Chicago-& Garage-House Fans werden die vorliegende Retrospektive des Cajual-Labels von Curtis A. Jones aka Cajmere sicher begrüßen. Von ersten Gehversuchen „auf einem 6-Dollar Keyboard und einer billigen Vierspur- & Drum-Machine“ veröffentliche Jones seine ersten DIY-Tracks ab 1992 und bald auch auf dem eigenen Label Cajual. Sängerin Dajae wurde zum regelmäßigen Gast, Remixe von Cajual-Tracks wurden zunehmend auch von bekannten DJ-Kollegen wie Todd Terry oder Masters At Work beigesteuert. Strut bedient alle Formate: Diverse Tracks erstmals auf CD, die Kopplung ist auch als Gatefold-Doppel-Vinyl erhältlich, einige alternative Mixe exklusiv in der Digitalversion. ww.strut-records.com
Caro Emerald presents Drum Rolls & Heartbreaks
Various Artists – Grandmono / Universal
The music, that inspired Caro Emerald and her producers to make „Deleted Scenes from the cutting room floor“. Ein hübsch nostalgischer Trip, der die Einflüsse eines großen Erfolgs im Nachbarland Holland offenlegt, der mit etwas Verzögerung dann auch in Deutschland in den Charts nach oben kletterte. Caro Emerald brilliert hier, in Zusammenarbeit mit David Schreurs & Vincent Degiorgio als kenntnisreiche Kompilatorin. Ganz überwiegend unterhaltsam swingende 30er- bis 60er-Jahre-Perlen werde aufgeboten, wie Edmundo Ros´ „Sorta On The Border“, Dean Martins „Sway“, Sarah Vaughans „Whatever Lola Wants (Lola Gets)“ oder die Andrews Sisters mit Bing Crosby & der „Pistol Packin‘ Mama“, aber auch etwas Exotica mit Martin Dennys Instrumental „Martinique“ oder das amüsante „Your Feet’s Too Big“, von Fats Waller (von 1939). Und als Zuckerli für die Caro Emerald-Fans steht ganz am Ende ein ganz neuer Track von ihr – eine Coverversion von „Dream a little dream of me“. Das muss bis zum nächsten regulären Album reichen.
Cumbia Beat Volume 2
Various Artists – Vampisoul / Cargo
Amazonische Zeitreise nach Peru. Der Nachfolger zu Cumbia Beat Vol. 1 fasst den zeitlichen Rahmen ein wenig weiter und versammelt diesmal auch Tropical Sounds aus der zweiten Hälfte der Siebziger – bis 1983. Von Ensembles mit so klingenden Namen wie Los Titanes, Los Orientales, Los Ilusionistas oder gar Los Santos, die schon auf den leicht psychedelischen Touch dieser Chicha genannten Spielart der Cumbia verweisen. Elektrische Gitarren, karibische Percussion, rockige Solos, Wah Wah- & Synthieeffekte ergeben eine faszinierende Mischung für vom Boogaloo weitergezogene Hipster und andere Latin-Retro-Interessierte. www.vampisoul.com
Joao Gilberto – The Roots of Bossa Nova
Chrome Dreams – In-Akustik
Es soll Leute geben, die nichts vom Bossa Nova-Mitinitiator Joáo Gilberto im Schrank haben. Diesem Menschenschlag kann geholfen werden, er ist mit der preisgünstigen Zusammenfassung der drei Vinyl-Alben „Chega de Saudade“ (1959), „O Amor, O Soriso E O Flor“ (1960) und „Joáo Gilberto“ (1961) auf einer CD gut bedient. Der Käufer erhält zwar eine eher spartanische Ausstattung, aber zumindest einen kompakten Einstieg in das Schaffen des einflussreichen Künstlers. Und immerhin gibt es 2 Bonustracks sowie neue Linernotes von Charles Waring (Jazz-Spezialist beim Record Collector), die auch von der verschlossenen Persönlichkeit des das Rampenlicht seit jeher scheuenden Gilberto zu berichten wissen.
Sunday In Bed No.5 / Wavemusic 18
V. A. – 25 Records – Clubstar / Soulfood * Wavemusic / Alive
Das Muster, nachdem die Sunday in Bed u.a. Reihen funktionieren, ist offensichtlich. Geschönte Hochglanzverpackung, ein paar Namen, die der Zielgruppe vielleicht beim Weggehen schonmal untergekommen sind, hoher Werbeetat. Immerhin wird hier nicht nur auf aufdringliche Werbeplacements von „Kooperationspartnern“ verzichtet, die namenlosen Kompilatoren überschreiten auch Lounge/House/Chill-Genregrenzen. Tracks vom Schlage des Serge Gainsbourg-Reggaes „Daisy Temple hätte man in dieser Verpackung nicht unbedingt erwartet, aber so lässt sich der Sonntag in der Tat nicht schlecht an. Und es groovt vertretbar weiter, Erykah Badu, Smith & Mighty, Tahiti 80, Trickski etc. Die discographischen Angaben muß man mit der Lupe suchen, dafür gehört die komplette Digipak-Innenseite keiner weiteren Sleeping Beauty, sondern zwei Croissants & Kafeetasse. Die sind dann auch die Stars des offiziellen Trailers zum Album.. In ähnlich stylishen, aber deswegen nicht oberflächlichen Gefilden tummeln sich auch die Wavemusic-Compilations. Stilvoll soll es sein. Da lag es nah, mit dem ehemaligen Gentleman-Playboy, Fotografen, Jetsetter & Kunstsammler Gunter Sachs Kontakt aufzunehmen. Zu einer gemeinsam entwickelten CD kam es zwar durch Sachs´ Freitod im Mai 2011 nicht mehr, doch Vol.18 wurde als posthume Hommage an Sachs konzipiert, mit dem Anspruch, das GS-Lebensgefühl, Substanz und Leichtigkeit musikalisch zusammenzubringen. Stellenweise scheint das recht gut geglückt, mit Tracks von Tok Tok Tok, Fat Freddy´s Drop, Bobby McFerrin, dann reisst uns Celine Rudolph raus. Geschmackssache. Die ebenfalls berücksichtigte Brigitte Bardot könnte wohl als Ex-Gattin eher beurteilen, ob das Ergebnis Gunter Sachs gefallen hätte. Noch bis zum 20.1.2013 in der Münchner Villa Stuck: Exponate aus der Kunstsammlung von Gunter Sachs!
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