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THE JAMES BOND ARCHIVES 11-2012

JAMES BOND 50 SPECIAL 2: THE JAMES BOND ARCHIVES (Taschen)        
* soundtrack * crossover * pop/rock * catalog * jazz * electro * world * audiobook *        
       
"Bond. James Bond.“ - 007, so wie ihn die Welt von der Kinoleinwand kennt, wird fünfzig. Das verlangte nach einer angemessenen bibliophilen Würdigung, die nun aus dem Hause Taschen vorliegt. Es wird nicht gekleckert: 7 Kilo und im englischsprachigen Original bereits 600 Seiten im Leinen-Einband & Überformat - für das deutschsprachige Beiheft kommen noch einmal 130 Textseiten hinzu. Wer das kolossale, von Serientäter Paul Duncan herausgegebene Werk als Handgepäck herumtragen möchte, kann auf die Tragekoffer-Papp-Verpackung für die opulente Jubiläums-Archiv-Akte zurückgreifen.

Der bahnbrechende Erfolg der Serie war beim ersten Film für niemand vorherzusehen. Die Suche nach den geeigneten Filmschaffenden gestaltete sich holprig, weder Regisseur Terence Young noch der Hauptdarsteller waren ursprünglich erste Wahl.

1962 schließlich war Sean Connery das erste Mal mit der Lizenz zum Töten im Einsatz und jagte "Dr. No" - großteils auf Jamaika. Dort hatte der britische Autor Ian Fleming in den Fifties auch seine Serienfigur zu Papier gebracht und interessanterweise den erst um einiges später zum Einsatz kommenden Roger Moore als Bond favorisiert. Flemings damaliges Domizil "Goldeneye" gehört heute zur Island Outpost-Hotelkette von Chris Blackwell. Dieser agierte für den Film als Location Scout, entschied sich aber bekanntermaßen später für eine Karriere (vor allem) im Musik-Business.

Ähnlich detailliert werden nicht nur die 23 offiziellen Bond-Filme - inklusive(!) des gerade erst angelaufenen "Skyfall" - gewürdigt, sondern auch die 60´s-Parodie "Casino Royale" und das ironische 80er Connery-Comeback "Never Say Never Again".

Dabei wird auf neue Textbeiträge verschiedener Autoren, zeitgenössische Interviews und Statements zahlreicher Beteiligter sowie meist großformatige, teils unveröffentlichte Film- und Setbilder zurückgegriffen. Knappe Handlungsabrisse, ausführliche Bildunterschriften ein Index und eine bebilderte Chronologie vervollständigen das Referenzwerk, dem - nur in der Erstauflage - noch ein von einem 35mm-"Dr. No"-Original gezogener Filmstreifen als Bonus-Gimmick beigegeben wurde.

Filmplakate und die stilbildenden Titelsequenzen von Maurice Binder & seinen Nachfolgern spielen in diesen James Bond Archives nur eine nachgeordnete Rolle - hier bleiben das im ersten Bond Special bereits gewürdigte fantastische Poster-Book von Autor Alastair Dougall und die BluRay-Edition mit ihrer extra anwählbaren Titelsequenz-File die erste Wahl.

Eine der wenigen Überschneidungen wird jedoch geradezu beispielhaft um weitere Informationen ergänzt. Bob McGinnis´ "Thunderball"-Motiv mit einem bewaffneten, aber nackten Bond (Connery), vor blutrotem Wischtechnik-Hintergrund in den Händen einer spärlich bekleideten Masseuse wird zusammen mit einer Extra-Bond-Girl-Fotosession abgebildet, auf der die späteren Filmplakat-Szenen basierten.

Fazit: Das auf Jahre wohl ultimative James Bond-Archiv für echte 007-Fans mit Budget und stabilem Coffeetable.
 









 

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