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Sixpack Pop-Picks - April-2020-I

 

 

1 slidef pop Sixpack

 Adam Lambert - Velvet

More Is More, LLC / Empire
 

pop 04 20 adam lambert

Velvet: LGBT-Idol Adam Lambert eifert mehr Michael Jackson als Prince nach. * www.adamlambert.net/splash * Video: Velvet * Play Tracks 1,3-5,7. *

 
Mit seinem vierten Album Velvet will sich der einst 2009 bei American Idol auf dem zweiten Platz gelandete Musical-Sänger Adam Lambert, bekanntlich seit 2012 auch bei Queen am Mikro verdingt (und interessanterweise als Liebhaber von Freddie Mercury im Queen-Biopic Bohemian Rhapsody  besetzt) in die Superstar-Liga katapultieren. Die offensichtlichen (und schon von seinem berühmten Vorgänger ausgelebten) Solo-Ambitionen, sollen sich mit den vier(!) Produzenten busbee, Jeremy Dussolliet, Tim Sommers und Ryan Daly erfüllen. Lambert setzt auf eine ganze Songwriter-Mannschaft und auf viel Kopfstimmen-Einsatz, bis auf Closer To You & die abschließende Kampagnen-Ballade Feel Something meist im uptempo-Bereich. Bei Roses wurde gar Chic-Mastermind Nile Rogers an die funky Gitarre gebeten. In der zweiten Album-Hälfte ist das Pulver allerdings verschossen. Wenn es bei der ausverkauften The Rhapsody Tour with Queen bleibt, sind erst im Herbst Solo-Gigs vorgesehen, die Lambert auch in den deutschsprachigen Raum führen sollen.

Caroline Rose - Superstar

New West Records - PIAS / Rough Trade

pop 04 20 caroline Rose

Lady in Red - Caroline Rose bleibt sich auch bei der Coverfarbe treu. Als Digipak CD oder alternativ als - dunkelrotes - Vinyl, incl. download code.

www.carolinerosemusic.comFeel The Way I Want - Video

Die Tourdaten für April & Mai in den USA wurden zunächst verschoben.

 TIPP
 

Nach Caroline Roses Folk-Rockabilly-Debüt I Will Not Be Afraid (2014) & dem Wechsel zum unterhaltsam rumpelnden Indie-Synthi-Pop von Loner sind die stilistischen Sprünge mit dem neuen dritten Album weniger markant ausgefallen. Entstand das zweite Werk 2018 noch mit Hilfe von Co-Produzent Paul Butler (Devendra Banhart, Michael Kiwanuka) in Kalifornien, hat sich Caroline Rose für das Sequel - diesmal in Houston, Texas - selbst an die Regler begeben. Und wieder gibt es einen potentiellen Hit (wie Cry): das videounterstützte Feel The Way I Want.   Superstar erzählt als Konzeptalbum vom Streben einer schrulligen Antiheldin danach, in Hollywood schnellstmöglich groß herauszukommen - mit einem Fünkchen Selbsterkenntnis: "I wanted to make a story out of those elements of myself that I find largely undesirable & embarrasing, then inject them with steroids." Die Synthies, in die das vorrangig gekleidet wird, sind noch mehr in den Vordergrund gerückt, was Vergleiche zu Bands wie Tame Impala herausfordert. Play tracks 1,2,5,6,9.

TOPS - I Feel Alive

Musique Tops - TheOrchard / Bertus

pop 04 20 TOPS

www.tttopsss.com * Colder & Closer-Video * I Feel Alive-Video

Fraglich, ob es bei den vier angesetzten Deutschland-Gigs (Berlin, Hamburg, Köln & Münster - ab 11.5.) bleiben wird. Watch this space.

TIPP
 

Ebenfalls aktuell corona-geschädigt: die Indiepop-Band TOPS aus Montreal. Als Support für AnnenMayKantereit in den Niederlanden wurde die Truppe von Konzertabsagen im März kalt erwischt - die für Mai angesetzten Headline-Gigs in Deutschland sind ebenfalls fraglich. Das Ensemble verlässt sich auch auf dem neuen, vierten Album I Feel Alive mit dem als Video ausgekoppelten Titeltrack ganz auf das Charisma seiner auf dem Cover in die Kamera blickenden Sängerin Jane Penny. Komplettiert von Co-Songwriter David Carriere (g), Drummer Riley Fleck & der neuen Keyboarderin Marta Cikojevic punktet der von deutlichen Fleetwood Mac- & Prefab Sprout-Referenzen durchzogene Dream-Pop der Kanadier neben Pennys wandlungsfähigem Gesang immer wieder auch mit wohldosierten Arrangements, feinem Songwriting und einer Menge Retro-Catchyness.

