| Naxos-Box-Set mit sechs Cds voller „classic horror film music“ ganz verschiedener Epochen. Als da wären: die titelgebende Salter/Skinner-Compilation „Monster Music“, Max Steiners klassischer Score zu „King Kong“ (sowie dessen Nachfolger „Son of Kong“), die Salter & Dessau-Zusammenarbeit für „House of Frankenstein“, Frankels „Curse of the Werewolf“, aber eben auch Woijciech Kilars mehr als 50 Jahre später erst entstandener, gleichwohl mächtig klassischer Score zu Coppolas „Bram Stoker’s Dracula“ (auf der gleichen CD ergänzt um „Death and the Maiden“ und die Arbeit zum blutigen deutschen TV-Mehrteiler „König der letzten Tage“ mit einem Christoph Waltz noch ohne Hollywood-Weihen). Eine damit sehr heterogene Auswahl unter Bundle-Aspekten, dennoch für Score-Fans nicht nur vom Preis her attraktiv ausgefallen.
Michael Nyman – Peter Greenaway Film Music EMI Classics
Die vier Spielfilme, die Peter Greenaway mit seinem Komponisten Michael Nyman von 1982 bis 1989 erarbeitete: „The Draughtsman’s Contract“, „A Zed and Two Noughts“, „Drowning by Numbers“ und „The Cook, the Thief, his Wife and her Lover“ bauten auf einer bereits langjährigen Kooperation bei einer Reihe von kurzen und experimentellen Werken seit 1972 auf: „A Walk Through H“, „Vertical Features Remake“, „1-100“ oder „Act of God“. Beispiele aus den ausgereiften Spielfilmen fasst diese EMI-Classics-Zusammenstellung zusammen, die noch einmal die eigenwillige Instrumentierung und den repetitiven Charakter als Markenzeichen der Nymanschen Kompositionen und damit auch der Filme Greenaways betont. www.michaelnyman.com
O Brother, Where Art Thou? Deluxe Edition Mercury / Universal
Zum auch schon wieder zehnjährigen Jubiläum des Coen-Bros-Streifens, der in seinem Soundtrack eben auch eine Querfeldein-Tour durch die Wurzeln der amerikanischen Musik mitlieferte, lässt sich Mercury nicht lumpen und gönnt allen Beteiligten eine opulente Deluxe Edition. Auf 2 Cds wird nun die Musik der kleinen Leute in den Staaten gewürdigt: die Worksongs der schwarzen Landarbeiter, aber auch die Musik der weißen Tagelöhner und der (unlängst von einem durchgedrehten Gouverneur wiederbelebten) `Chain Gang´-Kettensträflinge: Gospel, Bluegrass, Blues, Spiritual, Folk, Hillbilly und Country. Traditionals galore also, teils im Original, meist aber als Neueinspielungen, z.B. von Alison Krauss, Norman Blake, Chris Thomas King, Gillian Welch, Emmylou Harris oder den Stanley Brothers. Zusammenstellung und Linernotes natürlich von T-Bone Burnett. www.obrothermusic.com
Grey´s Anatomy Vol.4 Atlantic / Warner
Lange haben die musikalischeren Fans der Assistenzärzte aus Seattle sich gedulden müssen, aber nun erscheint tatsächlich das lange nicht mehr für möglich gehaltene vierte Album mit Background-Songs aus der US-Krankenhaus-TV-Serie „Grey´s Anatomy“. Die Staffeln sind mittlerweile weit vorausgeeilt, in den Staaten ist man mittlerweile bei Numero 8 angelangt. Den Produzenten der ABC-Serie ist dieser arg verspätete musikalische Nachschlag nun zumindest ganz munter geraten, braucht sich angesichts der diesmal quasi vervierfachten Auswahl Folge 4 doch vor den erfolgreichen drei Vorgängern (bis 2008 erschien in jedem Jahr eine Soundtrack-Sampler-CD pro Staffel) nicht zu verstecken. Mit von der Partie sind u.a. Lykke Li, Cee Lo Green, Peter Bjorn & John oder Scars on 45.
Alfred Schnittke – Film Music Vol. 4 Frank Strobel & Rundfunk-Symphonieorchester Berlin – Capriccio
Die ersten drei Folgen der von Frank Strobel und dem Berliner Rundfunkorchester neu eingespielten Alfred Schnittke-Filmmusiken wurde an dieser Stelle bereits gewürdigt. Nachgereicht sei ergänzend der vierte Teil, der zwei Musiken zu Programmkino-Filmen des vor der Perestroika auf den Index gesetzten Regisseurs Elem Klimow. Für „Sport, Sport, Sport“, einen satirisch angelegten Dokumentarfilm (1970) fand Schnittke eine den zeitgenössischen Kollegen aus dem deutschen Osten und Westen nicht unähnliche Formel inklusive schmetternder Bläser, Jazz- und Beatrhythmen und Percussion. Bei der Suite aus der Musik zum Spielfilm „The Adventures of a Dentist“ (1965) wird es lyrischer und orchestraler, aber auch eine Charleston-Persiflage hat hier ihren Platz. Die Koproduktion von Capriccio und Deutschlandradio wird erneut durch ein mehrsprachiges Booklet mit einordnenden Texten zu Künstlern & Repertoire ergänzt. |