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REVIEWS COMIC 11/12-2017

 


 

comic 10 17 GrB Fuchs

Liebe Deinen Nächsten

Gaby von Borstel / Peter Eickmeyer - Splitter

Die menschenverachtende Praxis an den EU-Außengrenzen ist zum traurigen Dauerzustand geworden. Wen kratzt es noch, wieviele Flüchtlinge täglich beim Versuch, in der Festung Europa Schutz zu finden, ihr Leben lassen? Klaus Vogel etwa. Der Historiker und Handelsschiffkapitän rief die humanitäre Initiative SOS Méditeranée ins Leben und beteiligt sich mit einem eigenen Schiff an der Seenotrettung im Mittelmeer. Das in lokale Flüchtlingsinitiativen involvierte Autorin- & Zeichner-Team Gaby von Borstel & Peter Eickmeyer (Im Westen nichts Neues) begleitete im Juni 2016 eine SOS-Rettungsfahrt, die in der vorliegenden verdienstvollen Comicreportage Liebe deinen Nächsten wiedergegeben wurde. Bereits im erneut Bezug auf Erich Maria Remarques Werk nehmenden Titel wird der Tenor deutlich - die Autoren verstehen ihr Werk als Aufforderung an das angeblich christlich orientierte Europa, seine Asyl- & Einwanderungspolitik menschlich zu gestalten. Sie widmen das Buch den Opfern, den Flüchtlingen "und denen, die sich mit der Gleichgültigkeit nicht abfinden wollen". Ab der Mitte des 130-Seiten Bandes vollzieht Zeichner Eickmeyer bewusst einen zeichnerischen Bruch: die im ersten Teil am Computer colorierten, eher Distanz schaffenden Tuschebilder weichen nun handgemalten, weicheren, empathischeren Illustrationen. Über den ins Cover eingearbeiteten `Sticker´ kann man geteilter Meinung sein, wichtig ist: Spendengelder pro verkauftem Buch gehen an SOS Méditeranée. www.sosmediterranee.org

 TIPP
 

comic 10 17 Liebe Deinen Naechsten

Asterix in Italien / Das inoffizielle Asterix & Obelix-Lexikon

Jean-Yves Ferri / Didier Conrad - Ehapa

`Latürnich´ - für den neuen Asterix wurde medial viel getrommelt. Zu Recht? Das offiziell von Albert Uderzo eingeführte Team aus Szenarist Jean-Yves Ferri & Zeichner Didier Conrad lässt in (nach Asterix bei den Pikten & Der Papyrus des Cäsar) ihrer dritten gemeinsamen Arbeit die übliche Landkarte des besetzten Galliens und die Vorstellungen der allseits bekannten Gallier weg und begeben sich direkt in die leicht holprige Geschichte und auf die römischen Landstraßen der Antike. Ein vom namentlich & zeichnerisch wenig memorablen Senator Bifidus veranstalteter Wagenrennen-`Giro d´Italia´ soll mit einem römischen Sieger enden und die Qualität des imperialen Wegenetzes rühmen. Da die notorischen Gallier, bei denen Obelix zur Abwechslung öfter die Zügel übernehmen darf, mitfahren, zeichnet sich ein weiteres Debakel für Cäsar ab. Nicht nur im Vergleich mit der altgedienten Tour de France - die Goscinny-Tradition popkultureller Verweise wird bemüht, aber in Sachen Witz selten erreicht. Keinem der 60er & 70er Jahre-Klassiker kann Asterix in Italien das Wasser reichen. Vor allem, weil szenarische Steilvorlagen verschenkt werden: die ebenfalls teilnehmenden Teams, ob Markomannen, Iberer oder sudanesische Amazonen bleiben blass, ebenso die Einarbeitung italienischer Nationalheiligtümer & Klischees oder ein Berlusconi-Auftritt. Und auch Obelix´ Wunsch sich vom Hinkelsteinbusiness zu emanzipieren bleibt irgendwo auf halber Strecke liegen, knapp im Mittelfeld des bisherigen Portfolios. Insgesamt eher ein Rückschritt gegenüber dem zuletzt veröffentlichten Band.