Play Tracks 1,2,5,8-10.

Clock Opera - Carousel

League of Imaginary Nations - K7! / Indigo
 

pop 04 20 clock opera

(Nicht nur) Eltern aufgemerkt: emotionales Merry Go Round mit Carousel

* www.clockopera.com * Play Tracks 1-3.

 
Auch Zeit, sich das britische Trio Clock Opera auf den Schirm zu laden, das bisher am ehesten mit dem achtbaren Streaming-Erfolg Whippoorwill aus dem crowdfinanzierten Vorgänger-Album Venn oder folgenden Remixen für Metronomy oder Charlotte Gainsbourg aufgefallen war. Falsett-Sänger, Texter & Multi-Instrumentalist Guy Connelly, Drummer & Percussionist Che Albrighton & Keyboarder Nic Neil aus London verarbeiten in ihrem dritten (sogenannten) Longplayer (nur knapp 36 Minuten Spielzeit) vor allem die jüngste Vaterschaft Connellys, mit all ihren emotionalen Herausforderungen - Glück, Sorgen & Kontrollverlust etwa. Klanglich standen so unterschiedliche Einflüsse wie Ambient à la Brian Eno, Sci-Fi-Soundtracks, Björk oder Roy Orbison Pate. Nicht alles auf dem in Kent aufgenommenen Carousel gerät dabei so zwingend wie der Auftakt Be Somebody Else und der herausragende, pianogetriebene Titeltrack. Dennoch schade, dass auch Clock Operas Live-Ambitionen auf absehbare Zeit erst einmal der Zahn gezogen scheint.

  Honey Harper - Starmaker

Ato Records - PIAS / Rough Trade

pop 04 20 honey harper

Country mal ganz anders: Starmaker Honey Harper gibt sich die erstmals die Ehre.  www.honeyharpermusic.com * Play Tracks 1-6,8,9.

TIPP
 

Gängige 08/15-Country-Releases wird man an dieser Stelle vergeblich suchen, doch was der kosmische Cowboy Honey Harper auf seinem bemerkenswerten Solo-Debüt anbietet, findet auch unser Interesse. Der als William Fussell geborene und im Süden der USA aufgewachsene, eher in Punk & Pop sozialisierte Ex-Mood Rings-Musiker residiert derzeit im Londoner Exil unter Pseudonym. Für Starmaker reichert Harper das getragene, mit Steel Guitar markierte Country-Gerüst nicht nur mit seelenvollen Lead- (& Background-) Vocals, sondern auch mit schwelgerischen Arrangements an: üppige Old School-Streicher & Genreverweise auf seine Synthipop-Vergangenheit, ja, sogar eine Flöte sind zu vernehmen. Und die Texte spielen beim versierten, selbstbewussten Songwriter HH eine wichtige Rolle: „There’s no need to ask if I’m stuck in the past/You already know/And I know you want more...“ Nur wann dieser Sternenschöpfer es auch live über den Ärmelkanal schaffen wird, ist derzeit ungeklärt.

the boomtown rats - citizens of Boomtown

BMG Rights Management UK - BMG


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Am Ende steht ein Abgesang zu Beats aus dem Drumcomputer: The Boomtown Rats...  www.boomtownrats.co.uk. Play Track 3.

 

Um es vorwegzunehmen, Bob Geldofs Boomtown Rats-`Comeback´-Album, so so muss man den ersten Studio-Longplayer seit über 35 Jahren wohl nennen, ist eher enttäuschend ausgefallen. An Endsiebziger- & Frühachtziger-Großtaten wie die epochale Ballade I Don´t Like Mondays oder den gewitzten Reggae Banana Republic kommt auf dem neuen Werk leider nichts heran. In den besten Momenten erinnern diese Citizens of Boomtown wohl bewusst an den frühen Bowie sowie Ian Hunter & Mott The Hoople (vor allem das gemeinsame All The Young Dudes drängt sich auf). Stimmlich ist das, was die seit 2013 live immer mal wieder zusammenfindenden Mannen um den verdienstvollen Live-Aid-Zottel Geldof (Garry Roberts, Pete Briquette & Simon Crowe) hier abliefern, im Studio noch duplizier- & aufpolierbar, doch es hapert vor allem am Songwriting - bis auf Monster Monkeys vielleicht. Insgesamt leider keine Überraschung, schließlich musste man schon in den 90ern konstatieren, dass Sir Bob seit dem Ritterschlag musikalisch kaum noch Memorables gelingen wollte. 

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