieder musikalisch betätigte. Schnell hatte der Drummer & Bandleader sich, erst mit Roy Porter Sounds und dann mit der um Bläser erweiterten Formation Roy Porter Sound in der R
& B und Soul-Szene einen Namen gemacht. Mit 71 veröffentlichte er 1994 sein letztes Album, bevor er 1998 verstarb. Hier enthalten unter anderem sein Seventies Highlight „Jessica“ und „Panama“, jeweils in Vocal- und Instrumentalfassung. Booklet & Vinyl-Fassung entziehen sich der Beurteilung durch die Redaktion. www.tramprecords.com |