 
 

comic 10 17 asterix Italien neu

Ab 02.11. auch als auf 1.111 Exemplare limitierte Vorzugsausgabe incl. Making-of und Original-Bleistiftzeichnungen. Ab
23. 11. dann auch als Art Book.

Das inoffizielle Asterix & Obelix Lexikon hat sich geschickt im Marketing-Windschatten des 37. Bandes der Gallier-Reihe platziert und es in den Bahnhofs-Presseläden der Republik neben den einen oder anderen Asterix in Italien-Stapel geschafft. Sicherheitshalber steht kleingedruckt auf dem Cover, dass das Buch `weder von den französischen noch den deutschen Rechteinhabern autorisiert, genehmigt oder lizensiert wurde´. Doch Marco Mütz aus Südhessen musste mit seinem gewichtigen Gallierwissen doch irgendwo hin... Der Autor, der seit 1998 die verdienstvolle größte deutschsprachige Asterix-Webseite (www.comedix.de) betreibt, wuchs mit der Reihe auf und hat entsprechend viel nerdige, überwiegend heitere Facts zum A&O-Kosmos angehäuft. Mit dem vorliegenden, über 200 Seiten starken Band voller enzyklopädischer Mini-Artikel sollen sowohl eingefleischte Fans als auch Novizen bedient werden. Erstere dürften sich jedoch ärgern, dass hier ein fehlendes Register gezieltes Nachschlagen kaum möglich macht, und letztere zusätzlich von den grafisch notdürftig aufgelockerten Buchstabenkolonnen schlicht überfordert sein. Schon die inhaltliche Gliederung offenbart Schwächen, in der Folge wird oft Wissen aneinandergereiht, wild durch die Einzelbände springend. Auch den Part der deutschen Übersetzerin der ersten 29 Asterix-Bände, Gudrun Penndorf, hätte man sich hier ausführlicher gewünscht. Eben kein A-Z-Lexikon und daher leider eine Mogelpackung. www.m-vg.de

 

comic 10 17 AuO Lexicon

Bataclan - Wie ich überlebte / love is love

Fred Dewilde * V.A. / beide: Panini

Freitag, der 13. November 2015. Während im Stade de France die deutsche gegen die französische Fußball-Nationalmannschaft spielt, erschüttert eine Reihe von Detonationen und Schusswechseln die Pariser Innenstadt. Im Rock-Venue Bataclan werden während des Konzerts der Eagles of Death Metal an diesem Abend 90 Menschen ermordet, etwa 40 weitere sterben an anderen Schauplätzen. Angesichts der Fakten, dass mindestens drei Terroristen im Bataclan mehr als zwei Stunden lang von der Empore das Feuer eröffnet und sogar Handgranaten in die Menge geworfen hatten, grenzt es an ein Wunder, dass es nicht noch mehr Opfer unter den etwa 1500 Konzertbesuchern gab. Unter ihnen der Grafikdesigner & Autor des vorliegenden Bandes Wie ich überlebte (im Original Mon Bataclan), Fred Dewilde, der seine Aufarbeitung der Erlebnisse in einen 15-seitigen, durchgängig gezeichneten Teil (Kiss The Devil) zu den 3 Stunden des Anschlags und einen 26-seitigen Schriftteil mit vereinzelten Zeichnungen (Zurück ins Leben) über das knappe Jahr danach unterteilt. Bezüglich der Zeichnung der Attentäter entschied Dewilde sich für eine Abstraktion: die Killer sind als todbringende Skelette dargestellt, "vier Reiter der Apokalypse, nur eben ohne ihre verdammten Pferde." Selber längst Zombie, spien diese Vier den Tod ins Publikum - mit der eindringlichste Moment, mit dem Dewilde auch seine mehrmonatige Zeichenblockade überwand. Der Familienvater hat lange gebraucht, bis er wieder fähig war, das Erlebte kreativ wiederzugeben. Das immer noch ungeordnet wirkende Konvolut von Schwarzweiß-Zeichnungen und Texten mag die Verlagslektoren vor eine schwierige Aufgabe gestellt haben. Im Ergebnis in Zeichnungen & Aufbau über weite Strecken kein Meisterwerk, als Zeitzeugen-Dokument dennoch bemerkenswert. www.panini.de

 P.C.-Punkte
 

comic 10 17 Bataclan

Und noch ein aktueller Comic-Band als Reaktion auf einen Akt des Terrors. Am 12. Juni 2016 wurden bei einem Anschlag auf den Gay-Nachtclub Pulse in Orlando, Florida, 49 Menschen umgebracht. Auf die unfassbare, in der Welt von 2017 aber nicht mehr als ein paar Tage im medialen Raum stehende Gewalttat hin steuern in der vorliegenden Anthologie Dutzende unterschiedlicher Comic-Künstler meist einseitige Zeichnungen bei. Es halten sich die Waage: Mitgefühl, Trauer und Sorge angesichts des Angriffs auf die LBGT-Community mit Hoffnung auf Gleichberechtigung und Frieden die Waage, die sich auch im Titel ausdrückt: Love is Love. Schon allein für Gänsehautmomente wie die vorvorletzte Seite (Damon Lindelof/Leinil Francis Yu) lohnt die Anschaffung. Und überhaupt - mit den naturgemäß zeichnerisch seeehr heterogenen Beiträgen soll an dieser Stelle nicht zu hart ins Gericht gegangen werden, denn: Die mit einem Vorwort von Patty Jenkins, der Regisseurin von Wonder Woman, ausgestattete knallbunte Sammlung dient einem guten Zweck: Von jedem verkauften Band werden immerhin 3 Euro den Hinterbliebenen der Anschlagsopfer sowie dem Lesben- und Schwulenverband (LSVD) gespendet

www.panini.de

P.C.-Punkte

comic 10 17 Love is Love

The Coldest City

Antony Johnston / Sam Hart - Cross Cult

Berlin, Berlin. The Coldest City von Autor Anthony Johnston und Zeichner Sam Hart ist die Comic-Vorlage für den jüngst im deutschen Kino gelaufenen Action-Thriller mit Charlize Theron. Minus Farbe, furiosem Tempo und Schauwerten, so möchte man meinen. Der graue Berliner November des Jahres 1989, kurz vor dem Mauerfall, ist zwar hier wie dort Setting, doch lässt sich die gezeichnete Version seltsamerweise kaum einem Jahrzehnt deutlich zuordnen. Die von Sarah Weissbeck übersetzte Graphic Novel erzählt die Geschichte der in die geteilte Stadt entsandten und zwischen Amerikanern, Sowjets und Franzosen operierenden MI6-Agentin Lorraine Broughton mit deutlich reduzierteren Mitteln als der Film. Aus mehr schwarz als weiß, aus mehr Skizze als Detailzeichnung, aus mehr Offenlassen als zu Ende erzählen setzt sich Johnstons & Harts Maxime zusammen, unter der die mitunter verquere Story vorangetrieben wird. Mit diesem in der Tat frostig daherkommenden Cold War-Plot wird nicht jede(r) Leser(in) warmwerden.

www.antonyjohnston.com * www.samhartgraphics.com *

Soundtrack-Rezension * Film-Website * www.cross-cult.de

 
 

comic 10 17 Coldest City

Peanuts Sonntagsseiten: Snoopy, Der Star!

Charles M. Schulz - Carlsen

Ist schon wieder Sonntag? Traditionell wurde den immer beliebter werdenden Comicstrips auf den Wochenend-Seiten der US-Zeitungen mehr Raum gegeben und die oftmals nicht alltägliche Farbe spendiert - auch den `little folks´ aus der Feder von Charles M. Schulz. Aus der Hochzeit der Peanuts stammen die im vorliegenden, quadratischen 530-Seiten Wälzer versammelten Sonntagsseiten - erstmals werden diese Arbeiten der Jahre 1961 bis 1970 in deutscher Übersetzung gebündelt und farbig herausgegeben. Eine feine Ergänzung für das Sammler-Portfolio der weltweit bei allen Altersklassen beliebten Kinderbande, die von Carlsen bekanntermaßen seit Jahren in der opulenten, fortlaufenden Werkausgaben-Serie umfassend chronologisch (aber eben schwarzweiß) gewürdigt wird. Hier wie dort fungiert insbesondere Charly Browns sich gern glamourös oder philosophisch gebärdender Beatle Snoopy als Sympathieträger, der seinen mit sich hadernden Halter nicht nur auf dem Cover der vorliegenden Zusammenstellung in den Schatten stellt. Der Untertitel Snoopy, der Star führt allerdings etwas in die Irre, denn dies ist keine reine Snoopy-Compilation, der gewiefte Hund kommt vor oder eben nicht. Gestalterisch gibt es wenig zu meckern, dem bei der gewählten Art von Format & Darstellung hoch ausfallenden Weißraum-Anteil wird versucht, mittels kleiner einfarbiger Vignetten beizukommen. Sogar der breite Buchrücken, der Charlie Browns typisch gezackten gelben Pullover zitiert, macht etwas her. www.peanuts.com * www.carlsen.de

 
 

comic 10 17 Peanuts Sunday

superman

Gion Capeder - Edition Moderne

Der 1971 im französischsprachigen Teil der Schweiz geborene Gion Capeder hat sich für seine zweite Graphic Novel sechs Jahre Zeit gelassen. Nicht mehr im Eigenverlag wie sein Debüt Le 7, sondern beim renommierten Züricher Verlag Edition Moderne erscheint nun: Superman. Der hier auf knapp 120 Seiten portraitierte Chris ist ein Gewinner neoliberaler Couleur. Erfolgreich im Job, mit Frau & Kind und dennoch jeder Menge Freiraum - einerseits. Andererseits eben kaum ein Superheld, sondern ein zwischen Karriere, Familie und diversen Seitensprüngen irrlichternder Charakter, oft brillant und sein Umfeld beeindruckend, aber immer wieder auf allen Ebenen abwesend. Einer, der den Stress und seine widersprüchlichen Gefühle am bitteren Ende nicht mehr unter Kontrolle bekommt. Capeder verpackt seine Geselllschaftskritik meist in einen nüchtern-stimmigen Neo-Ligne-Claire-Stil gedeckter Farben. Blankoseiten, Umgebungs- und Landschaftsbilder sowie kleine, nur skizzenhaft angedeutete Traumsequenzen schaffen aber Pausen für den Betrachter und strukturieren die Geschichte, bis die über vier Kapitel eskalierende Handlung durch kleinteilige Panels wieder vorangetrieben wird. Auch am Ende ist Einiges der Phantasie des Betrachters überlassen, der diverse Puzzleteile zusammenzufügen aufgefordert ist. www.gioncapeder.ch

 TIPP
 

comic 10 17 Superman Ed Mod

Glückwunsch, Gaston!

Andre Franquin - Carlsen

Es nimmt kein Ende mit den Jubiläen beim Carlsen-Verlag: Glückwunsch, Gaston! Wer schafft es schließlich schon, 60 Jahre im Medien-Business durchzuhalten? Der auch an dieser Stelle verehrte André Franquin fügte den Jijé-Figuren Spirou und Fantasio in den 50er Jahren memorable Nebenfiguren hinzu, die später auch selbst in den Mittelpunkt eigener Serien rückten. Den kürzlich auch hier gewürdigten Zyklotrop, das Marsupilami natürlich (ab 1952) aber auch vor allem den schusseligen Büroboten Gaston Lagaffe, der 1957 seinen ersten Auftritt im Magazin Spirou hatte und schnell eine eigene Seite im Heft bekam. Um sich diesem Tollpatsch, einem `Meister des Misslingens´, wie es hier im neuen Vorwort heißt, ausführlicher widmen zu können, trennte sich der überarbeitete Franquin gar von der Cash Cow Spirou & Fantasio. Gaston blieb dagegen bis zu Franquins Ableben 1997 Chefsache. Hierzulande zunächst als - stotternder - Jo-Jo bei Kaukas Fix & Foxi gestartet und ab 1981 als Carlsen-Angestellter mit eigenem Album verbessert am deutschen Markt, erfreut sich der Chaot mit dem grünen Wollpullover bis heute ungetrübter Beliebtheit - mit der Ausnahme der Herren Demel, Knüsel und Bruchmüller eventuell... Solide, wenn auch knapp unter 60 Seiten bleibende Zusammenstellung mit Highlights aus Gastons langer Redaktions-Karriere. www.gastonlagaffe.com * www.carlsen.de 

comic 10 17 gaston Glueckwunsch

eternauta 1969

Alberto Brecchia / Hector German Oesterheld - avant-Verlag

Eternauta, der argentinische Science-Fiction-Klassiker der 50er Jahre, wurde im letzten Jahr vom Avant-Verlag in einer umfangreichen Neuausgabe präsentiert. Eine Ausstellung zur Entstehung und zum Schicksal seines Schöpfers Héctor G. Oesterheld, dessen Familie dem argentinischen Militärregime als verschwundene `Desaparecidos´ Ende der 70er zum Opfer fiel, tourte durch Deutschland und wurde auch beim Münchner Comic Fest 2017 gezeigt. 1969 hat Osterheld noch mit dem Zeichner Alberto Breccia ein umfassendes, surreal gestaltetes Remake seines dystopischen Meisterwerks vorgelegt. 

Das Zeitdokument in Schwarzweiß war bei Avant für den Oktober angekündigt, hat die Redaktion allerdings noch nicht erreicht. Watch this space.


www.avant-verlag.de

 TBA
 

comic 10 17 eternauta 69

Der große böse Fuchs

Benjamin Renner - avant-Verlag

Furchterregend erfolgreich wäre der Fuchs gerne. Groß & böse. Ähnlich dem Wolf, der den denkbar schlechtesten Einfluss auf Meister Reineke ausübt. Der geniale Isegrimm-Tipp für den frustrierten rothaarigen Kollegen, den wehrhaften Hennen vom (mehr oder weniger) hundebewachten Bauernhof die Eier klauen, auf dass aus letzteren baldigst weniger renitenter Nachwuchs schlüpfe, geht irgendwie nach hinten los. Denn wer überwältigt hier wen? Natürlich sind die Küken so anhänglich und herzallerliebst, dass der Fuchs auf der Groß & Böse-Skala eher Rück- als Fortschritte macht. Der Grosse Böse Fuchs des französischen Autoren & Zeichners Benjamin Renner mischt Elemente aus Tierfabel und Comic Strip zu einer gekonnten, witzig-anrührenden Geschichte über Selbstoptimierung & Kindererziehung, erzählt in kleinteiligen Panels ohne Linien.  Renners Background als Trickfilmer (der Oscar-nominierte Ernest & Célestine, 2014) wird hier sehr deutlich. Sein in Frankreich bereits angelaufener Streifen Le Grand Méchant Renard sollte 2018 auch hierzulande sein Publikum finden, wenn die Synchronisation ähnlich gut gelingt wie die Übersetzung der französischen Buchversion. www.avant-verlag.de

 TIPP
 

comic 10 17 GrB Fuchs

SUPERKAUZ

Sean Taylor / Jean Jullien - Kunstmann

Last but not least: Unseren Rausschmeißer, den schrulligen Superkauz, verdanken wir dem englischen Jugendbuch-Autoren & Familienvater Sean Taylor sowie dem französischen, trotz Brexit in London lebenden Grafikkünstler Jean Jullien. Letzterer entwarf als Reaktion auf die Anschläge in der französischen Hauptstadt 2015 (s.o.) das berühmtgewordene Peace for Paris-Symbol. Den gleichen grob-skizzenhaften Strich verleiht der erfolgreiche Illustrator nun dem per se nicht unbedingt friedfertigen Kauz. Der übt sich schließlich deswegen als Meister der Verkleidung, um Häschen, Lämmern und Täubchen aufzulauern, die "gleich in meinem Schlund verschwinden" werden. Der Kauz ist selbst Erzähler und er ist auf der Jagd, weil: hungrig. Sehr hungrig. Er "zischt durch die Dunkelheit um Mitternacht wie eine Sternschnuppe". Dennoch ist Superkauz mit seinen Verkleidungskünsten, nunja, strenggenommen jetzt nicht soo supererfolgreich. Was ihn mit dem Prädator an Position 9 eint. "Aber macht nichts!" Ersatzweise tut es gegen Ende auch eine - nicht abhauende - Pizza. Funkioniert vor- und selbstgelesen - für Groß & Klein. Und eine Rückkehr von Superkauz ist angekündigt... Übersetzung von Nadia Budde.

www.seantaylorstories.com * www.jeanjullin.com * www.kunstmann.de 

 TIPP

comic 10 17 superkauz

© cinesoundz 2016